Forstpolitik

Klimaschutzleistung von Waldböden verbessern

Bearbeitet von Mirjam Kronschnabl-Ritz

Um zu erforschen, wie sich der Klimawandel auf die Kohlenstoff-Speicherfähigkeit von Waldböden naturnaher Buchenwälder auswirkt, unterstützt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) das Projekt BENEATH mit 1,8 Mio. €. Der Parlamentarische Staatssekretär Uwe Feiler überreichte hierzu den Förderbescheid aus dem Waldklimafonds.

Durchgeführt wird es von einem Team von Wissenschaftlern der Technischen Universität Dresden. „Der Weltklimarat bezeichnet die nachhaltige Waldbewirtschaftung als eine der effektivsten Klimaschutzmaßnahmen überhaupt. Das bedeutet aber auch: Wir müssen die Waldböden im Blick behalten, weltweit speichern sie 3.500 Gigatonnen Kohlenstoff. Daher fördern wir gezielt die Forschung in diesem Bereich. Denn was im Erdreich unter den Bäumen geschieht, ist wichtige Voraussetzung für die Frage, wie wir unsere Wälder behandeln müssen, damit sie als Kohlendioxid-Senke dem Klimawandel entgegenwirken können“, erklärt Uwe Feiler bei der Übergabe.

Waldböden haben besonders hohe Kohlenstoff-Vorräte

Bäume entziehen der Atmosphäre das klimawirksame Gas Kohlendioxid (CO2) und binden es als Biomasse. Über Blattstreu und herunterfallendes Totholz bildet sich organische Bodensubstanz. Weltweit sind dadurch mehr als 3.500 Gigatonnen Kohlenstoff in Böden gespeichert. Das übertrifft die Kohlenstoff-Anteile in der Atmosphäre und der Vegetation um ein Vielfaches. Waldböden, vor allem in natürlichen oder naturnahen Wäldern, sind durch besonders hohe Kohlenstoff-Vorräte gekennzeichnet.

Klimawandel kann Biomasse beeinflussen

Wissenschaftler der TU Dresden haben in den vergangenen Jahren bei Buchenwäldern – dem wichtigsten Waldtyp Mitteleuropas – eine Veränderung im Bodenwasserhaushalt beobachtet. Nasse und wechselfeuchte Waldböden der Buchenwälder weisen höhere Vorräte an organischer Bodensubstanz auf. Durch den Klimawandel bedingte Veränderungen im Wasserhaushalt könnten zu einer Verringerung der Kohlenstoff-Speicherung im Boden führen und auch die Fixierung von CO2 in der ober- und unterirdischen Biomasse der Bäume beeinflussen. Daher wollen die Forscher der TU Dresden während der vierjährigen Projektlaufzeit von BENEATH wissenschaftliche Fragen klären, die auf die Quantifizierung, Bewertung und Verbesserung der Klimaschutzleistung naturnaher Buchenwälder zielen und Erkenntnisse bringen zu:

  • Änderungen des Bodenwasser- und Nährstoffhaushaltes durch den Klimawandel hinsichtlich Qualität und Quantität;
  • Erhalt und Ausbau der Senken- und Speicherfunktion der Böden;
  • Einfluss des Klimawandels auf Prozesse und Dynamik der organischen Substanz im Boden, hierbei insbesondere auf die Kohlenstoff-Bilanz;
  • Auswirkung verschiedener Intensitäten der Waldbewirtschaftung bis hin zur Nicht-Nutzung auf Kohlenstoff im Boden.

Weitere Informationen zu dem geförderten Projekt 

Quelle: BMEL, FNR