Holztransport

Ländliche Alternativen

Bearbeitet von Heinrich Höllerl

Nicht nur im PKW-Bereich, auchim Transportsektor sind vollelektrische Konzeptfahrzeuge derzeit schwer in Mode. Für den Holztransport können wir uns das bisher nur schwer vorstellen. Im ländlichen Raum würden sich ganz andere Alternativen anbieten:

Anfang Februar verkündete die Bundesregierung die Weiterführung und Ausweitung des nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP), das allein für den Nutzfahrzeugsektor Kaufzuschüsse von 900 mio. € vorsieht. Darüber hinaus sind Mautbefreiungen geplant. In puncto Energiedichte ist Wasserstoff ein hervorragender Treibstoff und es gibt auch durchaus ernstzunehmende Versuche, diesen für Lkw und sogar Landmaschinen direkt einsetzbar zu machen – ohne den Umweg über die Brennstoffzelle und den Elektromotor.

Bleibt die Frage, woher der Wasserstoff kommen soll?

Dazu hat das Fraunhofer-Institut ein interessantes Projekt ins Leben gerufen: Mit „HyPerFerment“ soll Wasserstoff direkt in der Biogasanlage mikrobiell erzeugt werden, quasi als Nebenprodukt. Der Wirkungsgrad dieser Methode zur Wasserstoffherstellung ist zwar geringer als bei anderen Verfahren. Das Ziel ist es jedoch, den Prozess zukünftig in bestehende Biogasanlagen zu integrieren und so deren Wirkungsgrad insgesamt zu verbessern.

Überhaupt scheint das Potenzial von Biogas für den Verkehrssektor noch lange nicht ausgereizt. Die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf konnte schon vor Jahren nachweisen, dass sich Biogas auch dezentral zu LNG verflüssigen ließe – ebenfalls ein interessanter Treibstoff für Lkw (siehe www.forstpraxis.de/lng-im-holztransport) Als „Abfallprodukt“ entsteht hier Trockeneis, das sich ebenfalls gut vermarkten lässt.

Viele Wege führen nach Rom

Unterdessen hat Daimler Trucks Mitte Februar angekündigt, keine LNG-Fahrzeuge auf den Markt bringen zu wollen. Der Vorstandsvorsitzende Martin Daum hält das für eine Verschwendung von Mitteln, die er lieber in die Entwicklung von Elektro- und Brennstoffzellenantriebe steckt. In diesem Bereich beschleunigt sich das Marktgeschehen zusehends: Der bekannte Tesla-Rivale Nikola hat ja im vergangenen Herbst eine Kooperation mit Iveco bekanntgegeben. Im Februar kam die Nachricht, dass der „Nikola Tre“ auf der Basis des Iveco S-Way ab 2021 in Ulm produziert werden soll. Mit Hyzon-Motors hat sich ein weiteres StartUp aus den USA zu Wort gemeldet, das noch in diesem Jahr in die Produktion von elektrischen Schwerlast-Lkw einsteigen will. Für die Langstrecke (>500 km Reichweite) sind jeweils neben den Akkupaketen Wasserstofftanks und eine Brennstoffzelle vorgesehen.

Foto: Hyzon
H. Höllerl