Laubholz Buche im Sägewerk
Die Sorgen der Laubholzverarbeiter um ihre Rundholzversorgung nehmen zu.
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Laubholz: Versorgungsengpässe nehmen zu

29. April 2022

Die AG Rohholz warnt vor zunehmenden Engpässen bei der Versorgung mit Laubholz und fordert eine Wende der Rohstoffpolitik. Statt ideologische Nutzungsverzichte durchzudrücken, müsse man Waldnutzung und Naturschutz unter einen Hut bringen.

Am 19. April besichtigte die AG Rohholz (AGR) gemeinsam mit der Staatssekretärin Anja Boudon vom Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt- und Klimaschutz Brandenburg (MLUK) und weiteren Vertretern der lokalen Politik die Laubholzindustrie Templin (HI Templin). Dabei warnte die AGR vor zunehmenden Engpässen bei der Versorgung mit Laubholz. Der Verband fordert eine Wende der Rohstoffpolitik in Deutschland.

Verfügbare Laubholzmenge sinkt

Die HI Templin habe bei diesem Besuch stellvertretend für viele Laubholzsägewerke in Deutschland gestanden, die sich aufgrund von zunehmend schwieriger Rohstoffversorgung mit immer größeren Problemen konfrontiert sehen. Diese Probleme sind teils vorübergehender Natur, wie die Bindung der Arbeitskräfte im Nadel-Kalamitätsholz, so dass weniger Laubholz eingeschlagen werden konnte. Dazu gab es Personalausfälle duch Corona und schließlich waren weite Teile des Winters zu nass für die Holzernte. Was der Branche langfristig Sorgen um die Zukunft der Laubholzverarbeitung mache, seien Forderungen nach mehr Nutzungsverzichten, etwa in alten Buchenwäldern, wie er u.a. im kürzlich veröffentlichten Aktionsplan natürlicher Klimaschutz des Bundesumweltministeriums gefordert werde.

Das Resultat mute paradox an: Obwohl sogar das Potenzial für eine verstärkte nachhaltige Nutzung in den Wäldern vorhanden wäre und eine weltweit robuste Nachfrage nach Produkten herrsche, sinke die Menge des verfügbaren Rohstoffs kontinuierlich.

Dabei zeige u.a. der Zwischenbericht zum „Klimaplan Brandenburg“ die sinkende Kohlenstoff-Speicherleistung von Beständen im höheren Alter und empfehle gleichzeitig den Ausbau der Holzverwendung. „Der Klimaplan für Brandenburg hat viele gute Ansätze, für eine konsequente Umsetzung braucht es aber auch eine konsequente Nutzung des heimischen Rohstoffs“, kommentiert AGR-Geschäftsführer Lukas Freise.

Holzbauoffensive und Waldumbau

Staatssekretärin Anja Boudon sprach sich für die Nutzung von Holz als nachhaltigem und nachwachsendem Rohstoff aus. Die Verwendung regionaler und ökologischer Materialien schone langfristig die Ressourcen, reduziere umweltschädliche Emissionen, spare Energie und stärke die regionale Kreislaufwirtschaft. Die von der Landesregierung novellierte Landesbauordnung habe in diesem Zusammenhang den Weg für die im Koalitionsvertrag vereinbarte Holzbauoffensive freigemacht.

Auch in der Bioökonomie-Strategie des Landes, die derzeit erarbeitet wird, spiele Holz als Rohstoff eine wichtige Rolle. Um die Grundlage für den Rohstoff nachhaltig zu bewahren, brauche es einen konsequenten Waldumbau hin zu klimastabilen Mischwäldern. Damit werde nicht nur die Funktion des Waldes als Wirtschaftsraum, sondern auch als CO2- und Wasserspeicher langfristig gesichert.

Zusammenarbeit statt Ideologie

Antje Maschmann-Fehrensen, Geschäftsführerin der HI Templin, kommentierte, die Bewirtschaftung der Wälder zur Nutzung des nachwachsenden Rohstoffs Holz und der Naturschutz schließen sich nicht aus. Vielmehr bedürfe es hier der konstruktiven Zusammenarbeit anstelle von ideologisch geprägten Auseinandersetzungen.

Quelle: AG Rohholz