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Landesbetrieb ForstBW definiert konkrete Nachhaltigkeitsziele

Landesbetrieb ForstBW definiert konkrete Nachhaltigkeitsziele

„Moderne Waldwirtschaft und umfassende Nachhaltigkeit werden im Staatswald Baden-Württemberg erfolgreich umgesetzt. Die ökologischen, sozialen und ökonomischen Aspekte der Nachhaltigkeit werden durch ForstBW bei der Bewirtschaftung vorbildlich berücksichtigt“, sagten der baden-württembergische Ministerpräsident Stefan Mappus und der Minister für Ländlichen Raum, Ernährung und Verbraucherschutz, Rudolf Köberle, am 13. September bei einer Exkursion mit dem Ministerrat in den Schönbuch nach Herrenberg (Landkreis Böblingen) und Tübingen. Im Rahmen dieser Kabinettsexkursion wurde dem Ministerrat an drei verschiedenen Waldbeständen das Konzept des strategischen Nachhaltigkeitsmanagements für den Staatswald in Baden-Württemberg vorgestellt.
Der zu Jahresbeginn gegründete Landesbetrieb ForstBW hat in einem umfassenden Prozess unter Beteiligung vieler Partner ein abgestimmtes Kennzahlensystem für Nachhaltigkeitsziele erarbeitet. „Damit erhalten wir verlässliche Kenngrößen und klare Zielvorgaben. ForstBW setzt sich damit ehrgeizige Ziele und wird seiner Vorbildfunktion gerecht“, betonte Forstminister Köberle. Mit dem Strategischen Nachhaltigkeitsmanagement werde die gleichrangige nachhaltige Entwicklung in ökologischer, ökonomischer und sozialer Hinsicht im Staatswald konkretisiert. Am Montagabend werde sich der Ministerrat in seiner Sitzung mit dem Konzept befassen, so Köberle weiter.
„Mit der Gründung von ForstBW bekennen wir uns zu einer nachhaltigen, multifunktionalen und naturnahen Waldwirtschaft. Die nachhaltige Bewirtschaftung des Staatswaldes ist Kernaufgabe des Landesbetriebs. Dies bekräftigen wir mit dem Strategischen Nachhaltigkeitsmanagement. Damit dokumentieren wir auch unsere moderne und zukunftsweisende Waldbewirtschaftung“, ergänzte Köberle. Im Rahmen einer Exkursion wurde dies an drei Standorten zu jeder Dimension der Nachhaltigkeit ─ der ökologischen, ökonomischen und sozialen ─ durch Mitarbeiter von ForstBW verdeutlicht.
Dimension Soziales
„Jeden Tag suchen zwei Millionen Bürgerinnen und Bürger in Baden-Württemberg den Wald zur Erholung auf. Auch für die Kommunen hat die Erholungs- und Sozialfunktion des Waldes eine zentrale Bedeutung. Dies ist ein wichtiger weicher Standortfaktor. Zudem steigert die Erholung im Wald das Wohlbefinden und die Gesundheit“, sagte der Leiter der Geschäftsführung von ForstBW, Max Reger, im Stadtwald Herrenberg. Veranschaulicht wurde dies an-hand des modernen Waldseilgartens und dem traditionellen Waldspielplatz. Neben der Erholungsnutzung wurden für den Staatswald auch Ziele zur Arbeitssicherheit, Mitarbeiterzufriedenheit sowie für den Bereich der Umweltbildung definiert.
Dimension Ökonomie
„Die Forst- und Holzwirtschaft ist einer unserer wichtigsten Wirtschaftszweige. In 29.000 Betrieben erwirtschaften 200.000 Mitarbeiter einen Umsatz von 31 Milliarden Euro. Dies belegt eindrücklich die Bedeutung des Clusters Forst und Holz in Baden-Württemberg. Hierzu leistet ForstBW als zentraler Marktpartner und Rohstofflieferant einen wichtigen Beitrag. Holz ist unser wichtigster nachwachsender Rohstoff“, führte Köberle an der zweiten Station aus. Hier wurden moderne Holzerntesysteme präsentiert und die Bedeutung der Holzeinnahmen verdeutlicht. Über 90 Prozent der Einnahmen von ForstBW stammten aus dem Holzverkauf, so Köberle. Dabei würden auch die Wechselwirkungen unterschiedlicher Zieldimensionen deutlich. Gerade die stoffliche und energetische Holznutzung sei ein wichtiger Beitrag für den Klimaschutz. Sie sei damit auch unverzichtbar, um dem Klimawandel, der auch die ökologische Leistungsfähigkeit des Waldes bedrohe, entgegenzuwirken.
Dimension Ökologie
„Totes Holz steckt voller Leben. Mit dem Alt- und Totholzkonzept haben wir ein zukunftsweisendes und innovatives Konzept für naturschutzrelevante Flächen im Staatswald entwickelt“, erläuterte Minister Köberle am dritten Exkursions-punkt. Gerade für die Erhaltung der biologischen Vielfalt seien geeignete Lebensräume wichtig. Dies würde im aktuellen Konzept berücksichtigt. Bis zum Jahr 2020 sei geplant, auf rund 24.500 Hektar Habitatflächen ohne Bewirtschaftung einzurichten. „Auf rund sieben Prozent der Staatswaldfläche kann sich die Natur ohne Störung entwickeln“, ergänzte der Minister. Weitere Ziele im Bereich der Ökologie beschäftigen sich mit der nachhaltigen Holznutzung, dem Umbau des Waldes vor dem Hintergrund des Klimawandels oder dem Bodenschutz.
MLR

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