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Klimawandel und Anpassung naturschutzfachlich wichtiger Tierarten

Klimawandel und Anpassung naturschutzfachlich wichtiger Tierarten

Eine vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) finanzierte Studie unter Leitung der Universität Greifswald (Arbeitsgruppe Prof. Dr. Gerald Kerth) nahm 50 ausgewählte naturschutzfachlich wichtige Tierarten in den Fokus, denen eine Gefährdung durch den Klimawandel attestiert wird.
Viele der untersuchten Arten reagieren sensibel auf die direkten und indirekten Folgen des Klimawandels. Ihre Fähigkeit zur Anpassung (Anpassungskapazität) ist oft eingeschränkt, so dass die meisten von ihnen ein sehr hohes Aussterbe-Risiko in Deutschland aufweisen. So bedrohen direkte Temperatureinflüsse besonders kaltwasserliebende Fisch- und Krebsarten wie Äsche und Edelkrebs. Die Austrocknung ihrer zumeist an feuchte Bedingungen gebundenen Lebensräume ist für fast alle untersuchten Arten ein Problem. Stellvertretend stehen hier Gelbbauchunke, Zwerglibelle und Schwarzer Grubenlaufkäfer.
Da sich viele Insektenarten von einer oder nur wenigen Pflanzenarten ernähren, leiden diese besonders unter den negativen Auswirkungen des Klimawandels auf die Raupenpflanzen. Betroffen sind vor allem Schmetterlinge wie der Blauschillernde Feuerfalter. Neben der eingeschränkten Anpassungsfähigkeit besitzen die meisten der untersuchten Arten auch nur eine geringe Ausbreitungsfähigkeit.
Besonders viele Hochrisiko-Arten leben in Mooren, Quellen, feuchtem Grünland und Fließgewässern. Viele sind zudem auf strukturreiche, alte Laubwälder mit einem hohen Anteil an Totholz angewiesen. Bei der Optimierung von Lebensräumen sind Maßnahmen besonders wichtig, die den Wasserhaushalt verbessern und den Strukturreichtum fördern.
Veröffentlicht wurde die Studie unter dem Titel „Anpassungskapazität naturschutzfachlich wichtiger Tierarten“ als Band 139 der BfN-Reihe „Naturschutz und Biologische Vielfalt“.
BfN

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