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Allerdings bringt der Hütti-Trail vollkommen andere naturschutzfachliche Voraussetzungen mit, die keineswegs mit denen in Großhansdorf zu vergleichen wären.

Landesforsten sperren illegalen Mountainbike-Trail

Die die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten (SHLF) haben aus Waldschutz- und Verkehrssicherungsgründen aktuell einen illegal errichteten Mountainbike-Trail auf einer fünfeinhalb Hektar großen Waldfläche in der Gemeinde Großhansdorf gesperrt.

„Durch die unerlaubte Mountainbike-Nutzung wird einer der wenigen alten Waldstandorte in Schleswig-Holstein durch massive Wurzelverletzungen, illegale Fällungen und intensive Erosion im Bestand gefährdet und würde verloren gehen“, erklärt Andreas Körber, Revierleiter der Försterei Lütjensee, die in enger Abstimmung mit allen zuständigen Behörden und der Gemeinde Großhansdorf resultierende Notwendigkeit einer Sperrung. Gleichwohl steht die Waldfläche, die sich zwischen dem Rauhe-Berge-Weg, dem Waldreiterweg und dem Wöhrendamm erstreckt, allen anderen Waldbesuchern weiterhin zu Erholungszwecken zur Verfügung und kann entsprechend umfangreich genutzt werden.

Der illegal errichtete Mountainbike-Trail verstößt gleich gegen mehrere Gesetze und Verordnungen des Landesnaturschutzgesetzes und des Landeswaldgesetzes, sodass die SHLF sich nach enger Abstimmung mit der Unteren Forstbehörde des Landesamts für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein, der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Stormarn und mit der Gemeinde Großhansdorf dazu verpflichtet sieht, zwingend mit einer Sperrung zu reagieren. „Darüber hinaus entsteht durch die nicht genehmigte Nutzung der Waldfläche als Mountainbike-Trail auch noch eine akute Gefährdungsgrundlage gegenüber anderen Waldnutzern und Erholungssuchenden, die wir als Eigentümer im Sinne der Verkehrssicherung zu beenden verpflichtet sind“, erklärt Julia Paravicini, stellvertretende Direktorin und Abteilungsleiterin Finanzen und Liegenschaften der SHLF, abschließend die Maßnahme.

Es gibt Möglichkeiten der einvernehmlichen Nutzung des Waldes zur Erholung

Dass sich Mountainbike-Trails und Wald nicht unbedingt gegenseitig ausschließen müssen, und sich durchaus Möglichkeiten der einvernehmlichen Nutzung des Waldes zu Erholungszwecken zwischen den unterschiedlichsten Interessengruppen ergeben, lässt sich vorbildlich am Hütti-Trail demonstrieren, der in der Revierförsterei Brekendorf der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten von Mountainbikern genutzt wird, ohne dass es außerhalb des dortigen Trails zu Komplikationen mit anderen Waldbesuchern kommt.

„Allerdings bringt der Hütti-Trail vollkommen andere naturschutzfachliche Voraussetzungen mit, die keineswegs mit denen in Großhansdorf zu vergleichen wären“, erklärt Julia Paravicini die unterschiedlichen Ausgangssituationen, „so dass selbst bei einer Sicherstellung der Verkehrssicherung in Großhansdorf an diesem Waldort ein Mountainbike-Trail schon per Gesetzeslage nicht möglich ist“.

Die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten (SHLF) betreuen 50.000 ha der 173.412 ha großen Waldfläche Schleswig-Holsteins. Die SHLF bewirtschaften die ihnen anvertrauten Wälder als nach FSC und PEFC zertifizierter Betrieb nachhaltig und naturnah nach strengen ökologischen und sozialen Maßstäben. 32 Förstereien fungieren als Ansprechpartner vor Ort. Zu den SHLF gehören auch der ErlebnisWald Trappenkamp sowie die Jugendwaldheime in Süderlügum und Hartenholm.

Red./SHLF

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