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Landesforsten Schleswig-Holstein starten Herbstpflanzung

Landesforsten Schleswig-Holstein starten Herbstpflanzung

Ein Jahr ist es her, dass die beiden verheerenden Orkane „Christian“ und „Xaver“ vielerorts die Wälder Schleswig-Holsteins verwüsteten. In dem von den Orkanen sehr stark betroffenen Gebieten in Kropp bei Revierleiter Rainer Mertens begannen nun offiziell die Herbstpflanzungen.
Insgesamt waren den Orkanen in den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten (SHLF) im Norden und Westen circa 400.000 Fm Holz zum Opfer gefallen. Neben einzelnen umgeworfen Bäumen und Baumgruppen entstanden knapp 950 ha Kahlflächen, die nun wiederaufgeforstet werden. Weitere 250 ha werden jährlich von den Landesforsten Schleswig-Holstein regulär aufgeforstet.
Die Orkanereignisse stellten die Landesforsten vor große Herausforderungen hinsichtlich der Koordination der Mitarbeiter- und Maschineneinsätze sowie der räumlichen, finanziellen und zeitlichen Planung. Regionale Dienstleister unterstützten die eigenen Mitarbeitern der Landesforsten. Alle Arbeiten in den Landeswäldern verliefen bis jetzt ohne schweren Unfall. Mittlerweile sind viele Forstreviere weitgehend aufgeräumt, durch die stärkere Beanspruchung bei den Aufräumarbeiten müssen vielerorts jedoch noch die Wege saniert werden.
Die Wiederaufforstungen sind in vollem Gange.
Tim Scherer, der Direktor der Landesforsten gab nun den Startschuss für die Pflanzung von gut 450.000 Pflanzen in diesem Herbst. Insgesamt werden die Landesforsten in diesem Jahr 1,2 Mio. Jungbäume pflanzen. Für die deutlich über das Normalmaß hinausgehenden Pflanzenzahlen schlossen die Landesforsten frühzeitig Verträge mit Baumschulen, um sicher zu stellen, dass ausreichend Jungbäume der passenden Herkunft verfügbar sind.
Die SHLF sehen hier eine große Chance für die Wälder Schleswig-Holsteins. „Wo einst reine und labile Nadelholzwälder standen können nun junge Eichen, Buchen und Tannen für einen stabilen und ökologischen Mischwald gepflanzt werden, der den Klimaextremen besser standhalten kann“, erklärte Tim Scherer. Dabei setzen die Landesforsten auf verschiedene sogenannte Walderneuerungsverfahren, wie die Pflanzung oder die Saat. Auf diese Weise können sie den nicht eingeplanten Mehraufwand besser auffangen und Arbeitskapazitäten optimal nutzen.
Förster Rainer Mertens zeigte Vorort das Pflanzen von Containerpflanzen. Um das Wachstum der jungen Bäume im Waldboden nicht zu gefährden, müssen viele Flächen eingezäunt werden. Wildtiere wie Rehe bevorzugen die Knospen und Blätter als Nahrungsquelle und verhindern dadurch das Wachstum der Pflanzen.
Die Landesforsten sind gezwungen 2014/2015 für 1,2 Mio. € knapp 200 km Zaun zu bauen, um die Pflanzen vor dem Wildverbiss zu schützen. Die Aufräumarbeiten sollen spätestens bis Anfang 2015 abgeschlossen sein.
Durch die Orkane entstand für die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten (AöR) ein erheblicher Mehraufwand. Zur Katastrophenbewältigung haben die SHLF in den Jahren 2015/2016 einen zusätzlichen Finanzbedarf von circa 9 Mio. €.
Schleswig-Holsteinische Landesforsten (AöR)

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