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Pellet-Feuerungen in Deutschland

Lage am Pellet-Markt 2017 und Prognose für 2018

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge blickt die deutsche Pellet-Branche auf das Jahr 2017 zurück. Laut Marktzahlen des Deutschen Energieholz- und Pellet-Verbandes e. V. (DEPV) wurden mit 2,25 Mio. Tonnen (t) Holzpellets im Vorjahr in Deutschland so viele Presslinge hergestellt wie noch nie. Die Ausbauzahlen bei Pellet-Kesseln und Pellet-Kaminöfen blieben aber leicht hinter den Erwartungen zurück.

Mit 32.300 neuen Pellet-Feuerungen in Deutschland wurde der prognostizierte Zubau knapp verfehlt. Zugebaut wurden 16.500 Pellet-Kaminöfen, 15.000 Pellet-Kessel und wasserführende Pellet-Öfen mit einer Leistung bis 50 kW sowie 800 Kessel/Pellet-KWK-Anlagen größer 50 kW. DEPV-Geschäftsführer Martin Bentele blickt dennoch optimistisch ins Pelletjahr 2018: „Die Pellet-Branche fordert von der neuen Bundesregierung jetzt endlich eine echte Energiewende am Wärmemarkt, für die wir mit unserem heimischen, klimafreundlichen Brennstoff sehr gut gerüstet sind.“

Markt für Pellet-Feuerungen in Deutschland

Der Zubau an Pellet-Feuerungen konnte zum Vorjahr (31.200 Stück) um 3,5 % auf 32.300 Stück gesteigert werden. Insbesondere im mittleren Anlagensegment bis 50 kW Leistung sieht Bentele noch großes Potenzial: „Die Austauschquote von alten, fossilen Heizungen ist trotz zaghafter Bemühungen der Politik mit Altanlagenlabel und EnEV-Austauschpflicht bei Eigentümerwechsel noch viel zu niedrig. Dass die neue Bundesregierung, wie im Koalitionsvertrag verabschiedet, keine CO2-Bepreisung anstrebt und stattdessen über das Jahr 2020 hinaus Steuergelder für neue fossile Heizungen ausgeben will, ist angesichts der Verfehlung der Klimaziele kontraproduktiv. Nur echte Erneuerbare Heizungstechnik kann so viel CO2 einsparen, wie nötig ist, um die Klimaerwärmung zu bremsen.“ Im Jahr 2017 wurden durch Pelletfeuerungen 3,19 Mio. Tonnen des Klimagases CO2 eingespart. Das ist ein Einspareffekt von 92,5 % gegenüber den Treibhausgasen, die die durch Pellets ersetzten fossilen Heizungen andernfalls ausgestoßen hätten.

Ende 2017 waren in Deutschland rd. 437.000 Pellet-Feuerungen im Einsatz. Für das Jahr 2018 geht der DEPV von einem Absatz von 33.900 Feuerungen (16.900 Kessel und 17.000 Pellet-Kaminöfen) aus. Damit würde der Gesamtbestand an Pellet-Feuerungen auf rd. 465.000 Anlagen anwachsen.

Pellet-Produktion und -Verbrauch in Deutschland

Mit 2,25 Mio. Tonnen Holzpellets wurde 2017 mehr als je zuvor von dem heimischen Brennstoff in Deutschland hergestellt. Im Vergleich zum Vorjahr (1,95 Mio. t) ist das eine Steigerung von 15,4 %. Der Verbrauch belief sich 2017 bundesweit auf 2,1 Mio. Tonnen. „Deutschland kann sich rein rechnerisch vollständig mit Pellets aus eigener Produktion versorgen“, erklärte DEPV-Geschäftsführer Martin Bentele. „Rohstoff gibt es dank des hohen Holzeinschnitts und dem damit verbundenen reichlichen Restholzanfall in deutschen Sägewerken mehr als genug.“ Pellets wurden im vergangenen Jahr zu 95 % aus Sägenebenprodukten hergestellt. Der Verband rechnet für 2018 mit einer weiter leicht zunehmenden Produktion auf 2,3 Mio. Tonnen. Deutschland ist europaweit der größte Pellet-Produzent und erzeugt annähernd 10 % der weltweit gepressten Holzpellets.

Fast die gesamte Produktionsmenge wird nach den strengen Vorgaben der ENplus-Zertifizierung hergestellt (98,5 %). 63 % der Pellets werden mittlerweile auch vom zertifizierten Brennstoffhandel an die Kunden ausgeliefert. „Mit ENplus für Hackschnitzel und Holzbriketts sind wir dabei, Qualitätsstandards auch bei anderen modernen Holz-Energieträgern zu etablieren. Nur mit hochwertigen und sauberen Brennstoffen, die effizient eingesetzt werden, kann die Wärmewende erfolgreich sein“, ergänzte Bentele.

Stabiler Pellet-Preis

Der Preis für Pellets war wie gewohnt auch im Jahr 2017 stabil und günstig. Im Jahresdurchschnitt zahlten Heizungsbetreiber für eine Tonne Pellets 239,83 €, was 4,80 ct/kWh entspricht. Das waren 3,9 % mehr als im Vorjahr, aber 0,7 % weniger als 2015. Heizöl war 2017 im Schnitt mit 5,71 ct/kWh 19 % teurer als die Holzpresslinge, Gas mit durchschnittlich 5,92 ct/kWh sogar 23,3 % teurer.

DEPI, DEPV
 

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