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Die Broschüre ‚Klimawandel heißt Waldwandel‘ zeigt umfassend, was der Wald und die Forst-, Holz- und Papierwirtschaft für Rheinland-Pfalz bedeutet

Klimaschutzleistung des rheinland-pfälzischen Waldes

Forstministerin Ulrike Höfken stellte am 25. Oktober im Forstamt Kaiserslautern die Ergebnisse der Studie „Klimaschutz durch Forst- und Holzwirtschaft“ vor, die in der neuen Broschüre „Klimawandel heißt Waldwandel“ zusammengefasst sind. Höfken: „Wer das Klima schützen will, muss den Wald erhalten und den Ökorohstoff Holz nachhaltig nutzen: In jedem Kubikmeter Holz sind rund 1.000 Kilo CO₂ gespeichert.

„Rheinland-Pfalz ist vom Klimawandel besonders betroffen: Bereits bis heute ist die Jahresmitteltemperatur in Rheinland-Pfalz um 1,5 auf 9,6 Grad Celsius gestiegen. Das zeigt: Der Klimawandel ist da!“, sagte Höfken. Umso wichtiger seien besondere Anstrengungen im Klimaschutz und in der Energiewende, um die rheinland-pfälzischen, die nationalen und die internationalen Klimaziele zu erreichen und den Wald als Lebensgrundlage sowie wichtigen Wirtschaftsbereich zu schützen. „Der Wald und dessen Bewirtschaftung spielen eine große Rolle: Sie tragen gleichzeitig in einem sehr großen Umfang zum Klimaschutz bei“, so die Forstministerin. Dies wird durch die Ergebnisse der Studie: „Klimaschutz durch Forst- und Holzwirtschaft“, die durch das Umweltministerium beauftragt wurde und deren Ergebnisse nun vorliegen, deutlich.

Brennholz statt Öl oder Gas spart 1,9 Mio. t CO2

„Die Klimaschutzleistung des rheinland-pfälzischen Sektors Forst und Holz beträgt 9,8 Mio. t CO2 jährlich. Das entspricht 26 Prozent der Emissionen von ganz Rheinland-Pfalz oder dem Ausstoß von einer Million Menschen in Deutschland“, sagte Höfken. Zum Beispiel werden durch den Einsatz von Holz anstelle von energieintensiven Baustoffen wie Stahl oder Zement jährlich 2,6 Mio. t CO2vermieden. Durch den Einsatz von Brennholz anstelle von Öl oder Gas werden weitere 1,9 Mio. t CO2 aus fossilen Energiequellen eingespart. Um auch in Zukunft den klimafreundlichen Rohstoff Holz nutzen zu können, ist es sehr wichtig, dass die Forstleute sich weiterhin für einen klimastabilen Wald stark machen: „Wir setzen bereits seit mehreren Jahrzehnten auf den Aufbau von Mischwaldstrukturen unter Beteiligung von Baumarten, die wahrscheinlich besser mit dem Klimawandel zurechtkommen“, so Höfken.

„Ein Baum braucht fast ein Menschenleben, ehe er erntereif ist. Doch mit unserer Waldbaustrategie, die auf klimastabile Mischwälder baut, werden wir unseren Nachkommen hoffentlich einen Wald hinterlassen können, der die zahlreichen Funktionen, die ihm von der Gesellschaft zugemessen werden, nachhaltig erfüllen kann“, sagte Jens Jacob, Leiter des Landesbetriebs Landesforsten Rheinland-Pfalz. Höfken betonte: „Die nachfolgenden Generationen sollen nicht nur den Wald, sondern auch dessen wertvollen, klimafreundlichen Rohstoff Holz nutzen können.“

Holzbaucluster will die stoffliche Verwendung von Laubholz erhöhen

Bereits jetzt liegt der Mischwaldanteil bei 82 % in Rheinland-Pfalz. „Wir brauchen beides: Nadel- und Laubholz. Nadelhölzer haben höhere Kohlenstoffeffekte als Laubholzer. Das liegt daran, dass Nadelholz im Gegensatz zu Laubholz noch zu über 90 % stofflich, etwa für Balken oder Verpackungsmittel, verwendet wird und schneller wächst als Laubbaumarten“, so die Ministerin. „Deshalb setzen wir uns mit unserem Holzbau-Cluster für eine stärkere Verwendung insbesondere von Laubholz im Baubereich ein. Ich freue mich daher sehr, heute erstmals die Laubholzeinschlagsaison offiziell zu eröffnen!“ Mit dem Start der Laubholzeinschlagssaison beginnt die Ernte von hochwertigen Laubhölzern für die Herstellung zum Beispiel von Möbeln oder Treppen.

Neue Broschüre: Klimawandel heißt Waldwandel

Die Broschüre ‚Klimawandel heißt Waldwandel‘ zeigt, was der Wald und die Forst-, Holz- und Papierwirtschaft für Rheinland-Pfalz bedeutet:

  • So ist diese Branche der zweitgrößte Wirtschaftszweig des Bundeslandes im Bereich des produzierenden Gewerbes. Zum Beispiel biete er mehr als 50.000 Menschen einen Arbeitsplatz.
  • Der rheinland-pfälzische Cluster Forst und Holz – also die Betriebe entlang der Wertschöpfungskette vom Baum bis zum fertigen Produkt – haben sich in keinem anderen Bundesland so schnell entwickelt wie in Rheinland-Pfalz: Der Cluster Forst und Holz ist um 20 % gewachsen. Das ist doppelt so viel wie im Durchschnitt der Bundesrepublik.
  • Der Wald von Rheinland-Pfalz ist nicht nur immer naturnäher geworden, sondern auch in seiner Fläche angewachsen: Seit 1949 ist die Fläche durch das Engagement vieler Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer sowie der Forstleute von Landesforsten –insbesondere in den Jahren nach dem Krieg- um mehr als 115.000 ha gewachsen.

Download „Klimaschutz durch Forst- und Holzwirtschaft“ www.wald-rlp.de

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