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Der Seilwindenführer zieht die Bäume in Seillinien zur Gasse. Rückeraupen haben sich hier bestens bewährt

Die Wiederentdeckung des Vorrückens

Mit den wachsenden Rückegassen-Abständen ist das Vorrücken in den letzten Jahren wieder wichtiger geworden. Das Arbeitsverfahren der Wahl ist in schwächeren Beständen das kombinierte Seillinienverfahren. Das Forstliche Bildungszentrum in Königsbronn hat dafür zwei neue Schnitttechniken enentwickelt.

Rückegassenabstände von 20 m sind zumindest in den FSC-zertifizierten Wäldern passé. Bei Abständen von 40 m bleiben unweigerlich wieder Mittelblöcke stehen, in denen man die Bäume motormanuell fällen und vorrücken muss. Diese Arbeit erledigen heute vornehmlich  Forstunternehmer. Im Rahmen der Vor-Ort-Audits, so berichtet Werner Kieser vom Forstlichen Bildungszentrum Königsbronn (FBZ), haben FSC-Zertifizierer allerdings beanstandet, dass an den Wurzelstöcken der Mittelblöcke keine ordnungsgemäße Bruchleiste zu erkennen ist. Ihre Schlussfolgerung: Die Bäume wurden nicht sicherheitskonform gefällt.

Auftrag an das Forstliche Bildungszentrum 

Die Zentrale Holzbereitstellung (ZHB) des Landesbetriebs ForstBW beauftragte das FBZ daher, ein sicheres Arbeitsverfahren für das Vorrücken aus dem Mittelblock aufzustellen.  In ihm sollten auch die Forstunternehmer geschult werden können. „Unsere Aufgabe war es, einen Workshop abzuhalten und eine Pilotschulung zu entwickeln“, sagt Kieser.

Workshop erarbeitet Schulungskonzept

Der Workshop fand Anfang 2019 am FBZ statt. Er hat das klassische Kombinierte Seillinienverfahren nochmals gründlich definiert. Außerdem entwickelten die beteiligten Forstwirtschaftsmeister, Fachlehrer und Unternehmer zwei neue Schnitttechniken im stärkeren Holz ab 25 cm BHD. Schon in dieser Phase identifizierten die Workshop-Teilnehmer Vorrückeraupen als ideale Unterstützung.

Den Schulungsleitfaden hat das FBZ im Nachgang auch mit den Unfallversicherungsträgern in Bund und Land besprochen, die das auch für gut befanden. Seither bieten die baden-württembergischen Stützpunkte eine eintägige Schulung für Forstunternehmen mit eigenen Vorrücketrupps an.

Wie das Verfahren funktioniert, das lesen Sie in der Forst und Technik 5/2020.

 

Jens Eber

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