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Land&Forst Betriebe Österreich: Holzpreise als Erfolgsmotor

Land&Forst Betriebe Österreich: Holzpreise als Erfolgsmotor

Forstbetriebe in Österreich können sich über Gewinne aus der Waldbewirtschaftung 2010 freuen. „Nach zwei Verlustjahren konnte im Jahr 2010 ein Gewinn von 12,- bis 13,- €/Fm und somit das beste Betriebsergebnis seit vielen Jahren erzielt werden. Dies ergibt unser Forstbericht an das Lebensministerium“, so der Präsident der Land&Forst Betriebe Österreich, Felix Montecuccoli, am 2. Februar bei einem Pressegespräch in Wien. „Wir blicken voller Zuversicht ins Jahr 2011“, so Montecuccoli, der die heimische Familienforstwirtschaft als „weltmeisterlich“ bezeichnete. Nirgends sonst gelinge es diesem Sektor, derartig viele Leistungen des Waldes unter einen Hut zu bringen. Insgesamt habe die Forstwirtschaft in Österreich 2010 einen Umsatz von 1,55 Mrd. € erwirtschaftet.
Die deutliche Verbesserung der nominalen Holzpreise war der Motor für die erfreuliche Entwicklung der Waldwirtschaft. Die durchschnittlichen Preise für Nadelsägerundholz lagen 2010 bei rund 85 €/Fm. Im Jahr 2009 mussten sich die Forstbetriebe noch mit 72 €/Fm zufriedengeben. Auch beim Industrie- und Energieholz waren Preiserhöhungen von 31,- auf 34,- € im Jahr 2010 möglich. Doch auch die inflationsbereinigten Preise beginnen nun langsam zu steigen, während 2010 noch zur Überwindung des Markteinbruchs gedient habe, so Montecuccoli.
Einen Trend nach oben zeigen auch die Holzerntekosten je Festmeter. Die Ursachen liegen laut Montecuccoli in der vermehrten Nutzung im schwierigen Gelände und nicht in fehlenden Rationalisierungen. Die Bearbeitung dieser steilen und schwierigen Gebiete konnten sich die Forstbetriebe mit den Holzpreisen aus den Vorjahren nicht leisten. Jetzt kann auch in diesen Wäldern die Verjüngung eingeleitet werden.

Der gesamte österreichische Holzeinschlag lag im Jahr 2010 bei rund 19,5 Mio. Fm. Somit konnte gegenüber dem Jahr 2009 die Holzernte um rund 2,8 Mio. Fm gesteigert werden. Davon wurden 10,4 Mio. Fm von Kleinwaldbesitzern und 9,1 Mio. Fm von den Forstbetrieben und den Österreichischen Bundesforsten eingeschlagen. Damit wurde die Basis zur Versorgung der Industrie gesichert.

Die Schnittholzproduktion der Sägeindustrie konnte auf 9,3 Mio. m3 angehoben werden. Die Exporte von Schnittholz wurden auf 6,2 Mio. m3 gesteigert, was eine Verbesserung um rund 5 % gegenüber 2009 bedeutet. Der Abstand zum Top-Exportjahr 2007 (7,6 Mio. m3) wurde damit deutlich verringert.

Montecuccoli: Nach den vergangenen harten Jahren herrscht in der Forstwirtschaft erstmals wieder richtige Aufbruchstimmung. Das hat nicht nur mit den aktuellen Holzpreisen zu tun, sondern wir spüren auch zunehmend, dass uns die Gesellschaft für die erbrachten Leistungen entsprechende Wertschätzung entgegenbringt. Laut der jüngsten Österreichischen Waldinventur hat der Holzvorrat mit einem Gesamtvolumen von 1,14 Mrd. Fm einen historischen Höchststand erreicht. Damit zeigt sich, dass die Waldeigentümer nach wie vor nicht das gesamte Zuwachspotenzial ausschöpfen, sondern erst rund 85 %, und somit mehr als nachhaltig wirtschaften, obwohl die Holzerntemengen in den letzten Jahren wesentlich gesteigert werden konnten.
 

LFBÖ

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