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Gebrauchswertprüfung Forstkleidung

Wie wird man KWF-Profi?

Gebrauchswertprüfung Forstkleidung

Gebrauchswertprüfung Forstkleidung
Die leichte Sommerjacke „Technical Vent“ trägt sich fast wie ein Shirt Foto: Husqvarna

Das KWF hat im Februar drei neue Gebrauchswertzeichen „KWF-Profi“ vergeben. Bekommen haben diese der Arbeitsschutzanzug „Forest W-Air“ von Sip Protection (Sioen) und die Schnittschutzhose „Technical Robust“ sowie die Sommerjacke „Technical Vent“ von Husqvarna. Gleichzeitig wurde aber auch bekanntgegeben, dass fünf weitere Produkte die Prüfung nicht bestanden haben. Das lässt aufhorchen: Offenbar ist es also keine Selbstverständlichkeit, das Siegel mit der stilisierten Eichel zu bekommen. Wie läuft so eine Prüfung eigentlich ab?

Lars Nick, der Leiter des Fachressorts „Schutzausrüstung & Bekleidung“ im KWF, gab uns dazu folgende Informationen: „Wie der Name schon sagt, prüfen wir hier den Gebrauchswert der Produkte. Das findet im Prinzip nicht auf irgendeinem Prüfstand statt, sondern draußen in der Praxis. Grundlegende Sicherheitsfragen, wie beispielsweise das Erreichen der Schnittschutzklasse bei den Hosen, müssen vorher schon geklärt sein.

Gebrauchswertprüfung Forstkleidung
Die Passform der Technical Robust wird von Husqvarna als schmal angegeben Foto: Husqvarna

Wir haben verschiedene Anforderungskataloge für Waldarbeitsanzüge, Kopfschutzkombis, Stiefel oder Nässeschutz. Allen gemeinsam ist u. a. die Forderung nach einer ordentlichen Produktbezeichnung und Größenklassifizierung, damit der Kunde auch weiß, was er kauft. Tatsächlich haben wir manchmal an dieser Stelle schon Probleme. Bei den Jacken und Hosen geht es heute um eine praxisgerechte Taschenausstattung und vor allem um die Passform und den Tragekomfort. Letzteres lässt sich nicht wirklich am Prüfstand feststellen. Deswegen haben wir einen Pool an Testpersonen, allesamt professionelle Forstarbeiter. Um einen möglichst repräsentativen Querschnitt abzubilden, wird jedes Produkt zwölf Mal ausgegeben, jeweils eines pro Bundesland – von den Alpen bis an die Nordsee. Das Ziel ist, dass jeder Tester mindestens 100 Tage mit dem jeweiligen Produkt arbeitet. Dabei lassen sich durchaus auch schon erste Aussagen zur Langzeithaltbarkeit treffen. Natürlich bleiben solche Tests immer ein wenig subjektiv, deswegen vergeben wir auch keine Noten oder stellen direkte Vergleiche an.“

Was Sie vielleicht noch nicht wussten: Zu jeder KWF-Prüfung wird auch ein Bericht veröffentlicht, in dem sehr wohl beschrieben steht, worin die Stärken und Schwächen der einzelnen Produkte liegen. Hier haben wir mal die aktuellen verlinkt:

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Sip-Protection Forest W-Air: Drei verschiedene Beinlängen sind bei Schnittschutzhosen sehr erwünscht Foto: Sip-Protection

 

H. Höllerl

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