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Künftige Schwerpunkte der Jagdpolitik in Thüringen

Künftige Schwerpunkte der Jagdpolitik in Thüringen

Thüringens Umweltminister Jürgen Reinholz und der Präsident des Landesjagdverbandes Thüringen e. V., Herr Steffen Liebig, haben am 18. Februar eine Erklärung über die weitere Zusammenarbeit bei jagdpolitischen Themen in Thüringen unterzeichnet. Auf Grundlage der Vereinbarung sollen vier Arbeitsgruppen zu jagdpolitischen Fragen gebildet werden. Beide Seiten erwarten, dass sich weitere Verbände und Institutionen im Sinne der Partizipation daran beteiligen. Dabei geht es um Interessenwahrnehmung für die Eigentümer, um der naturnahen Waldentwicklung in Thüringen noch besser als bisher zu entsprechen und wichtige Rahmenbedingungen für den ökologischen Waldumbau zu schaffen.
Minister Reinholz betont die Einheit jagdlicher und forstlicher Nachhaltigkeitskriterien. „Ein wichtiges Ziel ist es, die regional in unterschiedlicher Höhe auftretenden Wildschäden im Wald auf ein verträgliches Maß abzusenken“, sagte der Minister. Voraussetzungen dafür seien angepasste Wildbestände. Die Unterzeichner der Gemeinsamen Erklärung sprechen sich im Hinblick auf die Arbeitsgruppen für die Beteiligung des Thüringer Verbandes der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbezirksinhaber e. V. (TVJE), des Waldbesitzerverbandes für Thüringen e. V. (WBV), des Gemeinde- und Städtebundes Thüringen (GStBTh), des Thüringer Bauernverbandes e. V. (TBV) sowie von Vertretern der Landesanstalten für Landwirtschaft und für Wald, Jagd und Fischerei aus.
Unter anderem wird mit der Vereinbarung angestrebt, die Thüringer Jäger- und Falknerprüfungsordnung einschließlich des dazugehörigen Ausbildungsrahmenplanes im Sinne der Förderung des Jägernachwuchses zu überarbeiten. Diese soll den jagdpraktischen Erfordernissen besser als bisher gerecht werden. Minister Reinholz und Präsident Liebig sprechen sich zudem für die flächendeckende Präsenz von Hochwild- und Niederwildhegegemeinschaften aus. Diese jagdlichen Organisationsformen können entscheidend zur Deregulierung und zur Vereinfachung bei der Jagdausübung beitragen. Beide Seiten appellieren gemeinsam an die Dialogbereitschaft der beteiligten Akteure und deren Willen zur Konsensfindung, wenn unterschiedliche Auffassungen zu Tage treten.
Minister Reinholz zeigt sich erfreut über die Bereitschaft des Landesjagdverbandes, sich aktiv in den Dialogprozess zum Thüringer Forstprogramm und die Erarbeitung der Thüringer Strategie zur Erhaltung der biologischen Vielfalt einzubringen.
Informationen zum Jagdwesen in Thüringen
 
Von den ca. 2,3 Millionen Einwohnern Thüringens haben ca. 10.500 Personen einen gültigen Jagdschein und bejagen 1,43 Millionen Hektar Jagdfläche. Davon entfallen ca. 880.000 Hektar auf landwirtschaftliche Nutzflächen und ca. 547.000 Hektar auf Wald. Die Jagdausübung erfolgt in 1.900 Jagdgenossenschaften und 600 Eigenjagdbezirken. Das Land übt das Jagdrecht in 28 Landesjagdbezirken mit ca. 190.000 Hektar aus. Die hoheitlichen Aufgaben werden von 23 unteren Jagdbehörden der Landkreise und kreisfreien Städte wahrgenommen. Von den 10.500 Jagdscheininhabern in Thüringen sind ca. 8.400 Mitglieder in den dem Landesjagdverband Thüringen e. V. angeschlossenen Mitgliedsvereinen. Von Thüringens Jägern und deren Gästen wurden im Jagdjahr 2009/2010 u.a. erlegt:
  • 4.500 Stück Rotwild,
  • 1.030 Stück Damwild,
  • 1.333 Stück, Muffelwild,
  • 20.276 Stück Schwarzwild,
  • 35.300 Stück Rehwild und
  • 24.314 Stück Füchse
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