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Wichtig ist, dass es sich um eine Kunstinstallation handelt und der arrangierte Wald nur einen von vielen mitteleuropäischen Mischwäldern darstellt.

Kunstinstallation „For Forest“ und der reale Wald

Mit der Kunstinstallation „For Forest“ im Fußballstadion Klagenfurt sei es gelungen, eine sehr kontroverse Diskussion zum Umgang des Menschen mit dem Wald zu entfachen. Diese Diskussion sei auch notwendig, denn der Wald ist massiv vom Klimawandel betroffen, er ist aber auch Teil der Lösung.

Das stellen die Präsidenten Johann Mößler, Landwirtschaftskammer Kärnten, und Franz Titschenbacher, Vorsitzender des Ausschusses für Forstwirtschaft der LK Österreich, anlässlich des Abschlusses der Ausstellung fest.

Insgesamt 299 Bäume wurden nach Plänen des Landschaftsgestalters Enzo Enea zu einem mitteleuropäischen Mischwald arrangiert. Rund um diese Hauptattraktion wurde das Thema Wald und Holz auch im Rahmen zahlreicher Begleitveranstaltungen wie Lesungen und Informationen für Schulklassen aufgegriffen.

Der reale Wald in Österreich bietet eine viel größere Vielfalt

„Wichtig ist, dass es sich um eine Kunstinstallation handelt und der arrangierte Wald nur einen von vielen mitteleuropäischen Mischwäldern darstellt. Demgegenüber bietet der reale Wald in Österreich eine viel größere Vielfalt, auch in Hinblick auf seine vielen positiven, ökosozialen Wirkungen wie Schutz vor Naturgefahren und Erholung“, hält Mößler fest.

Zum Wohle der gesamten Gesellschaft

Der Klimawandel bedeutet für unsere Wälder aufgrund von Hitzewellen und ausgeprägten Dürreperioden eine massive Verschlechterung der Lebensbedingungen. Die Folgen dieser Klimaverschlechterung führen zu einem noch nie da gewesenen Anfall an Schadholz durch Borkenkäfer, Stürme und Schneebruch. Daher müssen die Waldbesitzer in ihrem Bemühen, für die nächsten Generationen klimafitte Wälder zu schaffen, unterstützt werden. Denn der Wald soll auch in Zukunft all seine Wirkungen voll erfüllen können. Daher braucht es ein Maßnahmenbündel, das vor allem auch der Gesellschaft, zugutekommt:

  • Holzbauoffensive durch einen CO₂-Bonus, weil durch den Ersatz CO₂-intensiver Materialien ein weit größerer Klimaschutzeffekt erzielt wird als durch die bloße CO₂-Speicherung im Wald.
  • Forcierung der Bioökonomie durch eine aktive Standortpolitik, z.B. durch Steuererleichterungen.
  • Öffnung eines EU-Solidaritätsfonds zur Abschwächung der Klimawandel-Folgeschäden in der Forstwirtschaft, um ausreichend Mittel für die Aufforstung und Pflege der zukünftigen Wälder sicherstellen zu können.
  • Eine steuerliche Entlastung der vom Klimawandel so schwer betroffenen Betriebe; weil diese nicht die Bürde der negativen Auswirkungen alleine tragen können.
  • Ein Sonderforschungsprogramm zur „Klimawandelanpassung in der Land- und Forstwirtschaft“, um in absehbarer Zeit den betroffenen Waldbesitzern klare Antworten geben zu können.

„Wenn wir hier im Sinne einer gelebten Solidarität die Zukunft gestalten können ist dies zum Wohle aller“, meint Titschenbacher abschließend.

Landwirtschaftskammer Österreich

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