ABO
Laubholz im Schweizer Wald

Laubholz im Schweizer Wald

Naturnaher Waldbau und Klimawandel verursachen einen höheren Anteil von Laubholz im Schweizer Wald. Laubholz soll möglichst wertvoll als Bau- und Werkstoff und als Energieträger im Inland verwertet werden. Die Umsetzung erfolgt vor allem über Projektaufträge des Schweizer Bundesamtes für Umwelt (BAFU) bzw. den Aktionsplan Holz. Resultate abgeschlossener Projekte und Vorschläge zur Erhöhung des Laubholzabsatzes wurden auf der Infoveranstaltung vom 29. September 2010 in Olten diskutiert. Aus den Studienergebnissen wurden acht strategische Stoßrichtungen abgeleitet: 1. Erhöhung der Wertschöpfung durch verfeinerte Sortierungen;
2. Produkt-Innovationen (etablierte Produkte in der Schweiz produzieren und auf Markt bringen, neue Produkte „erfinden“;
3. Lancierung und Durchführung von wissenschaftlich-technischen Grundlagen;
4. Analyse der Weiterverarbeiter und Halbfabrikatehändler;
5. Bildung von Betriebskooperationen in der Laubholzverarbeitung;
6. Ansiedlung eines Großsägewerks mit weiterverarbeitenden Betrieben(„Laubholzcluster“);
7. Individuelle Beratung und Unterstützung der Laubholzsäger;
8. Kommunikation (Werbekampagnen).

Dass die Laubholz-Branche an einigen strukturellen Problemen leidet, machten die im Auftrag des Aktionsplans Holz erstellten Analysen deutlich. In den laubholzreichen Kantonen Aargau, Baselland, Schaffhausen, Solothurn, Thurgau und Zürich wurden zwar 90 % des Zuwachses geerntet, doch gingen nur noch 17 % (statt der zu erwartenden 40 %) als Stammholz B/C in den Verkauf. Die Hälfte davon wurde exportiert. Ein immer größerer Teil des Laubholzes geht direkt in den Energiebereich, auch sägefähiges Holz.

Die Laubholzsägereien haben 130000 Fm eingeschnitten (2009), für weitere 85000 Fm bestehen Kapazitäten. Es fehlt an inländischen Weiterverarbeitern. Zu den zukunftsträchtigen Anwendungen gehören Holzwerkstoffe für den tragenden Bereich, Spanplatten, OSB und MDF. Geeignet wären Laubhölzer weiterhin im Möbelbau; Thermohölzer auch für Gartenmöbel.

Das Bundesamt für Umwelt wird nun auf der Grundlage der Ergebnisse der Studie und des Workshops aus den acht strategischen Stoßrichtungen diejenigen auswählen, die einen erfolgversprechenden Beitrag zu einer optimaleren Laubholzverwertung in der Schweiz leisten.

Der vom BAFU in Auftrag gegebene Aktionsplan Holz fokussiert im Zeitraum 2008 bis 2012 neben der Laubholzverwertung auf sechs weitere Schwerpunkte: Datengrundlagen, Holzmobilisierung bei privaten Waldbesitzern, Information der Bevölkerung, Verwertung von Laubholz, großvolumige Holzbausysteme, Sensibilisierung von institutionellen Bauherren, Rahmenbedingungen und Abstimmung mit Partnern.

BAFU

Auch interessant

von