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Klimawandel: Mecklenburg-Vorpommern stellt Leitfaden für Waldbesitzer und Forstleute vor

Klimawandel: Mecklenburg-Vorpommern stellt Leitfaden für Waldbesitzer und Forstleute vor

Das Landwirtschafts- und Umweltministerium hat ein „Maßnahmenkonzept zur Anpassung der Wälder Mecklenburg-Vorpommerns an den Klimawandel“ erarbeitet und in Form einer Broschüre veröffentlich. Dieser wertvolle Leitfaden für Waldbesitzer und Forstleute sowie für alle am Wald Interessierten beschreibt die wichtigsten Anpassungsaktivitäten.

„Der von Experten prognostizierte Klimawandel wird sich vielfältig auf unsere Wälder auswirken, denn das Klima ist neben dem Boden der wichtigste natürliche Standortfaktor. Es ist bestimmend für das Vorkommen und Wachstum der Baumarten und beeinflusst in hohem Maße die Stabilität und Widerstandskraft der Bestände gegenüber Schadfaktoren. Daher stellt der Klimawandel für die Forstwirtschaft eine besondere Herausforderung dar“, so die Einschätzung von Umweltminister Dr. Till Backhaus am 23. Juni bei der Vorstellung der Studie.
Forstpolitisch steht weiterhin das Ziel im Mittelpunkt, die Funktionsfähigkeit der Wälder in ganzer Breite nachhaltig zu sichern. Dazu müssen die Waldbestände nicht nur an die aktuellen Standortgegebenheiten gut angepasst sein, sondern sie müssen wegen des sich offenkundig ändernden Klimas auch über eine möglichst große Anpassungsfähigkeit verfügen. Deshalb gilt es zunächst konsequent das Mischwaldprinzip umzusetzen, denn Mischwälder sind bekanntlich nicht nur widerstandsfähiger gegenüber Schädlingen, sondern sie verfügen auch über eine deutlich erhöhte Anpassungsfähigkeit gegenüber Umweltveränderungen. Empfehlenswert ist,  bei der Begründung der Mischwälder künftig vermehrt auch seltene sogenannte Nebenbaumarten, wie Spitz- und Feldahorn, Winter- und Sommerlinde, Hainbuche, Vogelkirsche, Esskastanie oder Elsbeere zu verwenden. Diese Arten können auch unter trockeneren Bedingungen gedeihen, was unter den Vorzeichen des Klimawandels  besondere Bedeutung erlangt.
Weiterhin ist der Umbau nicht standortgerechter Nadelbaumbestände forciert durchzuführen. In der Landesforst wird  konkret eine Erhöhung des Anteils der Laubbaumarten unter besonderer Berücksichtigung von Buche und Eiche um 20 % angestrebt.  Bereits heute werden im Land jedes Jahr ca. 1000 ha nicht standortgerechte Nadelbaumbestände in ökologisch stabile Mischwälder überführt. Selbst auf den ärmeren Böden, auf denen weiterhin die gegenüber Klimastress ziemlich robuste Kiefer wachsen soll, ist eine Anreicherung der Bestände mit Laubgehölzen anzustreben. Dazu wurde unter Mitwirkung der Landesforst ein Verfahren entwickelt, bei dem die Laubbaumsamen (insbesondere Bucheckern) in zuvor angelegte Frässtreifen gesät werden.
Als besonders wichtig für die Erhöhung der Anpassungsfähigkeit der Wälder an den Klimawandel wird ihre Verjüngung vermehrt über Naturansamung angesehen. Diese Form der Waldverjüngung trägt nicht nur zum Erhalt bewährter Baumrassen bei, sondern sichert darüber hinaus ein breites genetisches Potential in der Nachfolgegeneration. Genetische Vielfalt ist ein Schlüsselfaktor für die Anpassungsfähigkeit unserer Wälder.
„Wir haben es in der Forstwirtschaft mit außerordentlich langen  Produktionszeiträumen zu tun. Deshalb ist es wichtig, die notwendigen Maßnahmen möglichst frühzeitig zu ergreifen“, unterstreicht Minister Backhaus.
Der Leitfaden ist auf den Internetseiten des Landwirtschafts- und Umweltministeriums www.lu.mv-regierung.de  veröffentlicht.
Er kann zudem per Mail bestellt werden bei p.roehe@lu-mv.regierung.de
LU

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