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Klimaschutz durch Wald und Holz

Klimaschutz durch Wald und Holz

„Die Nutzung von Holz aus multifunktionaler Forstwirtschaft erspart der Atmosphäre allein jährlich im hessischen Staatswald rund 1,5 Millionen Tonnen des klimaschädlichen Treibhausgases CO2. Damit werden volkswirtschaftliche Folgekosten in Millionenhöhe vermieden“, so Michael Gerst, Leiter des Landesbetriebs Hessen-Forst. Eine naheliegende Möglichkeit sei daher die Aufforstung, wie sie in dem gemeinsamen Projekt von Hessen-Forst mit der Deutschen Gesellschaft für umweltgerechte Produktion und gesundes Wohnklima GmbH (DIUG) umgesetzt werde.
In den Projekt hat das DIUG einen CO2-Rechner entwickeln lassen, mit dem für jedes Möbelstück ermittelt werden kann, welche Emissionen mit der Produktion verbunden sind, wobei neben der reinen Produktion auch Material, Vertriebswege und Landlebigkeit bei der Kalkulation berücksichtigt werden. Der Kunde erhält einen individuellen Report für sein Möbel, in dem die verwendeten Materialien mit Mengenangaben sowie die hieraus resultierenden CO2-Emissionen detailliert aufgelistet sind. Er kann dann entscheiden, ob er mit einem geringen Preisaufschlag sein Möbel CO2-neural stellen will. Aufgrund einer Vereinbarung mit Hessen-Forst erhält der Kunde in diesem Fall ein Zertifikat über Ausgleichsmaßnahmen, das ihm zum einen verdeutliche, welche CO2-Emissionen mit der Produktion des Möbels verbunden sind und zum anderen dokumentiere, daß diese Emissionen durch heimische Aufforstungsprojekte ausgeglichen, das Möbel also somit CO2-neutral gestellt werde.
„Eine neuer Buchenwald entzieht der Atmosphäre in den ersten 50 bis 60 Jahren rund 500 Tonnen CO2“, so Gerst. „Die Zusammenarbeit mit der DIUG ist daher ein vielversprechendes Pilotprojekt, von dem alle profitieren. Zum einen haben die Kunden die Möglichkeit, einen konkreten Beitrag gegen den Klimawandel zu leisten, zum anderen werden so die positive Wirkung von Wald und Holznutzung auf die Klimaentwicklung unterstrichen.“ CO2 soll zu 50 bis 60 Prozent an dem vom Menschen verursachten Treibhauseffekt beteiligt sein. Wald und Holz bieten wegen der hohen CO2-Bindung bzw. -Vermeidung konkrete Chancen für mehr Klimaschutz. Es gelte jetzt, den Wald mit geeigneten waldbaulichen Maßnahmen auf die sehr rasche Klimaerwärmung vorzubereiten, vor allem seien die Substitutionsleistungen der Holzprodukte weiter auszubauen. „Wer Holz nutzt, bremst den Klimawandel. Insbesondere, wenn es sich, wie zum Beispiel beim Hausbau, um langlebige Holzprodukte handelt.“ Der Königsweg, so Gerst, sei schließlich die sogenannte Kaskadennutzung, das heißt, wenn man ausgediente Holzprodukte recycle oder noch umweltgerecht zur Energiegewinnung nutze.
Hohe Anerkennung für das Projekt
Hohe Anerkennung für die UmweltTischler: Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen ließ sich in Berlin von den Initiatoren der Aktion möbelCO2neutral diese Initiative für mehr Nachhaltigkeit und Klimaneutralität erläutern. Röttgen zeigte sich beeindruckt von den vielfältigen Aktivitäten der UmweltTischler, wobei er auch deren Eco-Step-Zertifizierung besonders hervorhob. „Ich gratuliere Ihnen zu Ihrer Initiative „möbelCO2neutral“. Sie haben damit nicht nur ein positives Beispiel für die Vereinbarkeit von Ökonomie und Ökologie gesetzt, sondern darüber hinaus auch für andere Gewerke eine Vorbildfunktion eingenommen.“
Abschließend bot der Minister an, im Rahmen seiner Möglichkeiten auch medial auf die Möglichkeit des Erwerbs „klimaneutraler Möbel“ hinzuweisen.
Einfluss des Waldes auf die CO2-Bilanz
Der Landesbetrieb Hessen-Forst hat den Einfluss des hessischen Staatswaldes auf die CO2-Bilanz der Atmosphäre untersucht. Ergebnis: Beim Baumwachstum werden durch die sogenannte Photosynthese je Kubikmeter Holz rund 1,4 Tonnen CO2 gebunden. Bei der seit Jahrzehnten zu verzeichnenden Holzvorratszunahme sind der Atmosphäre so jährlich bis zu 0,5 Millionen Tonnen CO2 entzogen worden. Die Holznutzung entlastet das Klima durch den sogenannten „Substitutionseffekt“ erneut. Denn Holz ist nahezu klimaneutral, weil es der Atmosphäre beim Wachstum genau soviel CO2 entzieht, wie beim Verbrennen oder der späteren Zersetzung von ausgedienten Holzprodukten wieder freigesetzt werden.
Beispielsweise erspart man der Atmosphäre mit jedem Kubikmeter Schnittholz durchschnittlich gut eine Tonne CO2, weil Materialien, wie beispielsweise Stahl oder Beton, ersetzt werden, bei deren Herstellung sehr viel mehr CO2 freigesetzt wird. Ein ähnlicher Substitutionseffekt entsteht, wenn man mit Holz heizt. Dies belastet die Atmosphäre nur mit einem Bruchteil (1/15) des von Ölheizungen freigesetzten CO2. Reduzierend auf die Treibhausgaskonzentration der Atmosphäre wirkt schließlich auch die Bindung von Kohlenstoff in Holzprodukten. 
 
Infos:
 

Hessen-Forst

 

Deutsches Institut für umweltgerechte Produktion und gesundes Wohnklima GmbH

 
Hessen-Forst

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