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WWF zum Tag der Biologischen Vielfalt

Kommunalisierung hilft dem Erhalt der Wälder

Der diesjährige Klimagipfel der Vereinten Nationen zu Beginn des Monates Dezember im mexikanischen Cancún brachte erwartungsgemäß keinen Durchbruch zur Eindämmung der durch die Menschheit verursachten Erderwärmung. Ganz anders die äußerst erfolgversprechende Parallelveranstaltung zum Welt-Klimagipfel: The 4th Forest Day in Mexico. Auf Einladung der National Forest Commission Mexico trafen sich nahezu 1000 Teilnehmer, darunter 380 Delegierte der United Nations Framework Convention on Climate Change UNFCCC. Unter Federführung des Zentrums für Internationales Forstliches Versuchswesen (CIFOR) mit Sitz in Bogor, Indonesien, stand neben der Walderhaltung insbesondere das Waldmanagement der sogenannten Schwellenländer im Vordergrund.
Erstaunliche Ergebnisse
Das Gastgeberland Mexiko konnte diesbezüglich erstaunliche Ergebnisse ihrer eigenen Forstpolitik vorweisen. Kern der Sache ist dabei eine Dezentralisierung der Forstwirtschaft und Holzvermarktung unter gleichzeitiger Verbesserung der forstlichen Ausbildung im Hinblick auf eine nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder. An Stelle einer hoheitlichen Verwaltung auf Regierungsebene werden die Zuständigkeiten zunehmend auf kommunale Ebene verlagert.
Nach Angaben von Sergio Madrid des mexikanischen Rates für nachhaltige Forstwirtschaft, sind bereits zwischen 60 und 80 % der verbliebenen Wälder Mexikos, von den Mahagoni- forsten der Yucatan-Halbinsel bis zu den Kiefern-Eichen-Wäldern der westlichen Sierra Madre, in kommunaler Hand. Etwa 60 Betriebe wurden bereits vom Forest Stewardship Council (FSC) zertifiziert. „Es ist höchst erstaunlich, was in Mexiko vonstatten geht“, meint dazu David B. Bray, Kommunalwaldexperte der Internationalen Universität in Florida. Und David Kaimowitz, emeritierter Direktor der CIFOR ergänzt dazu: „Angesichts einer schwachen Gesetzgebung und der noch kraftloseren Durchsetzungsmöglichkeit zentraler Bestimmungen, kann in Schwellenländern illegaler Holzhandel und Brandrodung ohne eigenverantwortliche Selbstverwaltung auf lokaler Ebene nicht eingedämmt werden.“
Am Beispiel der Zapotec-Indianer im südmexikanischen Bundesstaat Oaxaca wird die Wirkung der kommunalen Forstpolitik deutlich. Bereits vor 30 Jahren erkämpften sich die Zapotec-Indianer den örtlichen Waldbesitz ihrer Gemeinde in Ixtlan und lösten mit einem Schlag die konzessionierte Waldexploitation der Zentralregierung ab. Nach kontinuierlichen Waldumbau und Schaffung einer eigenen Verarbeitungsindustrie mit 300 neu geschaffenen Arbeitsplätzen erwirtschaften sie heute auf etwas über 19 000 ha Holzbodenfläche $ 230 000 pro Jahr. „Jeder, der auch nur ansatzweise einen illegalen Holzeinschlag versucht, wird streng bestraft“, berichtet Pedro Vidal Garcia, langjähriger Forstbeamter der Gemeinde und heute im Dienste der Regenwald Allianz, „das Wirken der Gebietskörperschaften auf ihren Waldbesitz ist einflussreich und energisch!“
 

website 4th Forest Day in Mexico

 
Ferdinand Piel

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