Naturschutz, Landschaftspflege

Klimaziele erreichen mithilfe von Mooren

Bearbeitet von Carolin Föste

Moore haben das Potenzial, viel Kohlenstoff zu speichern. Sie könnten damit dazu beisteuern, die Klimaziele zu erreichen. Könnten, denn bei der anhaltenden Trockenheit drohen Moore sich abzubauen und damit CO2 in die Atmosphäre zu emittieren. Bayern will dieses Problem anpacken, zeitgleich kündigt der Bund ein Aktionsprogramm an.

Ende August kündigte das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF) an, Moore in Bayerns Staatswälder über ein Moorwaldprogramm genauer zu untersuchen und schützende Maßnahmen einzuleiten. Wenige Tage später stellt auch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) ein Aktionsprogramm vor, dass die deutschen Ökosysteme stärken soll.

Bayern forciert Moorwaldpflege

Bayerns Forstministerin Michaela Kaniber beschreibt: „Unsere Moorwälder sind wie Perlen in die bayerische Landschaft eingebettet. Sie erfüllen unverzichtbare Funktionen für den Klima- und Artenschutz und können durch die Regulierung des Wasserhaushalts dazu beitragen, uns besser vor Hochwasser zu schützen.“

Dazu benötigen Moore jedoch Wasser, das in der Natur zunehmend knapp wird. Daher wolle man alte Entwässerungsgräben verschließen und den Wasserstand der Moore im Auge behalten. „Solche Maßnahmen beschleunigen die Regeneration der Moorwälder deutlich. Unser Ziel ist es, die Moorwälder auch in Zeiten des Klimawandels in all ihrer Schönheit, Vitalität und Vielseitigkeit zu erhalten“, sagt Kaniber. Dazu gehöre außerdem die Beratung von Waldbesitzenden, um den Zustand der Moore in Bayerns Wäldern umfassend zu verbessern.

Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz will Ökosysteme stärken

Steffi Lemke mit Aktionsplan im Moor
Steffi Lemke stellte am 31. August das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz vor.
Foto: S. Hilgers

Auch der Bund will den Moorschutz fördern. Hinter dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz verbirgt sich der Ansatz, Klima- und Naturschutz miteinander zu verbinden. Damit sollen die Naturräume Deutschlands gestärkt werden, sodass die Artenvielfalt geschützt und mehr Kohlenstoff gespeichert wird. „Hitze, Dürre, Waldbrände – auch dieser Sommer zeigt, dass die Klimakrise endgültig in Deutschland angekommen ist. Es ist höchste Zeit, darauf zu reagieren: Ich möchte die Natur stark machen, damit sie uns gegen die Klimakrise hilft. Wälder und Auen, Böden und Moore, Meere und Gewässer, naturnahe Grünflächen in der Stadt und auf dem Land: Sie alle können Kohlendioxid aus der Atmosphäre binden und langfristig speichern. Sie wirken zudem als Puffer gegen Klimafolgen, indem sie zum Beispiel Wasser in der Landschaft halten und bei Hitze für Abkühlung sorgen“, so Bundesumweltministerin Steffi Lemke.

Regionale Projekte sollen Moore wiedervernässen

Entwässerte Moore fördern die Klimakrise jedoch. 2020 haben allein Moorböden 7,5 % der deutschen Treibhausgasemissionen ausgemacht. Diese Prozesse wolle man umkehren und wieder kohlenstoffspeichernde Moore herstellen. „Wie gut das gelingen kann, zeigt die Wiedervernässung von Mooren, wie zum Beispiel die Möllmer Seewiesen in Brandenburg. In einem der trockensten Gebiete Deutschlands bietet dieses Projekt neuen Lebensraum für Pflanzen und Tiere und zudem Erholung für den Menschen. Intakte Ökosysteme sind natürliche Klimaschützer,“ so Lemke.

Über weitere Zielsetzungen des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz und inwiefern diese kritisch betrachtet werden, lesen Sie beim Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt.

Quellen: StMELF, BMUV