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Rundholzfrächter, LWF, Studie

Lage der Rundholzfrächter in Bayern

Über die Lage der Rundholzfrächter in Bayern war bislang wenig bekannt. Deswegen führte die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten das Projekt »Marktstudie Rundholzlogistik« durch (Gößwein et al. 2019).

Dazu hat man Rundholzfrächter mit Bezug auf 2017 schriftlich befragt und eine Erhebung bei den KfZ-Zulassungsstellen durchgeführt. Ergänzend gab es Experteninterviews mit am Logistikprozess beteiligten Akteuren.

1.000 Lkw in Bayern

In Bayern gibt es laut der Studie 278 Rundholzfrächter, die mit rund 1.000 Lkw Rundholz transportieren. Im Rundholztransport sind etwa 1.100 Menschen beschäftigt. 66 % sind kleine Unternehmen, 19 % mittelgroß, die restlichen 15 % groß mit mehr als acht Lkw.

Die von den Unternehmen im Jahr 2017 transportierte Rundholzmenge wurde auf 16,1 Mio. Fm hochgerechnet, davon rund 14,3 Mio. Fm aus Bayern. Diese Menge liegt deutlich über der 2017 in Bayern eingeschlagenen Holzmenge von rund 11,1 Millionen Festmeter Stamm- und Industrieholz.

Wo der Schuh drückt

Nach den drängendsten Problemen gefragt, gaben die Frächter an den ersten beiden Stellen zu hohe Kosten und zu niedrige Frachtpreise an. An dritter Stelle folgten die Gewichtsproblematik und danach ein Mangel an Fachkräften.

Was sind nun die Haupthinderungsgründe, gute Fahrer zu finden? Die Ansprüche an das fahrerische Können sind wegen Wetter und Forststraßen hoch. Außerdem müssen die Fahrer im Rundholztransport einen Kran bedienen können. Hinzu kommt eine sehr hohe Arbeitszeit.

Attraktivität steigern

Nach den Monatsverdiensten der Rundholz- LKW-Fahrer zu urteilen, scheint dieser Beruf finanziell durchaus attraktiv zu sein. Dies wird allerdings durch extrem hohe Arbeitszeiten erkauft. Ein höherer Stundenlohn scheint den Unternehmen aufgrund der niedrigen Frachtpreise kaum leistbar. Gründe sind zu niedrige Frachtpreise und Probleme bei der Weitergabe von Kostensteigerungen. Weiteres Potenzial zur Erhöhung der Attraktivität des Berufs liegt darin, das Umfeld angenehmer zu gestalten. Dazu gehört der bessere Umgang mit den Fahrern oder auch die Gestaltung der Fahrerkabine.

Potenziale heben

Potenziale zum Finden von Fahrern sieht die Studie einerseits bei ausländischen Fahrern, andererseits bei Frauen, die es in der Rundholztransportbranche fast gar nicht gibt. Die Transportmenge könnte um 11 % steigen, wenn keine Wartezeiten bei den Werken auftreten würden. Die Nutzlast lässt sich durch Holztransporte ohne Kran erhöhen. Eine verbesserte digitale Kommunikation würde Suchfahrten im Wald vermeiden und die Tourenplanung erleichtern. Nicht zuletzt wird das Thema Rückfrachten und damit die Vermeidung von Leerfahrten behandelt, worin ebenfalls noch Potenzial steckt.

Engpässe

Engpässe treten im Nadelholz vor allem nach Kalamitäten, im Laubholz, bedingt durch die kurze Einschlagssaison, jedes Jahr auf. Hier helfen Ausnahmen von den Gewichtsbeschränkungen.

LWF/Red.

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