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Austrieb und Reaktion auf Trockenstress von Bestandesnachkommen der Douglasie (Pseudotsuga menziesii [Mirb.] Franco) aus Deutschland im Vergleich zu Provenienzen aus Nordamerika – Erste Ergebnisse

Quelle: Forstarchiv 83; 2, 75-84 (2012)
Autor(en): WOLF H

Kurzfassung: Der Douglasie (Pseudotsuga menziesii [Mirb.] Franco) wird im Zusammenhang mit der Anpassung der Forstwirtschaft an den Klimawandel eine zunehmende Bedeutung zugesprochen. Eine stärkere Berücksichtigung dieser Baumart setzt eine ausreichende Versorgung mit geeignetem Forstvermehrungsgut voraus. Dabei werden in Zukunft neben der Einfuhr von Originalprovenienzen weiterhin auch Douglasienbestände aus Deutschland eine Rolle spielen. Bei sich ändernden Klimabedingungen gewinnen Merkmale wie Austrieb und Trockenstresshärte neben anderen an Bedeutung. Zur Erfassung des Austriebsverhalten und der Reaktion auf Trockenstress von Douglasien-Bestandesnachkommen aus Deutschland im Vergleich zu Provenienzen aus Nordamerika konnte auf Versuchsmaterial des gemeinsamen Douglasien- Herkunftsversuches der Länderinstitutionen für Forstpflanzenzüchtung, der im Jahr 2006 begonnen wurde, zurückgegriffen werden. Im Frühjahr 2009 erfolgte im Rahmen eines Pilotvorhabens die Untersuchung der hydraulischen Leitfähigkeit und des relativen Leitfähigkeitsverlustes von 10 Herkünften an dreijährigen Pflanzen der Aussaat 2006. Das Austriebsverhalten von 48 Herkünften konnte im Frühjahr 2010 auf der Versuchsfläche Dresden-Klotzsche an vierjährigen Pflanzen ebenfalls der Aussaat 2006 beobachtet werden. Der Austrieb der untersuchten Herkünfte variierte sehr stark in Hinsicht auf Zeitpunkt und Verlauf. Die Spannweite der Ergebnisse wird dabei von den Original-Herkünften aus Nordamerika vorgegeben. Die Herkünfte aus Deutschland zeigten innerhalb dieses Rahmens ein sehr differenziertes Austriebsverhalten, das auch innerhalb der Herkunftsgebiete sehr unterschiedlich war. Die Untersuchungen zur Reaktion von Douglasien-Herkünften auf Trockenstress zeigten zum Teil erhebliche Unterschiede in den erfassten Merkmalen der Wasserleitfähigkeit. Aufgrund der sehr hohen Streuung der Werte innerhalb der Herkünfte konnten jedoch keine Signifikanzen festgestellt werden. Die vorgestellten Ergebnisse zeigen deutlich die auch zwischen Douglasien-Erntebeständen aus Deutschland vorhandene Variation der untersuchten Merkmale. Die vorgefundene Variation kann zum einem Ausdruck der besonderen Eignung des ursprünglich verwendeten Vermehrungsguts aus Nordamerika für den gegebenen Standort in Deutschland sein. Zum anderen können mehr oder weniger schnelle Anpassungsprozesse an die Standortbedingungen in Deutschland nach zwei- bis dreimaliger Generationenfolge nicht ausgeschlossen werden. Für die Anbausicherheit von Vermehrungsgut aus Douglasienbeständen in Deutschland unter sich ändernden Standortbedingungen sind vertiefende Untersuchungen zum Ursprung, zur Angepasstheit und Anpassungsfähigkeit an einer Vielzahl von Merkmalen erforderlich. Hierzu gehören, soweit noch nicht berücksichtigt, insbesondere auch genetische und biochemische Merkmale.


First results related to flushing and response to drought stress of Douglas fir (Pseudotsuga menziesii [Mirb.] Franco) progenies descending from Germany in comparison to provenances descending from North- America

Abstract: Douglas fir (Pseudotsuga menziesii [Mirb.] Franco) is considered as a species of increasing importance with regard to the adaptation of forestry to climate change. However, a greater consideration of this species requires the sufficient procurement of suitable forest reproductive material. Besides the import of provenances from North-America, the utilization of seed stands located in Germany will continue to play an important role in future. In climate change, traits like flushing and drought stress hardiness will get special importance among others. For the evaluation of the flushing and the response of Douglas fir progenies descending from seed stands in Germany in comparison to North-American provenances, material could be used from a joint Douglas fir provenance trial established in 2006. In spring 2009, the hydraulic conductivity and the relative loss of conductivity of 10 Douglas fir provenances was investigated to assess the drought stress hardiness using three years old plants sown 2006. The flushing of 48 Douglas fir provenances was observed using four years old plants on the trial plot Dresden-Klotzsche in spring 2010. The flushing of the provenances investigated varied significantly related to the date and course of flushing. The border lines of flushing were set by the provenances originating from North-America. Within these limits, the provenances descending from German seed stands flushed in a different manner, also within the different regions of provenance. The investigation on the drought hardiness of Douglas fir provenances resulted in partly big differences in the assessed traits of water conductivity. Due to the very big mean variation of the values within the provenances no significant differences could be observed. The results presented showed clearly the existing variation of the traits investigated also among Douglas fir seed stands from Germany. The variation observed could be an expression of the specific suitability of the originally used forest reproductive material from North-America for a given forest site in Germany. On the other hand, more or less rapid processes of adaptation to the site conditions in Germany can not be excluded following a two or three times change of generations. For the reliability of Douglas fir plantations established with forest reproductive material from Germany under changing site conditions further investigations are necessary on the origin, the adaptation and the adaptability using a variety of traits. This includes also genetic and biochemical traits if not already considered.

© DLV München

 

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