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Klimawandel: Forst- und Holzwirtschaft sind systemrelevant

Die Bundespolitik muss jetzt handeln: für die Zukunft unserer Wälder, Waldbesitzenden und damit für die Zukunft der Gesellschaft.

Die Wälder in Deutschland leiden unter den Folgen des Klimawandels in einem extremen Ausmaß. Noch ist Deutschland zu 30 % bewaldet. Um den Wald in seinem Bestand zu erhalten sind Waldbesitzende aktuell und in Zukunft extrem gefordert. Absterbende Bäume werden gefällt und aus dem Wald abtransportiert. Vertrocknete Jungpflanzen müssen ersetzt und bis zu 110.000 ha Kahlflächen mit klimastabilen, naturnahen Mischbaumarten wieder neu bepflanzt werden.

Klimaschutzleistungen von Waldbewirtschaftung und Holzverwendung

Die Klimaschutzleistung unserer Wälder kann nur dann stattfinden, wenn diese Wälder auch weiterhin erhalten bleiben. „Deshalb ist es essentiell, dass Wälder einerseits bewirtschaftet und an den Klimawandel angepasst werden, andererseits das Holz mit dem darin gespeicherten CO₂ geerntet und zu Holzprodukten verarbeitet wird. In Deutschland sind bis zu 350 Mio. t Kohlenstoff in Holzprodukten gespeichert. Je länger die Produkte in Gebrauch sind, desto besser fürs Klima“, sagt Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates (DFWR). Wesentlich für die Einsparung von CO₂ ist aber auch der Ersatz fossiler Brennstoffe und Energieträger durch den nachwachsenden Rohstoff Holz.

„Damit leisten Forstwirtschaft und Holzverwendung einen Klimaschutzbeitrag von jährlich 14 % der CO₂-Emissionen Deutschlands“, betont der DFWR-Präsident. Dieser Klimaschutzbeitrag durch die Aufnahme von CO₂ in unseren Wäldern und Holzprodukten muss durch die Politik und Gesellschaft honoriert und in Wert gesetzt werden. „Die Anstrengungen und Leistungen der Waldbesitzenden sind durch eine zweckgebundene CO₂-Abgabe für den Wald anzuerkennen, die auf den Ausstoß klimaschädlicher Rohstoffe erhoben wird“, betont Schirmbeck.

Brisanz in deutschen Wäldern

Journalist Franz Alt brachte es in einer ARD-Sendung zu Auswirkungen zum Klimawandel auf den Punkt: „Klimaschutz kostet – aber kein Klimaschutz kostet die Zukunft.“ Schirmbeck: „Was wir im Moment erleben sind die Folgen einer Klimaschutzpolitik, die so nicht weiter gehen kann. Wir müssen als Gesellschaft dringend unsere CO₂-Emmissionen herunterfahren und gleichzeitig die Waldbewirtschaftung als wesentlichen Baustein der Lösung für unser Klimaproblem und CO₂-Aufnahme mit allen möglichen Mitteln unterstützen“, betont .

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner forderte mindestens 600 Mio. € aus dem Waldklimafonds der Bundesregierung für die Wiederaufforstung klimastabiler, naturnaher Mischwälder bereitzustellen. Damit sollen Waldbesitzende in Deutschland bei der Wiederaufforstung einer Gesamtschadfläche unterstützt werden, die der halben Landesfläche des Saarlandes entspricht. Diese Unterstützung ist dringend notwendig. Die zunehmende Dynamik der Klimawandelfolgen, die an der raschen Abfolge der Schadereignisse im Wald von Sturm, Dürre und Borkenkäfer vor allem 2018 und 2019 sichtbar ist, bringt Waldbesitzende zunehmend in finanzielle Schwierigkeiten. Einkünfte fehlen, weil das Schadholz in einem überlasteten Markt nicht mehr absetzbar ist.

Es hat sehr lange gedauert, bis die Brisanz in den deutschen Wäldern die Bundespolitik erreicht hat. Eine zweckgebundene CO₂-Abgabe könnte in einen Risikofonds für die Forstwirtschaft eingezahlt werden und dazu beitragen, dass Hilfe schneller im Wald ankommt und sich klimabedingte Schadereignisse für die Waldbesitzenden nicht existenzbedrohend aufschaukeln.

Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) ist die repräsentative Vertretung aller mit der Forstwirtschaft und dem Wald befassten Akteure in der Bundesrepublik Deutschland und setzt sich für die Interessen und Belange einer nachhaltigen Forstwirtschaft ein.

Red./DFWR

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