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Länder beim Konflikt zwischen Weidetierhaltung und Wolfsschutz nicht allein lassen!

„Pünktlich vor der Wahl in Niedersachsen entdeckt Bundesumweltministerin Barbara Hendricks die Dimension des Konflikts, den die zunehmende Ausbreitung der Wölfe in Deutschland für die Weidetierhaltung mit sich bringt. Ein Schelm, der angesichts des Zeitpunktes an Wahlkampf denkt“, das sagt Sachsens Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft Thomas Schmidt zu der gemeinsamen Erklärung der Bundesumweltministerin und des niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil, nach der unter bestimmten Bedingungen Wolfsrudel auch komplett entnommen werden können.

„Das ist nichts Neues!“, betonte Schmidt. „Ich erwarte, dass die Bundesregierung die Länder mit konkreten Schritten bei der Konfliktminimierung zwischen Weidetierhaltung und dem strengen Wolfschutz stärker unterstützt. Ministerin Hendricks muss ihre Aufgaben wahrnehmen.“

Dazu gehöre die enge Zusammenarbeit mit Polen, damit die grenzüberschreitende Mitteleuropäische Tieflandpopulation Maßstab für den Erhaltungszustand und damit für Regulierungsmaßnahmen wird.

Dazu gehöre die Beseitigung bürokratischer Hemmnisse bei der EU zum Fangen von Wölfen und bei der Förderung von Herdenschutzmaßnahmen sowie Entschädigung von Tierverlusten. Die Tierhalter müssen auch für dauerhaft erhöhte Aufwendungen unterstützt werden. Statt die Bundesmittel bei der Gemeinschaftaufgabe Agrarstruktur (GAK) im Haushaltentwurf des Bundes für das Jahr 2018 zu öffnen und entsprechend zu erhöhen, wurde der Ansatz aber gekürzt.

Dazu gehöre es, aufzuzeigen, wie unter den praktischen Bedingungen vor Ort rechtssicher und schnell im Einzelfall Entnahmen erfolgen können, insbesondere für die in der Erklärung des Bundesumweltministeriums und Niedersachsens genannte mögliche Entnahme von Rudeln. Die Akzeptanz dieser Bedingungen ist von der Bundesregierung bei der Europäischen Kommission sicherzustellen.

„Es geht um den Erhalt unserer Kulturlandschaft. Dafür ist Weidetierhaltung unverzichtbar – auch unter den Bedingungen des europäischen Artenschutzes für Großraubtiere“, so der Minister.

Staatsminister Schmidt hat die Umwelt- bzw. Landwirtschaftsminister von CDU und CSU nach Sachsen eingeladen, um sich gegenseitig über den Umgang mit dem Wolf zu informieren und über das weitere Vorgehen zu verständigen.

Auch die Agrarminister und -senatoren der Länder haben auf ihrer Herbstkonferenz in Lüneburg heute den Bund gebeten, im Rahmen länderübergreifender Bemühungen zu einem gemeinsamen Monitoring und Management der Mitteleuropäischen Tieflandpopulation zu kommen. Eine gemeinsame Bewertung der Population nach einheitlichen Kriterien sei für die realistische Einschätzung des Erhaltungszustandes unerlässlich.

SMUL

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