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Die Vertreter des Kommunalwaldes schlagen Alarm: Ohne eine zusätzliche Soforthilfe „Waldrettung“ schaffen die Kommunen die Zukunftsaufgabe „Wiederbewaldung und Umbau zu klimarobusten Mischwäldern“ nicht mehr.

Kommunale Forstbetriebe NRW brauchen Soforthilfe zur Waldrettung

Nicht nur das dritte Dürrejahr in Folge, Borkenkäfer und Waldbrände, sondern auch die Corona-Krise hat den deutschen Wald in voller Härte erfasst. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund und der Gemeindewaldbesitzerverband Nordrhein-Westfalen fordern einen finanziellen Schutzschirm für die Rettung des Waldes im Klimawandel.

Der Wald wird gebeutelt vom mittlerweile dritten Dürrjehahr im Folge. Auch der Borkenkäfer, Waldbrände und die Corona-Pandemie setzen dem Wald zu. Mehr denn je ist die Forstbranche nun auf finanzielle Soforthilfe angewiesen. „Wenn der Wald der Zukunft anders aussehen soll als der Wald der Vergangenheit, dann müssen Bund und Länder dem Kommunalwald grundsätzlich unter die Arme greifen. Bäume sind für die Zukunft des Klimas entscheidend. Nichts ist gefährlicher, als wenn unsere Wälder diese Aufgaben zukünftig nicht mehr erfüllen können“, so Dr. Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, und Bürgermeister Bernhard Halbe (Schmallenberg), Vorsitzender des Gemeindewaldbesitzerverbandes Nordrhein-Westfalen.

Kommunalwaldvertreter schlagen Alarm

Die beiden Vertreter des Kommunalwaldes schlagen Alarm: Ohne eine zusätzliche Soforthilfe „Waldrettung“ schaffen die Kommunen die Zukunftsaufgabe „Wiederbewaldung und Umbau zu klimarobusten Mischwäldern“ nicht mehr. Verantwortlich sind nicht nur die gravierenden Einnahmeverluste aus dem Holzverkauf von Borkenkäfer befallenen Fichten. Durch die Corona-Krise brechen jetzt auch die Steuereinnahmen für die Kommunen weg, die in der Vergangenheit in der Not auch immer finanzieller Rückhalt für den Wald waren. Empfindliche Liquiditätsprobleme treffen daher nicht nur Privatwaldbesitzer, betont Halbe. Gerade auch viele ländliche Kommunen, für deren Haushalt die Einnahmen aus dem Wald von großem Gewicht waren, stehen heute handlungsunfähig dar. Landsberg warnt zudem davor, dass sich aus der Not heraus über kurz oder lang multinationale Konzerne in den deutschen Wald einkaufen könnten, um über diesen Zugriff die CO2-Bilanzen ihrer energieintensiven wirtschaftlichen Tätigkeiten auszugleichen. „Bürgerwald muss aber auch zukünftig Bürgerwald bleiben!“, so Landsberg. Anerkannter weise kommt dem Wald nicht nur in Deutschland eine Schlüsselfunktion für das Erreichen der Pariser Klimaschutzziele zu. Jeder Hektar Wald kann über die Photosynthese im Schnitt 13 Tonnen pro Jahr schädliches Kohlendioxid durch Bindung im nachwachsenden Rohstoff neutralisieren.

Wald erlebt Besucheransturm

„Gerade jetzt in Zeiten der Corona-Kontaktsperren erleben wir durch den Ansturm der Menschen in die Natur deren unschätzbare gesellschaftliche Bedeutung. Jeden Tag draußen im Wald sein zu können gibt vielen Menschen Bodenhaftung und Sicherheit“, berichtet nicht nur Bürgermeister Halbe von seinen Erfahrungen im Sauerland. „Deshalb muss jetzt alles getan werden, damit unsere Wälder auch in Zukunft diese Leistungen für die Bürgerinnen und Bürger, aber auch ihren Beitrag zum Klimaschutz noch erbringen können“, so Halbe.

Sofortprämie „Waldrettung“

Die Kommunen in NRW warten dringendst auf die Umsetzung der angekündigten klassischen forstlichen Fördermaßnahmen von Bund und Ländern zur Bewältigung der Krise. Darüber hinaus kommt der deutsche Kommunalwald ohne zusätzliche Unterstützung nicht mehr aus. Damit die kommunalen Forstbetriebe dem wirtschaftlichen Kollaps und am Ende einem gesellschaftlich nicht gewollten Waldausverkauf entgehen, bedarf es einer Sofortprämie „Waldrettung“. Bund, Länder und Kommunen sollen sich einigen, an welchen Parametern sich diese Hilfszahlungen orientieren sollen, wie zum Beispiel an der Menge des Schadholzanfalles, der wiederzubewaldenen Kalamitätsflächen, der klimagerecht umzubauenden Fläche an Nadelholzbeständen oder allgemein der Forstbetriebsgröße.

Rheinland-Pfalz macht es vor

Wegweisend auch für den Kommunalwald sehen Landsberg und Halbe die Entscheidung des rheinland-pfälzischen Landtages vom 27. März 2020, mit Blick auf die Auswirkungen der Großkalamität und der Corona-Pandemie die Zuschüsse für die Bewirtschaftung des Staatswaldes im Nachtragshaushalt 2020 um 44,4 Mio € aufzustocken. Damit werde jeder Hektar Staatswald in Rheinland-Pfalz über die bereits bestehenden Zuschüsse mit zusätzlich über 230 € unterstützt. Die kommunalen Forstbetriebe befinden sich bundesweit in einer gleichen Notlage und wirtschaftlichen Schwierigkeiten wie die staatlichen Forstbetriebe der Länder und brauchen ebenfalls jetzt breite, finanzielle Unterstützung.

 

Lesen Sie hier den ausführlichen Bericht des Kommunalwaldes NRW. 

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund in NRW hat ein Drohnen-Video veröffentlicht, welches das momentane Ausmaß der Waldkrise zeigt. Klicken Sie hier. 

 

Quelle: WBV NRW/ DStGB

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