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Klimawaldflächen in Hessen angelegt

Klimawaldflächen in Hessen angelegt

Der Klimawald ist zusätzliche Waldfläche für Hessen und wird primär gepflanzt zur Reduktion des für das Klima schädlichen Kohlendioxids (CO2). Die zwei ersten Klimawaldflächen wurden auf dem landschaftlich reizvollen Eisenberg bei Oberaula in Nordhessen angelegt. Hier pflanzten am 3. November der Vorstandsvorsitzende der Sparda-Bank Hessen eG, Jürgen Weber und der stellvertretende Leiter des Landesbetriebs Hessen-Forst, Detlef Stys, den inzwischen zehntausendsten Baum. Das entspricht der Anzahl der Mitglieder, die die Genossenschaftsbank von Januar bis Oktober 2011 neu gewonnen hat. Ein zweiter Klimawald entstand im gleichen Forstamt in der Gemarkung Ellingshausen, ein Dritter im Forstamtsbezirk Burghaun. Weitere Flächen sind in Mittel- und Südhessen vorgesehen. Dadurch kann zukünftig mehr klimaneutrales Holz erzeugt werden, das wiederum mehr Materialien ersetzen kann, bei deren Herstellung viel Energie benötigt und somit viel CO2 entstehen würde.
 
„Bäume entnehmen der Atmosphäre beim Wachstum das Treibhausgas Kohlendioxid. Dieses CO2 ist der Hauptverursacher der Klimaerwärmung. Zugleich geben die Bäume Sauerstoff zurück“, erläuterte Detlef Stys. „Der Kohlenstoff wird in die Pflanze eingebaut. Gut 50 Prozent der Holz- und Blattmasse eines Baumes bestehen aus Kohlenstoff, welcher aus dem CO2 der Luft stammt.“ Deshalb hat Hessen-Forst für diese Flächen, die gezielt wegen ihrer zusätzlichen CO2-Aufnahme angelegt werden, den Begriff „Klimawald“ gewählt. „Die hier angelegte Fläche, ein naturnaher Edellaubholzbestand aus Bergahorn, Winterlinden und Kirschen mit einem Waldrand aus weiteren heimischen Bäumen und Sträuchern wird darüber hinaus ein wertvoller Lebensraum für heimische Tiere werden“, da ist sich der Forstexperte sicher.
 
Jürgen Weber, Vorsitzender des Vorstandes der Sparda-Bank Hessen freut sich über die Treibhausgas reduzierenden Maßnahmen. „Wir sind froh, dass wir als Bank für Hessen auf diese Art einen Beitrag für ein besseres Klima in unserem Bundesland leisten können.“  Zudem helfe die Aktion, die Mitglieder der Genossenschaftsbank für das Thema Klimaschutz zu sensibilisieren.
 
Holznutzung als aktiver Klimaschutz
Noch stärker als die CO2-Aufnahme beim Holzwachstum trägt in der Folge die nachhaltige Holznutzung zur Verminderung des Klimakillers CO2 bei. Denn Holz ist ein nahezu klimaneutraler Bau- und Brennstoff, weil es der Atmosphäre beim Wachstum genau jene Mengen CO2 entzieht, die beim Verbrennen oder der späteren Zersetzung von ausgedienten Holzprodukten wieder freigesetzt werden. „Wer Schnittholz verbaut“, so Stys, „vermeidet daher pro Kubikmeter durchschnittlich gut eine Tonne CO2. Dies hängt mit dem Ersetzen von anderen Materialien, wie zum Beispiel Stahl oder Beton, zusammen, bei deren Herstellung viel mehr CO2 freigesetzt wird.“ Ein ähnlicher, sogenannter Substitutionseffekt entstehe, wenn viel mit Holz geheizt werde. Man belaste die Atmosphäre in diesem Falle nur mit 1/15 des von Ölheizungen freigesetzten CO2. Das Holz von Hessen-Forst erspare der Atmosphäre auf diese Weise jedes Jahr mehr als 1,5 Millionen Tonnen CO2.
Reduzierend auf die Treibhausgaskonzentration der Atmosphäre wirkt auch die Bindung von Kohlenstoff in Holzprodukten. Dies gilt besonders für den Hausbau, bei dem die Werkstücke besonders langlebig sind. Der Königsweg schließlich ist die als Kaskadennutzung bekannte Holzverwendung: Ausgediente Holzprodukte werden recycelt oder noch umweltgerecht zur Energiegewinnung genutzt.
 
Hessen-Forst

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