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Krane

Krane, Krane, Krane

Ein eigener Bereich für „Load & Transport“ stellte eine Neuerung der diesjährigen Elmia Wood dar. Auch wenn viele Aussteller
aus dieser Sparte früher schon dabei waren, kann man doch von einer Bereicherung der Messe sprechen. Prompt ließen sich gerade
bei den Ladekranen jede Menge Neuentwicklungen und Wiederentdeckungen finden.

Der Name Robinson und das dazugehörige Hirsch-Logo war im Holztransport auf dem europäischen Festland wohl bis dato noch kaum jemand bekannt. Das könnte sich aber rapide ändern, zumindest wenn es nach dem Chef Scott Robinson geht. Die Firma stellt auf der grünen Insel Irland überhaupt erst seit 2004 Kurzholz-Anhänger her. Im Jahr 2012 wurde der erste Hänger nach Großbritannien exportiert und heute habe man dort schon einen Marktanteil von 60 %, berichtet er. Ein weiterer wichtiger Markt sei Russland, in Deutschland wolle man aber auch Fuß fassen. Der ausgestellte Sattelauflieger bringt mit Kran 8 500 kg auf die Waage. Auch der Kran stammt aus eigener Produktion, wobei diese jedoch gerade erst anläuft. L-Krane zwischen 9 und 13,5 mt sind schon im Portfolio, die Z-Krane mit 9, 10 und 12 mt sollen bis Ende des Jahres folgen. Bei der Entwicklung arbeite man mit Ingenieuren aus Schweden zusammen. Anhand des äußeren Erscheinungsbildes konnte man keine konstruktiven Besonderheiten erkennen, außer dass Hochsitz und Steuerung eher einfach gehalten sind. In jedem Fall darf es als muthaft gelten, heute noch als Newcomer im Kranbau gegen die etablierte europäische Konkurrenz anzutreten.

Epsilon

Palfinger Epsilon hatte ja schon im Vorfeld der Elmia kräftig getrommelt, was die Prototypen der neuen Kranserien S (Offroad) und Q (Onroad) anging. Insbesondere die gewaltigen Gewichtseinsparungen von 8 % oder sogar 10 % müssen ja irgendwo herkommen. Epsilon-Chef Stefan Oberleitner beschreibt die Entwicklung so: „Zuerst standen bei den Holzladekranen Kraft und Stabilität im Vordergrund. Dann kam die Geschwindigkeit dazu. Zuletzt haben wir uns auf die Bedienbarkeit und den Fahrerkomfort fokussiert. Aber die Zeiten der Überladung sind endgültig vorbei – damit zählt jetzt jedes Kilo. Also haben wir uns hingesetzt und uns wieder um den Stahlbau gekümmert.“ Die erreichten Fortschritte sind tatsächlich keine Hexerei, sondern v. a. saubere Ingenieursarbeit. Basis der Verbesserungen ist ein höherwertiges Material. Damit konnte man schon mal die Einspannlängen verringern, d. h. wie weit sich die Rohre noch überlappen müssen, wenn das Teleskop voll ausgefahren ist. Durch das simple Verlegen der Verbindungslaschen zwischen Haupt- und Wipparm sowie eine geänderte Schlauchführung konnte man im Wipparm zusätzlich wertvolle Zentimeter Platz gewinnen für längere Ausschubrohre. Das läppert sich zusammen auf einen Reichweitengewinn von 60 cm beim S-Forwarderkran mit Doppeltele oder sogar 1,40 m bei den Q-Kranen für Lkw. Das alles wohlgemerkt ohne größere Außenproportionen! Oder anders herum ausgedrückt: Wenn ich keine 11 m Reichweite bei meinem Z-Kran brauche, kann ich künftig vielleicht sogar auf den zweiten Ausschub verzichten und damit für meine Bedürfnisse sogar noch mehr Krangewicht einsparen.

Eine (zumindest temporäre) Rückbesinnung gab es bei den Prototypen auch: Sie verzichten auf das Ölbad der Kransäule und vertrauen wieder auf eine Fettschmierung, weil die Abdichtung nach wie vor nicht in allen Fällen störungsfrei gegeben war.

Cranab

Cranab hatten als Wiedereinsteiger bei den Lkw-Kranen bisher nur einen ziemlich langen Doppeltele im Angebot, der hierzulande nicht so viele Interessenten findet. Auf der Messe zeigte man jetzt zumindest ein Vorserienmodell eines Einfach-Ausschubes. Auch hier finden sich ein paar interessante Besonderheiten: Der Querschnitt des Wipparms ist sehr schlank, obwohl im Gegensatz zu anderen Herstellern die Ölversorgung des Greifers hier mit ½-Zoll-Schläuchen anstatt ? Zoll sichergestellt wird. Zum Teil liegt das auch daran, dass es sich hier nicht wirklich um eine innenliegende Schlauchführung handelt. Vielmehr liegen die Rohre nur unter einer Metallabdeckung, aber außerhalb des Armes. Seit acht Monaten laufen die Tests, die Markteinführung soll nicht mehr lange dauern. Der Cranab TZ 12.1 wird eine Reichweite von 8,3 m haben.

Hiab Loglift

Die HiVision-Steuerung des Krans mit Hilfe einer Virtual-Reality-Brille aus dem Lkw-Führerhaus heraus war im vergangenen Jahr die Sensation der Branche schlechthin. Was viele zunächst für eine Spinnerei hielten, bekommt fast nur positive Rückmeldungen und hat sogar in Deutschland schon den Segen der Behörden und der Berufsgenossenschaft erhalten. Der erste Kamera-Kran ist bereits hochoffiziell auf deutschen Straßen unterwegs. Bevor Hiab sich an die weitere Erneuerung der eigentlichen Krankonstruktionen macht, wurde zuerst an diesem System weiter gefeilt. Die Bildqualität des Monitors in der Brille wurde deutlich verbessert und das ganze Konzept auf die Z-Krane adaptiert. Das bedeutet vor allem, dass der kleine Mast, auf dem die Kamera-Einheit sitzt, nicht nach oben geklappt, sondern ausgefahren wird. Angenehmer Nebeneffekt: In der Transportstellung befindet sich die Kamera so in einer schützenden Metallkiste und kann während der Fahrt kaum beschädigt werden. Als nächstes sollen auch Langholzkrane mit HiVision ausgerüstet werden. Kenner der Materie sehen darin nochmal eine ganz besondere Herausforderung, weil man hier eine wesentlich längere Perspektive korrekt abbilden muss, damit der Fahrer sich beim Laden nicht verschätzt.

Tajfun LIV

Die Slowenen brachten eine echte Neukonstruktion im Stahlbau mit nach Schweden. Vor ihnen hatte es noch kein Hersteller geschafft, am Z-Kran einen Kniehebel, oder auf Englisch „Power Link“, zwischen Haupt- und Wipparm zu realisieren. Schließlich muss sich letzterer beim Zusammenfalten nach oben überstrecken. L-Krane gelten daher im voll ausgelegten Zustand grundsätzlich als stärker. Mit viel List und Tücke, unter anderem einer unüblichen Positionierung der Hydraulikzylinder, kann der Prototyp des LIV 120 ZK jetzt mit einer solchen Kraftverstärkung aufwarten. Inwieweit diese Erfindung in der Praxis echte Vorteile bringt, werden wir beizeiten in Erfahrung bringen.

FTG V-Kran

Die nächste Konstruktion ist zwar nicht neu, aber im Holztransport bisher auch einzigartig: Schon 2005 experimentierte Karl Gustav Lindqvist bei V-Kran mit dem Parallelprinzip, das sonst nur bei Offroad-Kranen zum Einsatz kommt. Dessen Stärke ist vor allem eine unschlagbare Schnelligkeit beim horizontalen Ausfahren und Hereinholen. Das bewirkt die fehlende bzw. bewegliche Kransäule. Gleichzeitig erzielt man enorme Reichweiten: Der V 11 PZ, der am Messestand zu sehen war, kommt ganz ohne Ausschub schon auf 8,3 m, mit Single-Teleskop sind es stolze 10,30 m. Natürlich ist ein Hochsitz mit dieser Bauform nicht machbar – der würde sich ja ständig mitbewegen – eine Krankabine wird quasi Pflicht. Andererseits sehen wir den optimalen Einsatzbereich ohnehin weniger im Holztransport. Bei knappem Bauraum und langen Holzsortimenten ist die Gefahr doch gegeben, dass man den vorderen Hubzylinder beschädigt. Seine Schnelligkeit könnte der V-Kran aber beim Beschicken eines Hackers voll ausspielen, wo man meist einen separaten Bedienerstand hat. Hier kommt ihm eine weitere Besonderheit zugute: Obwohl zusammenlegbar, hat der PZ-Kran überhaupt keinen Durchhang.

CPS

Das gleiche Ziel – dass der Kran in Transportstellung möglichst wenig unter das Aufbau-Niveau durchhängt – verfolgt der italienische Hersteller CPS. Dafür haben die Konstrukteure bei ihren Langkranen dem Hauptarm noch mal einen eigenen, dritten Ausschub verpasst. Der ausgestellte FS 44 Z2P war zwar mit seinem Flap-Down-Abstützungen für den Aufbau an landwirtschaftlichem Gerät vorgesehen, aber das gibt es genauso für Lkw. Interessant könnten solche Konstruktionen auch bei Wechselaufbauten sein, wenn beispielsweise ein Brennholzproduzent seinen Kran auf einer Wechselpritsche mit dem Hakenlift aufnimmt, mit dem er auch Container für die Auslieferung transportiert. Im Vergleich zum vorgenannten Parallelkran erreicht diese Lösung eine größere Hakenhöhe.

Die spanischen Kollegen von Toimil aus Galizien hatten zwar kein neues Modell mit auf die Elmia gebracht, ließen aber durchblicken, dass sie zusammen mit Finnland an einer Kranspitzensteuerung arbeiten. Dass diese tolle Erfindung bisher noch keiner für den Holztransport umgesetzt hat, verwundert ohnehin ein wenig.

Kesla

Bei Kesla ist man der Ansicht, dass die elektrische Ansteuerung der Ventile über kurz oder lang die hydraulische Vorsteuerung der Krane ersetzen wird. Das macht auch Lösungen wie den ferngesteuerten Recycling-Kran ZT 17 leicht realisierbar. Dazu musste man allerdings auch eine elektronische Stabilitätskontrolle, genannt „pro stability“ implementieren.Das zweite neue Exponat im Kransegment von Kesla war ebenfalls ein 17-mt-Modell: Der 2117 L ergänzt die finnische Langkranreihe nach oben und könnte für Lademaschinen interessant sein.

Penz

Die Neuerungen am Penz 12 LF stachen nicht so fürchterlich ins Auge: Der L-Kran mit 12 mt Hubkraft ist von den Österreichern mit Blick auf den Hackereinsatz konzipiert. Die offene Bauweise der neuen Reihe ermöglicht, den Knickarm ein Stück überstehen zu lassen. So passen längere Ausschübe hinein und man kommt auf eine Gesamtreichweite von 10,30 m. Auch eine hydraulische Vorsteuerung ist bei Penz jetzt zu haben.

Heinrich Höllerl
Krane Bei den Z-Kranen wird die HiVision Kamera nicht hochgeklappt sondern ausgefahren. In Transportstellung verschwindet sie in einer massiven Schutzhülle Foto: H. Höllerl Der schlanke Wipparm mit Einfachteleskop von Cranab.  Die Verrohrung läuft unter einer Metallabdeckung unten Foto: H. Höllerl Kesla war mit zwei neuen 17-mt-Modellen vertreten Foto: H. Höllerl K.G. Lindqvist vor seiner Konstruktion dem V-Kran V 11 PZ Foto: H. Höllerl Robinson aus Irland baut alles selbst – neuerdings sogar die Kräne Foto: H. Höllerl Bei der Z2P-Ausführung der Ladekräne von CPS lässt sich sogar der Hauptarm teleskopieren Foto: H. Höllerl

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