Forstpolitik

LV Lippe startet Aktion für Zukunftswälder

Bearbeitet von Martin Steinfath

Viele Bürgerinnen und Bürger sind angesichts des beklagenswerten Zustandes der heimischen Wälder alarmiert – und wollen gern selbst etwas für die grünen Lebensräume vor ihrer Haustür tun. Der Landesverband (LV) Lippe will nun die vielen Hilfsangebote seiner Bürger bündeln und fünf Zukunftswälder angelegen. Der Startschuss zur Aktion „Lippe pflanzt“ ist am 1. September gefallen.

Seit dem Sturm Friederike im Januar 2018 und den heißen Dürresommern 2018 bis 2020 haben die Waldareale des LV Lippe – wie in vielen deutschen Regionen – gelitten. Die Flächen, auf denen die Forstabteilung vom Borkenkäfer geschädigte Fichten fällen musste, bleiben nicht kahl: Auf vielen Arealen haben die Förster und Forstwirte bereits neu gepflanzt, im Zeitraum von Herbst 2018 bis zum Frühjahr 2021 waren es sage und schreiben eine Million junge Bäume. „Parallel zu unserer Aufforstungsarbeit haben wir immer wieder Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern, oder auch von Unternehmen und Vereinen, erhalten, die Geld für den Kauf von Forstpflanzen spenden wollten“, sagt Verbandsvorsteher Jörg Düning-Gast. „Über dieses Engagement haben wir uns sehr gefreut. Wir haben deshalb die Idee entwickelt, Zukunftswälder anzulegen und den Lipperinnen und Lippern die Möglichkeit zu bieten, junge Bäume für diese Areale zu spenden.“

Fünf Zukunftswälder ausgewiesen

Insgesamt weist der LV Lippe auf seinen Forstflächen fünf Zukunftswälder mit einer Gesamtfläche von 7,3 ha aus. In diesen Wäldern werden unterschiedliche Baumarten – je nach Lage und Bodenbeschaffenheit – gepflanzt; auch Alter und Größe der Forstpflanzen wird, standortabhängig, variieren. „Wir werden hauptsächlich Laubhölzer pflanzen, und zwar standortheimische Baumarten, z. B. Eichen, Hainbuchen, Linden, Ulmen, Vogelkirschen und Nussbäume“, erläutert Hans-Ulrich Braun, Leiter der Forstabteilung. In Ergänzung dazu werden im geringen Umfang Nadelhölzer wie z. B. Kiefer, Douglasie und Lärche beigemischt, denn: „Das Ziel ist, artenreiche, stabile Mischwälder heranzuziehen, die mit den schon jetzt spürbaren Folgen des Klimawandels besser zurechtkommen als Fichte oder Rotbuche“, betont er.

Die Pflanzung der jungen Bäume wird von den Forstwirten des Landesverbandes übernommen: „Die ausgewählten Flächen sind zum Teil schwer zu begehen, außerdem ist das Pflanzen je nach Größe der Setzlinge durchaus eine anspruchsvolle Arbeit. Sie liegt deshalb bei unseren Forstwirten in den besten Händen“, ergänzt Susanne Hoffmann, stellv. Leiterin der Forstabteilung.

Infos: www.lippe-pflanzt.de

Landesverband Lippe