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Kongress Holzindustrie Schweiz

Kongress Holzindustrie Schweiz

Der Präsident von Holzindustrie Schweiz, Thomas Lädrach, konnte am 12. Mai über 100 Mitglieder und Gäste zum Kongress in Thun begrüßen. Im Zentrum stand die ökologische Bewertung von Baustoffen und Bauten.

Experten und Investoren sind sich einig, dass die Holzbauweise höchste Punktzahlen erreicht. Damit wächst der Holzanteil im Wohn-, Büro- und Gewerbebau gerade auch im städtischen Raum, wo höchste ökologische Baustandards angestrebt werden. Die Schweizer Holzindustrie, so Thomas Lädrach, muss diese Chance nutzen – mit den passenden Produkten, zeit- und ortsnah hergestellt.
Dr. Frank Werner zeigte auf, dass konkurrierende Baustoff-Branchen dazu neigen, die Umweltbelastung ihres Materials jeweils so in Bezug zu setzen, dass es vorteilhaft erscheint. Deshalb sollten sich Bauherren nur an seriösen Vergleichen orientieren, welche auf anerkannten Datengrundlagen wie www.ecoinvent.org basieren. Die Berechnung von Umweltbelastungspunkten, Grauer Energie und Treibhausgas-Emissionen auf Bauteilebene bringen Werner zum Schluss: „Das Bauen mit Holz ist definitiv eine ökologische Wahl“.
Orientierung in der ökologischen Bewertung von Bauten bringt der Standard MINERGIE-ECO. Marc Grossmann, Experte für Bauökologie und Bauphysik in der Ingenieurunternehmung Amstein+Walthert, zeigte auf, wie wichtig auch die gesundheitlichen Kriterien für Innenräume, die Gebäudenutzung, die Witterungsbeständigkeit der Fassade und schliesslich die Rückbaufähigkeit sind. In all diesen Kriterien hat Holz gute Chancen, wenn es mit verträglichen Substanzen behandelt ist und aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt.
Zeitgemäße ökologische Überlegungen haben im 2016 fertiggestellten Neubauprojekt Freilager Zürich dazu geführt, dass unter anderem auch Holzbauten realisiert wurden, wie CEO Jean-Claude Maissen für die Bauherrschaft berichtete. Auf dem 70.500 Quadratmeter großen Areal wurde die 2000 WATT-Zielsetzung schon in der Projektentwicklung berücksichtigt und konsequent umgesetzt. Der Holzbau punktete im Vergleich zum Massivbau mit deutlich weniger Grauer Energie.
Steilvorlage für Schweizer Holz
HIS-Präsident Thomas Lädrach freut sich über die Holzbauperspektiven, die bis auf die Dämpfung im Berggebiet (Zweitwohnungsinitiative), weiterhin hervorragend sind. Die Branche kämpft aber weiter mit dem Währungsnachteil, der die Nachbarländer natürlich einlädt, vom Schweizer Holzbau-Boom zu profitieren.
Umso erfreulicher, dass die Schweizer Sägewerksproduktion nach einigen Jahren mit rückläufiger Tendenz seit 2014 stabil ist und die Marktanteile halten kann. Entscheidend dazu beigetragen hat die vermehrte Nachfrage nach Schweizer Holz.
Holzindustrie und Waldbesitzer investieren schon seit der Finanzkrise in das Herkunftszeichen Schweizer Holz, nun werden die Effekte mit der WOODVETIA-Kampagne verstärkt. Besser informiert über die Verfügbarkeit von Schweizer Holz und sensibilisiert für die ökologische Bewertung von Bauprodukten sollten immer mehr private und öffentliche Bauherren dieses Material bevorzugen.
HIS

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