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Kleine Schlossbergfichte Foto: SDW Thüringen

Kolloquium zur Schlossbergfichte

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), Landesverband Thüringen e. V., präsentierte am 19. September in Oberhof gemeinsam mit ThüringenForst die Ergebnisse ihrer 2008 begonnenen Projektarbeit „Schlossbergfichte“. Die Oberhofer Schlossbergfichte ist eine standort- und klimaangepasste Fichten-Hochlagenherkunft, die u.a. aus forsthistorischen Gründen nur noch in wenigen Exemplaren natürlich vertreten ist. Nach Experten liegt die Westgrenze der natürlichen Fichtenverbreitung in Thüringen. Ihr Schutz und die Erhaltung ist erklärtes Ziel der Partner.Das Kolloquium stellte die wichtigsten Ergebnisse des Projektes vor, reflektierte diese Erkenntnisse vor dem Hintergrund aktueller Waldbauforschung in Deutschland und stellte biodiversitätsfördernde Strategien vor. Dazu konnten das Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz, der Firma ISOGEN am Institut für Forstpflanzenzüchtung der Universität Göttingen und weitere sich mit diesem Thema beschäftigende Referenten gewonnen werden.Die Schlossbergfichte ist eine genetische Rarität, die sich auf Grund ihrer evolutionären Entwicklung an die gegebenen Standortbedingungen anpassen konnte. Aus Sicht der Populationsgenetik erfordert das Überleben von Baumindividuen unter den verschiedensten Umweltbedingungen über Jahrhunderte ein immenses Anpassungspotential. Auf der Grundlage der vorliegenden Ergebnisse kann das Vorkommen der Schlossbergfichte als eine sehr wichtige Genressource betrachtet werden, die es gilt dauerhaft zu erhalten. Da aber bei dem vorhandenen Bestand, im Naturschutzgebiet, durch das hohe Alter die Fruktifikation nachlässt und eine Fremdbestäubung durch umliegende Tieflandfichten vermieden werden soll, wurde das Projekt „Erhalt der genetischen Standort-Rasse Schlossbergfichte“ ins Leben gerufen. Über Stecklingsvermehrung und Pfropfung werden Pflanzen gewonnen in denen die genetischen Eigenschaften erhalten bleiben. Weiterhin wurde im Jahr 2010, als Pilotprojekt, ein Vergleich zwischen genetischen Strukturen des Altfichtenvorkommens Schlossberg und jüngeren Fichtenvorkommen Thüringens durch Dr. Bernhard Hosius und Dr. Ludger Leinemann von der Firma ISOGEN Göttingen durchgeführt.2010 beging der SDW Landesverband Thüringen den Baumgedenktag am 25. April mit einer Pflanzung von 400 Schlossbergfichten auf einer Kyrill-Brachfläche im nördlich von Oberhof gelegenen Naturschutzgebiet „Schlossberg“ und der Einweihung von drei Informationstafeln an der Pflanzfläche.

SDW LV Thüringen
Kleine Schlossbergfichte Foto: SDW Thüringen Zum Abschluss des Kolloquiums pflanzten Ralf Brümmel

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