Landritherm
Hier entsteht Brennholz der kurzen Wege. Die Landritherm-Heizung braucht nicht mehr als einen befestigten Platz und Strom
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Landritherm Scheitholztrocknung

06. Dezember 2018

Über technische Trocknung von Brennholz wird heute kaum noch diskutiert. Bei professionellen Brennholzproduzenten gehört sie mittlerweile selbstverständlich dazu – sei es um bei Nachfragespitzen lieferfähig zu sein, aus Platzgründen oder weil der Betrieb schlichtweg nicht so viel gebundenes Kapital auf dem Hof stehen haben will, wenn er nur auf Wind und Sonne setzt. Bleibt noch die Frage, welche Technik wirtschaftlich am sinnvollsten einzusetzen ist?

Das klassische Instrument zur Holztrocknung ist natürlich die Trockenkammer. Ursprünglich entwickelt für die Konditionierung von hochwertigen Schnitthölzern, können diese Kisten jedoch viel mehr, als man für Brennholz eigentlich braucht: Mit kontrollierten Temperaturverläufen und sogar einer zusätzlichen Dampferzeugung soll Verfärbungen und Rissen bei den Brettern vorgebeugt werden. Das spielt jedoch beim Brennholz gar keine Rolle. Bestenfalls das „Verschalen“ – der Verschluss der äußeren Holzgefäße durch allzu rabiaten Feuchtigkeitsentzug kann hier auch ein Thema sein. Dadurch wird Wasser im Inneren des Holzstücks eingeschlossen und kann kaum noch entweichen. Doch dieses Phänomen lässt sich auch ohne aufwendige Steuerungstechnik in den Griff kriegen. Insofern scheuen viele die Investition in eine Kammertrocknung, bei der ja schnell 50 000 € fällig werden. Außerdem ist die Logistik relativ aufwändig: Das Holz muss immer in kleinen Gebinden, z. B. Gitterboxen, in die Kammer gestapelt und danach wieder umgefüllt werden, wenn man es nicht gleich so ausliefern will. Das sind zwei zusätzliche Arbeitsschritte.

Eine günstigere Alternative stellt da erst einmal die Containertrocknung dar. Wobei man hier natürlich sofort festhalten muss, dass der Energieaufwand auf Dauer deutlich höher liegt. Schließlich wird die warme Luft einfach in die Atmosphäre entlassen, nachdem sie das Trockengut durchströmt hat. Jetzt gibt es da natürlich die Biogasanlagen, die auf der grünen Wiese oft gar keine rechte Wärmeabnahme haben und froh sind über eine entsprechende Nutzung, die ihnen gleichzeitig beim Verkauf des erzeugten Stromes den KWK-Bonus (Kraft-Wärme-Kopplung) beschert. Das erschien anfänglich vielen Kollegen eine echte Win-Win-Situation zu ergeben. Doch so langsam macht sich bei einigen Ernüchterung breit: Kostenlos bekommt der Brennholzbetrieb die Überschusswärme deswegen auch nicht, und wenn die Biogasanlage nicht direkt nebenan steht, addiert sich auch hier ein beträchtlicher Logstik-Aufwand hinzu. Das Hin-und-Her-Fahren der Container ist nur ein Teil davon. Der Trocknungsverlauf muss überwacht werden, Abdeckplanen rechtzeitig geschlossen werden. Trockenes Holz sollte nicht unnötig lange weiter beheizt werden. Wenn der Betreiber der Biogasanlage sich nicht darum kümmern kann oder will, entstehen hier fast unweigerlich Verluste.

Mit dem übersichtlichen Touch-Display lässt sich die Anlage fast intuitiv kontrollieren
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Aus solchen Überlegungen heraus versuchen einige Brennholzproduzenten jetzt, die Wärme direkt an Ort und Stelle selbst zu erzeugen. Dafür gibt es auch eine sehr kompakte und anschlussfertige Lösung: die mobilen Landritherm-Warmluftheizungen von Lasco Heutechnik. Ursprünglich für die Heutrocknung konzipiert, lassen sich diese Geräte genauso gut als Hallenheizungen, zur Bautrocknung oder eben als Scheitholztrockner einsetzen. Es gibt drei Varianten – entweder selbst mit Scheitholz befeuert, mit Hackschnitzeln oder mit Pellets. Die Palette der Stückgutöfen reicht von 29 bis 399 kW, bei Hackgut geht es von 150 bis 750 kW und die Pelletheizer haben eine Nennwärmeleistung von 50 oder 150 kW.

Das Forstunternehmen Reith in Arnstein bei Würzburg hat sich unlängst den kleinsten Hackschnitzelofen mit 150 kW zugelegt, aus den obengenannten Erwägungen. Jetzt wird das Scheitholz nur noch direkt auf dem Werksgelände in den Trocknungscontainern manipuliert. Es entstehen keinerlei Leerlaufzeiten, weil der Trocknungsprozess permanent unter Kontrolle ist. Reith stellt selbst Hackschnitzel für diverse Abnehmer her, insofern war der größte Aufwand in diesem Bereich, sich eine kleine Schaufel bauen zu lassen, mit der man den Tagesbehälter an der Anlage schön befüllen kann. Man sollte sich aber von der Vorstellung verabschieden, hier irgendwelche minderwertigen Reste oder Landschaftspflegematerial zu verheizen. Wie bei jeder kleinen Hackschnitzelanlage reagieren die Transportschnecken empfindlich auf Überlängen, und der Ofen kommt mit schlechtem Brennstoff nicht ordentlich auf Touren. Also sollte es schon eher ein Qualitätshackschnitzel G 30-50 / W 30 sein. 2,5 m³ fasst der Vorratsbehälter. Das reicht bei einer Auslastung von 65 % für rund zwölf Stunden. Mehr ist nicht notwendig, um die zwei kurzen 5-m-Container zu befeuern. Im Prinzip ist so ein Betrieb rund um die Uhr möglich, abgesehen davon, dass der Ofen zur Ascheentnahme kurz ausgeschaltet werden muss. Bei einer durchschnittlichen Trocknungszeit von acht Tagen ergibt sich ein Verbrauch von 20 m³ Hackschnitzel für 45 SRm trockenes Scheitholz. Dieses Verhältnis ließe sich sicher noch optimieren. Das liegt nicht am Heizgerät. Dessen Wärmemengenzähler belegt eine sehr ordentliche Effizienz bei der Energiezeugung. Die Trockner selbst sind jedoch noch nicht der Weisheit letzter Schluss: Rechts und links der zentralen Einblasöffnung gibt es jeweils einen toten Winkel, in dem das Material sehr lange feucht bleibt. Außerdem muss die Abdeckplane anfänglich offen bleiben, weil der entstehende Dampf daran gerade wieder kondensieren würde und das Wasser dann zurück auf die Scheite tropft. In dieser Zeit kann aber natürlich auch Regenwasser weiter eindringen.

Mobiltrockner

Abhilfe würden hier beispielsweise die Mobiltrockner der Firma HolzWert in Hofbieber schaffen. Mit einem senkrecht stehenden Zuluftschacht und perforierten Außenwänden anstelle des doppelten Bodens ergibt sich eine waagrechte Durchströmung im Behälter, so dass von vorneherein mit geschlossener Plane gearbeitet werden kann. Die Effizienz steigt, die laufenden Kosten sinken. Dafür ist so ein Mobiltrockner in der Anschaffung rund 50 % teurer als eine normale Unibox. Bei Reith würde das gegebenenfalls der nächste Schritt werden. Wenn sich die erwarteten Vorteile für den Betriebsablauf bestätigen, könnte die Eigentrocknung zur Dauereinrichtung werden. Ansonsten bleibt die Anlage zum Brechen von Bedarfsspitzen auf dem Hof. Dort nimmt sie nicht viel Platz weg und lässt sich mit dem Gabelstapler problemlos versetzen. Die Investition hielt sich mit rund 25 000 € dafür erst einmal in Grenzen.

Scheitholzfeuerung

Lukas Huber mit seiner Firma Brennholz Huglfing hatte auch keine Lust mehr, sein Brennholz mehrfach durch die Gegend zu karren. Außerdem hatte er das Problem dass sein Biogas-Kraftwerk mit angeschlossenem Nahwärmenetz natürlich in der kalten Jahreszeit die meiste Energie anderweitig verkauft. So blieben seine dringenden Bestellungen oft lange unfertig. Auch er kaufte sich einen Landritherm, allerdings die Scheitholz-Variante. Bei ihm gibt es auch keine eigenen Hackschnitzel am Hof. Der Ofen wird zum Teil mit Produktions-Abfällen befeuert, zum Teil kommen alte Paletten zum Einsatz. Sein Trockencontainer verfügt bereits über zwei Anschlüsse und fasst 35 SRm. Bis diese trocken sind, verbraucht die Anlage selbst rund vier Ster. Der LA 325 bringt über doppelt so viel Wärmeleistung wie die Anlage bei Reith, kostet aber mit rund 18 000 € sogar noch ein Drittel weniger. Er könnte vermutlich auch zwei von den großen Trocknern mit warmer Luft versorgen. Ein Nachteil bei diesem Konzept ist der Bedienkomfort: Alle vier Stunden muss hier händisch nachgeschürt werden. Weil es bei Huber keine Nachtschicht gibt, darf er den Ofen morgens immer frisch anfeuern. Die zwischenzeitliche Abkühlung verzögert den Trocknungsprozess logischerweise. In seinem Betrieb läuft aber bereits eine Trockenkammer, die für die Grundlast zuständig ist. Für die Spitzenlast nimmt er den erhöhten Aufwand in Kauf.

Die Scheitholzfeuerung braucht etwa alle vier Stunden Futter
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Heinrich Höllerl