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10 % Stilllegung in FSC-zertifiziertem Staatswald

10 % Stilllegung in FSC-zertifiziertem Staatswald

Am 27. April veröffentlichte die kommende grün-rote Regierungskoalition in Baden-Württemberg ihren Koalitionsvertrag für die Periode bis 2016 unter dem Titel „Der Wechsel beginnt“. Er stellt einige Veränderungen in der Forstpolitik des Landes in Aussicht.

Der Vertrag fordert „eine verstärkte Honorierung der öffentlichen Leistungen, welche die Land- und Forstwirtschaft erbringt und die der Markt nicht entlohnt. Dazu gehören die Kulturlandschaftspflege, der Erhalt und die Verbesserung der Biodiversität, Gewässer- und Klimaschutz und Bewirtschaftungssicherung in benachteiligten Gebieten“, als konkreter Schritt dazu wird die Erhöhung der „EU-Finanzierungssätze in der 2. Säule“ genannt.
 
Waldwirtschaft
Der naturnahe Waldbau wirke sich „positiv für die Treibhausbilanz“ aus. Zur Erfüllung der multifunktionalen Aufgaben des Waldes will man „die staatliche Forstverwaltung (…) aufgabengerecht stärken“, der Wald soll „öffentliches Gut bleiben“. Den Staatswald, seit 2000 nach PEFC zertifiziert, „werden wir nach den FSC-Kriterien zertifizieren“. Beenden will die Regierung „die bisherige Behinderung von Windkraftanlagen im Staatswald (…), so dass auch dort geeignete Standorte ausgewiesen werden können.“
Wogegen die Holzindustrie sich seit langem wehrt, in Baden-Württemberg soll es wahr werden: „Wir werden gemäß der nationalen Biodiversitätsstrategie zehn Prozent der öffentlichen Wälder aus  der Nutzung nehmen“, der ebenfalls angekündigte Verzicht auf flächige Kahlhiebe ist dagegen seit langem weitgehend Konsens. Überprüfen will die neue Regierung auch die Landesbauordnung samt Durchführungsbestimmungen „hinsichtlich der Klima schonenden Verwendung von Holz“.
Eine Konkretisierung der wohlwollenden Überprüfung eines verstärkten Pferdeeinsatzes, die Kretschmann der Interressengemeinschaft Zugpferde (IGZ) im Januar schriftlich zugesagt haben soll, findet sich im Koalitionsvertrag noch nicht.
 
Energie und Jagd
Zwar soll die Nutzung erneuerbarer Energien – „speziell der Biomasse“ – voran getrieben werden, Kurzumtrieb ist jedoch nicht erwähnt. Für Grünland soll es ein Umbruchverbot geben, den Nawaro-Bonus für Mais im Erneuebare-Energien-Gesetz will Grün-Rot gekürzt sehen.
Jagd- und Fischereigesetz sollen überarbeitet und an wildökologische Anforderungen angepasst, die Wildfütterung abgeschafft und die Jagd in Schutzgebieten den Schutzzielen untergeordnet werden.
A. Jönsson

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