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Bei der Waldverjüngung wird eine breites Spektrum an zukunftsfähigen Baumarten angestrebt.

Neue App zur Förderung zukunftsfähiger Baumarten

In der Schweiz wurde eine neue App für Forstleute entwickelt. Mit der sogenannten „Baumarten-App“ kann man sich an jedem Ort im Schweizer Wald ein Bild machen, welche Baumarten bei der Pflege junger Wälder schon heute gefördert werden sollten.

Im Forschungsprogramm „Wald und Klimawandel“ haben das Bundesamt für Umwelt (BAFU) und die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) im Hinblick auf die Auswirkungen und das Ausmaß des Klimawandels im Wald Grundlagen für die Waldbewirtschaftung erarbeitet. Bei dem Projekt, das von 2009 bis 2018 durchgeführt wurde, wurden Strategien, wie mit den Veränderungen umgegangen werden kann, sowie praxistaugliche Instrumente für die Waldfachleute in den Kantonen entwickelt.

Die aktuell keimenden Bäume dürften bereits im mittleren Alter in einem stark veränderten Klima wachsen. Darum ist es für Forstfachleute und Waldeigentümer wesentlich, zukunftsfähige Baumarten zu kennen. Unterstützt werden sie dabei von einer App, die an der Forstmesse Luzern als Prototyp vorgestellt wurde. Die Daten dieser App stützen sich auf die im Forschungsprogramm entwickelten standortkundlichen Grundlagen für die Waldbewirtschaftung im Klimawandel. Mit der Baumarten-App kann man sich an jedem Ort im Schweizer Wald ein Bild machen, welche Baumarten bei der Pflege junger Wälder schon heute gefördert werden sollten. Die Forstleute erhalten Tipps, welche Baumarten in den Jungwäldern begünstigt oder neu gepflanzt werden sollten.

Funktionen und Leistungen des Waldes auch in Zukunft erhalten

Das Klima verändert sich mit einer so großen Geschwindigkeit, dass mittel- bis langfristig wichtige Waldleistungen gefährdet sind. Waldbauliche Maßnahmen, welche die Anpassung des Waldes an wärmere Temperaturen unterstützen, können helfen, die Leistungen des Waldes langfristig zu erhalten. So sollen die Wälder weiterhin vor Naturgefahren schützen, Holz für Bau und Wärme liefern, Erholungsraum bieten und wichtiger Lebensraum für zahlreiche Pflanzen und Tieren sein.

Eine weitere Erkenntnis aus dem Forschungsprogramm ist, dass sich die Vegetationshöhenstufen gegen Ende des 21. Jahrhunderts, je nach Klimaentwicklung, um 500 bis 700 Höhenmeter nach oben verschieben werden. Praktisch bedeutet dies, dass sich große Flächen von heute natürlichen Nadel- oder Mischwäldern zu reinen Laubwäldern entwickeln könnten. Diese Erkenntnisse stehen nun den Forstleuten über die Baumarten-App zur Verfügung.

WSL Schweiz

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