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Das KWL-Team vor ihren neuen Holzerntemaschinen.

Landesforsten Rheinland-Pfalz ernten mit neuen Maschinen

Das Kompetenzzentrum Waldtechnik Landesforsten Rheinland-Pfalz (KWL) hat drei neue Maschinen zur Holzernte angeschafft. Mit den zwei Harvestern und dem Forwarder wird der staatliche Maschinenbetrieb deutlich modernisiert.

Die beiden Radharvester und der Forwarder aus dem Hause Komatsu speichern ihren Standort im Wald, die Karten mit der aufgezeichneten Fahrstrecke, die Mengen und Sorten des aufgearbeiteten Holzes sowie die Polterplätze, wo das geerntete Holz liegt. Dann schicken die Maschinen alles an eine Internet-Plattform. Der Vorteil davon ist, dass die KWL-Mitarbeiter, die Infos über die Holzernte brauchen, müssen nicht mehr ihre Kollegen im Wald anrufen müsen. Sie können sich statt dessen auf der Plattform einloggen. So sehen sie in Echtzeit vom Büro aus, was im Wald geschieht.

Auch für die Fahrer der neuen Maschinen ist das praktisch. Die Maschinenführer, die alle im Schichtbetrieb arbeiten, müssen sich gegenseitig nicht mehr ihre Fahrwege, die Holzlagerplätze sowie den Standort der Maschine mitteilen. Dazu genügt ein Blick aufs Handy. Denn damit sind die Maschinen über das Internet vernetzt.

„Die vorherigen Erntegeräte haben die Daten zwar auch schon gespeichert, aber man konnte sie nicht vom einen Gerät auf das andere übertragen“, erklärt Emrich. Dazu mussten die Kollegen alles aufschreiben und im Büro in den Computer eingeben. „Für unsere Kunden müssen wir ja genau wissen: Wie viel Fm Holz können wir anbieten? Von welcher Baumart? Und in welcher Qualität – also zum Beispiel, ob das Sägeholz für den Baumarkt, Furnierholz für die Möbelherstellung oder eher Holz für die Papierindustrie ist“, erklärt der Forstwirt.

Diese Daten überträgt der Computer des Harvesters nun einfach an den PC, der im Büro in der Zentrale in Hermeskeil steht. „Früher musste man das alles abtippen“, so Emrich. „Und wir können jetzt exakt planen, wie viel Holz wir beim Rücken auf den Tragschlepper laden. Der Hänger ist immer optimal ausgelastet. Das bloße Auge kann nie so genau abschätzen, ob die gesamte Ladung auf einmal abgeholt werden kann.“

Die neuen Geräte können aber noch viel mehr. Sie kommunizieren auch untereinander. So teilt etwa der Harvester dem Forwarder mit, wo er entlang gefahren ist. Der Fahrer des Forwarders kann dann exakt die gleiche Fahrlinie benutzen und vermeidet dadurch unnötige Leerfahrten. Außerdem wird der Waldboden geschont.

Michael Schimper, Leiter des KWL sagt: „Mit der Ersatzbeschaffung der drei Maschinen hat Landesforsten Rheinland-Pfalz rund 1,3 Mio. € am Standort Hermeskeil investiert und damit den staatlichen Maschinenbetrieb deutlich modernisiert. Die Vorteile in der Bodenschonung sowie der Informationsbereitstellung kommen auch den Einsatzforstämtern Idarwald, Hochwald und Saarburg sowie dem Nationalparkamt zugute, für die das KWL arbeitet.“

Hintergrund

Das Kompetenzzentrum Waldtechnik Landesforsten (KWL) führt Waldumbau-Maßnahmen im Nationalpark Hunsrück-Hochwald und Holzernte im Staatswald der umliegenden Forstämter durch. Dabei werden waldschonende Holzernteverfahren und Holzlogistik-Konzepte für alle Forstämter in Rheinland-Pfalz entwickelt. Zudem bildet das KWL als Partner des Forstlichen Bildungszentrums in Hachenburg Forstpersonal weiter. Das KWL ist außerdem für die landesweite Qualitätssicherung beim Einsatz von Forstunternehmern in den Forstämtern zuständig. Insgesamt beschäftigt das KWL 35 Mitarbeiter, davon 31 am Standort Hermeskeil. Zur Ausstattung gehören unter anderem zwei Harvester, drei Rückezüge, zwei Vorrückeraupen, zwei Forstspezialschlepper und ein landwirtschaftlicher Schlepper.

Landesforsten Rheinland-Pfalz

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