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ThüringenForst: Kredite für den Waldkauf

Der Landtag Thüringen hat am 8. Mai in erster Lesung über ein Maßnahmengesetz zur Corona-Pandemie beraten. Der Gesetzentwurf, den die Koalition aus Linke, SPD und Grünen eingebracht hat, hat auch einen forstlichen Aspekt. Die Regierung will dafür sorgen, dass ThüringenForst bis Ende 2020 Kredite für den Kauf von Waldflächen aufnehmen kann.

Als Begründung heißt es: „Die Corona-Pandemie hat in Thüringen zu ganz erheblichen Einschränkungen des Holzmarktes geführt. Es ist verstärkt mit Waldverkäufen zu rechnen. Um zu verhindern, dass die Waldflächen als reines Spekulationsobjekt gehandelt werden und eine ordnungsgemäße Bewirtschaftung der Flächen nicht mehr erfolgt, soll ein Ankauf von Waldflächen durch die Landesforstanstalt ermöglicht werden.“

Was sagt der Waldbesitzerverband?

Der Waldbesitzerverband Thüringen spricht sich gegen die Gesetzesänderung aus. Geschäftsführer Wolfgang Heyn stört sich vor allem an der Begründung. Erstens seien reine Spekulationskäufe in Thüringen ohnehin eine große Ausnahme. Zweitens könne die Regierung den privaten Waldbesitzern mit anderen Maßnahmen viel besser helfen.

Das Land könne zum Beispiel aktiv Schadholz kaufen, um den Markt zu entlasten. Es könne den privaten Waldbesitzern dieses und nächstes Jahr auch mit einer Prämie in Höhe von 150 €/ ha unter die Arme greifen. Beide Hilfen trügen dazu bei, dass sie die Käferholzaufarbeitung aus eigener Kraft stemmen könnten. Sollte das nicht reichen, könne die Regierung ThüringenForst nicht zuletzt finanziell so ausstatten, dass die Landesanstalt Ersatzmaßnahmen im Privatwald vornehmen könne. Auf diese Weise wären keine Waldverkäufe zu befürchten und ThüringenForst müsste keine Kredite aufnehmen.

Oliver Gabriel

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