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Landesverband Lippe: Eine Hartholzaue für Natur und Mensch

Landesverband Lippe: Eine Hartholzaue für Natur und Mensch

Vor mehr als einem Jahr waren am Aberg, unterhalb von Schloss Varenholz, Motorsägen zu hören: Frank Homuth, Leiter des Forstreviers, ließ rund 200 nicht mehr verkehrssichere, nicht standortgerechte Pappeln fällen. Zur Sicherheit der Nutzer des dort verlaufenden Weserradweges, aber auch, um ein ambitioniertes Naturschutzprojekt umsetzen zu können: den Aufbau einer Hartholzaue auf dem etwa zwei Hektar großen Areal.
Die beiden Auszubildenden des Forstreviers, Marco Hasler und Robert Ortmeier, machten dieses Naturschutzprojekt zu ihrem – und packten ordentlich an. „Aktuell pflanzen wir hier Flatterulmen, die typisch für Hartholzauen sind“, erläuterte Marco Hasler vor Ort. Diese Baumart komme mit periodischen Überflutungen gut zurecht, sie sei außerdem weniger anfällig für den Ulmensplintkäfer, der bei anderen Ulmenarten zu massiven Schäden führen kann. Zuvor wurden außerdem Hainbuchen und eine größere Gruppe an Stieleichen gepflanzt. Über die jungen Pflanzen haben Hasler und Ortmeier Schutz- und Wuchshüllen gestülpt, die insbesondere vor Wildverbiss schützen sollen. Zudem entsteht ein Mikroklima um die Bäume herum, das ihr Wachstum fördert.
Die beiden Auszubildenden erläuterten außerdem, welche Pflanzen und Bäume sich bereits in dem Areal befinden und zur Entwicklung der Hartholzaue beitragen: Sie haben Sträucher auf den Stock gesetzt, so dass diese neu austreiben, und Hainbuchen sowie Eschen stehen gelassen. Die Pflanzung von Eschen, eine für Hartholzauen ebenfalls typische Baumart, war nicht notwendig gewesen, denn Eschen verjüngen sich sehr gut natürlich. Das hat den Vorteil, dass diese gut an den Standort angepasst sind.
„Hartholzauen sind nur noch selten zu finden. An dieser Stelle eine solche Aue zu schaffen, ist für uns Förster eine sehr schöne Aufgabe zu Förderung des Naturschutzes und der Artenvielfalt“, ergänzte ihr Ausbilder Homuth. Die Aue werde vielen Pflanzen- und Tierarten ein neues Zuhause geben, vor allem aber auch die Menschen erfreuen, ist er sich sicher. Geld verdienen werde der Landesverband Lippe mit diesem Wald nicht: „Das ist eine reine Naturschutzmaßnahme. Um so mehr freue ich mich, dass Marco Hasler und Robert Ortmeier dies zu ihrer Aufgabe gemacht haben und in mühevoller, tagelanger Arbeit die Basis für die Hartholzaue gelegt haben“, lobte Homuth seine Auszubildenden. Die Arbeiten werden in den nächsten Tagen abgeschlossen. Dann ist es an den jungen Bäumen, kräftig und schnell zu wachsen – „damit wir bald den Charakter einer Hartholzaue erleben können“.
Landesverband Lippe

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