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Kunststoffbänder von Felasto Pur

Kunststoffbänder von Felasto Pur

Eine Alternative für Moorbogiebänder aus Stahl bietet Firma Felasto Pur aus Beverstedt mit ihren Felastec-Raupenbändern an.

Die Firma Felasto Pur stellt Polster und Spezialraupenketten aus Kunststoff für Maschinen und Fahrzeuge mit Raupenfahrwerken her. Ein Abnehmer in der Forstbranche ist zum Beispiel die Firma Neuson Ecotec. Viele Produkte des Herstellers basieren auf dem Kunststoff Felastec. Dieser Kunststoff auf Polyurethanbasis besitzt eine hohe Abriebfestigkeit, ist schnitt- und reißfest und verfügt in Verbindung mit einem Federkern aus Glasfaser über eine Kälteflexibilität bis -35 °C. Auf der KWF-Tagung 2008 in Schmallenberg stellte das Unternehmen erstmals auch ein Bogieband für Forstmaschinen aus diesem Material vor. Wie alle Bogiebänder verringert es den Bodendruck im Vergleich zum Radantrieb deutlich, weil die breiten Segmente die Auflagefläche der Maschine vergrößern. Sie wiegen aber mit knapp 500 kg pro Achse nur die Hälfte von Stahl-Bogiebändern. Das spart im Betrieb nicht nur Kraftstoff, sondern verbessert im Vergleich zu Stahlbändern auch die Nutzlast der Maschine. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Felastec-Raupenbänder Waldwege und Straßen nicht beschädigen. Sie müssen für Umsetzfahrten also nicht demontiert werden, sondern können dauerhaft auf der Maschine bleiben. Auch das spart Zeit und Kosten.

Mit ihrem Profil ermöglichen die Felastec-Bänder auf weichen, nachgiebigen Böden eine ausreichende Traktion. Wie Geschäftsführer Lutz Hildebrandt mitteilt, ist auch „die Steigfähigkeit am Hang besser als gedacht“. Die hohen Seitenflanken gewährleisten einen sicheren Sitz. Noppen auf der Innenseite der Segmente verzahnen sich mit dem Reifenprofil und sollen ein Durchdrehen der Räder im Raupenband weitgehend verhindern; Felastec-Bänder müssen daher anders als Stahl-Bogiebänder nicht vorgespannt werden.

Felasto Pur bietet die Bänder in Breiten von 400 bis 800 mm an. Sie sind mit Profil 65 mm hoch; die Bodenplatten sind mit Ketten verbunden, sodass auch einzelne beschädigte Segmente gewechselt werden können. Vier Felastec-Raupenbander können in weniger als einer Stunde montiert werden. Das funktioniert wie bei Stahlbändern, allerdings sind keine speziellen Spannwerkzeuge nötig, ein handelsüblicher Spanngurt reicht aus.
Der einzige Wermutstropfen ist bisher der Preis, der um etwa 50 % über dem von Moorbogiebändern aus Stahl liegt und auch etwas über dem Preis der Street-Rubbersbänder. Die höhere Nutzlast, der geringere Dieselverbrauch und die Möglichkeit, auf eigener Achse umzusetzen, können den Mehrpreis aber wieder wettmachen.

Nach Firmeninformationen arbeiten in Deutschland aktuell 15 Forwarder mit den Felastec-Raupenbändern, zum Teil schon bis zu 3000 Maschinenarbeitsstunden lang. Der erste Kunde war die Firma „Der Waldläufer“ aus Oderin in Brandenburg. Geschäftsführer Michael Mätzold berichtet, dass sein Unternehmen bundesweit Holzernteaufträge in Erlenbeständen annimmt und 2007 über eine Internetrecherche auf die Firma Felasto Pur stieß. Bogiebänder aus Stahl hatten sich bei ihm nicht bewährt, weil sie zu unelastisch sind und auf Weichböden zu starke Bodenverwundungen verursachten. Er setzt die ­Felastec-Bänder ganzjährig auf einem Timberjack 810B ein und hat gute Erfahrungen mit ihnen gemacht. Trotz der Noppen ist der Reifenverschleiß aber nicht ganz zu vermeiden und die Kettenglieder, mit denen die Bodenplatten miteinander verbunden sind, können insbesondere bei Straßenfahrt auch schon einmal reißen.

Oliver Gabriel

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