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Laubholz

Laubholz, heimischer Rohstoff mit Zukunftspotential

57 % der Wälder in NRW sind Laubwälder. Diese Zahl belegt den Erfolg des seit Jahren von der heimischen Forstwirtschaft betriebenen Waldumbaus zu naturnahen und klimastabilen Mischwäldern. Die holzverarbeitende Industrie, die in NRW einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor bildet, konzentriert sich bisher allerdings traditionell auf die Produktion von am Markt besonders stark gefragten Nadelholzprodukten. Wenn der Wirtschaftswald der Zukunft immer mehr Laubholz produziert, muss hier eine Umdenken stattfinden.Ein erster wichtiger Schritt dazu ist die Laubholzstudie, die am 11. Mai auf der Holzmesse Ligna in Hannover vorgestellt werden soll. Das letzte Kapitel dieser Studie wurde am 9. Februar im Zentrum Holz in Olsberg im Sauerland auf dem „Workshop und Branchengespräch Laubholzstudie NRW“ erarbeitet. Staatssekretär Horst Becker sagte dazu: „NRW ist das erste Bundesland, das einen ganzheitlichen Ansatz für mehr Laubhölzer im Wald und mehr Wertschöpfung in der Holzwirtschaft programmatisch angeht und das erste Bundesland, das eine Studie unter Berücksichtigung der Ende 2014 veröffentlichten Bundeswaldinventur (BWI3) veröffentlicht.“Hubertus Flötotto, Präsident des Deutschen Holzwirtschaftsrates e.V. betonte, dass es in NRW einen großen Nachholbedarf bei der Holzverwendung im Wohnungsbau gibt. Nordrhein-Westfalen sei hier bundesweites Schlusslicht, weil veraltete Gesetze und Verordnungen neue Holzbauten und Renovierungen mit Holz verhindern. Das bestätigte auch Martin Redmann von der UNIQUE GmbH, der Verfasser der Laubholzstudie. Wir brauchen mehr Forschung für innovative Holzverwendungen – da sind sich Redmann und Flötotto einig. Es stecke noch großes Potential in der Verwendung von Laubholz in NRW, so die Experten.Der Umbau unserer Wälder zu Mischwäldern mit hohem Laubholzanteil wird auch in den nächsten Jahren weitergehen. „Mischwälder sind die beste Risikovorsorge im Hinblick auf den Klimawandel. Die natürlichen Baumarten wie Buche, Eiche, Ahorn oder Birke gehören daher zum Grundgerüst eines naturnahen Waldbaus. Wir müssen uns aber auch darum kümmern, dass der Holzertrag dieser Wälder am Markt nachgefragt wird. Die vielen privaten Waldbesitzer in NRW sind das Rückgrat der heimischen Forstwirtschaft. Sie müssen sich darauf verlassen können, dass eine Entscheidung für mehr Laubholz ökologisch und ökonomisch sinnvoll ist“, sagte Andreas Wiebe, Leiter von Wald und Holz NRW.Am Rand des Pressegesprächs ging Becker noch auf die Biodiversitätsstrategie des Landes NRW ein, besonders auf die darin erwähnte Stiftung für das Naturerbe und deren Bedeutung für die Forstwirtschaft. In der öffentlichen Diskussion um diesen Passus würden bewusst Fakten verdreht dargestellt, sagte der Staatssekretär. Es sei völlig aus der Luft gegriffen, dass 60.000 Hektar Staatswald stillgelegt werden sollen. „In der überwiegenden Zahl der Schutzgebiete findet eine nachhaltige Holznutzung statt. Würde Staatswald in eine Stiftung eingebracht, würde das auch hier so bleiben. Denn auch eine Stiftung wäre auf Einnahmen zur Finanzierung ihrer Aufgaben angewiesen“, so Becker

Wald und Holz NRW

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