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Klimawandel: Weltklimarat legt Sonderbericht vor

Klimawandel: Weltklimarat legt Sonderbericht vor

Der Weltklimarat IPCC hat einen ausführlichen Sonderbericht zum Thema „Management des Risikos von Extremereignissen und Katastrophen zur Förderung der Anpassung an den Klimawandel“ veröffentlicht. Daran waren 220 Wissenschaftler aus aller Welt beteiligt.

Die Intensität und Häufigkeit von Extremwetterereignissen haben in den vergangenen Jahren zugenommen – dieser Trend wird sich in vielen Regionen der Erde sogar noch verstärken. Der 594-seitige Bericht des Weltklimarats (IPCC) geht allerdings deutlich über die neuesten naturwissenschaftlichen Erkenntnisse der Klima- und Wetterereignisse hinaus und thematisiert auch insbesondere soziale und ökonomische Faktoren der Katastrophen- und Risikobewältigung sowie der nachhaltigen Entwicklung. Mehr als 18.000 Review-Kommentare wurden in den verschiedenen Phasen des Berichts eingebracht und von den Autoren berücksichtigt. Der Spezialbericht bietet eine sehr fundierte Übersicht über den aktuellen Stand des Wissens und ist gleichzeitig ein Portal für zukünftige Forschung.

Wie wird aus einem Extremereignis eine Katastrophe?

Die Risiken und Auswirkungen sind nicht allein aus der Intensität oder Häufigkeit von extremen Wettern abzuleiten, sondern insbesondere von der Verwundbarkeit der Gesellschaft. Der Spezialbericht folgert aus den Klimadaten und -modellen, dass eine Zunahme von Hitzestress global und auch in Europa sehr wahrscheinlich ist. „Wir brauchen deshalb unter anderem geeignete Warnsysteme und Vorsorgestrategien“, so Dr.-Ing. Jörn Birkmann, Privatdozent am Geographischen Institut der Universität Bonn und Sektionsleiter an der UN-Universität Bonn. Zusammen mit Prof. Dr. Jürgen Pohl vom Geographischen Institut der Universität Bonn bearbeitete er als Leitautor das Kapitel „Determinanten des Risikos“. Im Kern gehe es um die Frage, wie verhindert werden kann, dass aus einem Extremereignis eine Katastrophe entsteht.

Wichtig für die Risikobewältigung und die Anpassung an die Folgen des Klimawandels auf lokaler Ebene seien soziale Lernprozesse sowie eine aktive Teilhabe der Betroffenen an den erforderlichen Entscheidungsprozessen. Auch der Schutz fragiler Ökosysteme in besonders kritischen Regionen sei von grundlegender Bedeutung.

Die Druckfassung des Sonderberichts kann über das IPCC-Sekretariat unter www.ipcc.ch bezogen werden. Eine englische Version steht im Internet unter www.ipcc-wg2.gov/SREX. Die offizielle Kurzversion ist in deutscher Sprache unter www.de-ipcc.de/_media/KernaussagenSREX.pdf erhältlich.
 

idw

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