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Dauerhafter Erhalt der Befahrbarkeit von Rückegassen

Dauerhafter Erhalt der Befahrbarkeit von Rückegassen

Empfehlungen für Umgang, Pflege und Instandsetzung von Rückegassen bieten die Thementage „Bodenschonung beim Forstmaschineneinsatz in der Holzernte“ des Kuratoriums für Waldarbeit und Forsttechnik am 29. und 30. September 2010 in Dierdorf.

Für den dauerhaften Erhalt der forsttechnischen Befahrbarkeit und für die Reduzierung von Wurzelschäden ist ein müssen Rückegassen bei der Holzernte mit Reisig abdeckt werden.  Durch den Einsatz spezieller Softlaufwerken und Moorbändern erhöht sich beispielsweise die Aufstandsfläche der Maschinen gegenüber konventionellen Varianten. Im Vergleich zu einem Sechs-Rad-Forwarder ist durch den Einsatz eines leichten Forwarders mit acht Rädern und montierten Bändern der Kontaktflächendruck reduziert. An einem Exkursionspunkt de KWF-Thementage wird ein System vorgestellt, mit dem es möglich ist – unter Ausnutzung günstiger Witterungsperioden – auch auf stärker wasserbeeinflussten Standorten zu arbeiten. Es wird ein Verfahren gezeigt, bei dem die vom Harvester idealausgebildete Reisigarmierung der Rückegasse sowohl vom Raupenharvester selbst, als auch vom Forwarder genutzt werden kann. Die positiven Auswirkungen bzgl. Bodenschonung und Verminderung von Wurzelschäden greifen also sofort. Die Reisigarmierung der Rückegassen im Zusammenhang mit der beschriebenen Technik und Ausrüstung minimiert die Schäden an Boden und Wurzeln deutlich und erhält die forsttechnisch Befahrbarkeit des Feinerschließungssystems. Es verhindertaußerdem kostenintensive Instandsetzungen.

An einem weiteren Exkursionspunkt wird die Instandsetzung von Maschinenwegen praktisch vorgeführt. Der „Blade Runner“ ist ein  neuartiges Konzept. Durch ein innovatives „Sechswege-Schild“ werden die Vorteile eines leistungsstarken Raupenbaggers mit denen einer Planierraupe vereinigt. Der Raupenbagger basiert auf
einem Unterwagen der 20-Tonnenklasse mit einem Oberwagen der 14-Tonnenklasse. Seine Grab- und Hubkräfte sowie die Planierleistung sind sehr hoch. Dabei hat er ein vergleichsweise geringes Gewicht und eine kompakte Bauweise. Den „Altlasten“ ungeregelter Befahrung in Waldbeständen nimmt sich der Exkursionspunkt „Regeneration von Befahrungsschäden“ an. Die durch das Befahren verursachten Bodenverformungen haben sehr lange Regenerationszeiten (Jahrzehnte bis Jahrhunderte). Geschädigte Böden haben eine stark eingeschränkte Bodenbelüftung und Durchwurzelbarkeit. Es wird ein Verfahren vorgestellt mit dem die Bodenfunktionen beschleunigt wieder hergestellt werden können. So können z.B. Binsen durch das Luftleitgewebe in ihren Wurzeln in schlecht belüftete, verdichtete Bodenpartien einwachsen und dort die Bodenbelüftung verbessern. An einem natürlichen Binsenvorkommen und an angesätem Ackersenf wird die strukturbildende Wirkung dieser wurzelaktiven Pflanzenarten dargestellt und mittels technischer Messverfahren demonstriert.

An weiteren Exkursionspunkten werden Lösungs- und Verbesserungspotenziale aus organisatorischen sowiemaschinen- und verfahrenstechnischen Bereichen vorgestellt.Daneben wird auch die Prophylaxe und das Erfassen, Kennzeichnen und Dokumentieren von Rückegassen thematisiert. Es finden Diskussionsforen zu Schwerpunktthemen und Firmenpräsentationen statt.
KWF

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