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Klimaschutz-Sofortprogramm: Holzverwendung kann mehr

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

Noch im Juni soll das Klimaschutz-Sofortprogramm 2022 zur Umsetzung der neuen Ziele des Klimaschutzgesetzes im Kabinett beschlossen werden. Der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH) erkennt in dem Entwurf gute Ansätze, sieht aber bei weitem nicht alle Potenziale einer nachhaltigen Holzverwendung ausgeschöpft.

Der DeSH begrüße, dass mit dem Entwurf eines Klimaschutz-Sofortprogramms 2022 Maßnahmen entwickelt werden, die neuen Klimaschutzziele umzusetzen. Die nachhaltige Holzverwendung stehe seit jeher für Klimaschutz und vermeide aktiv Emissionen, erklärt DeSH-Geschäftsführerin Julia Möbus. Dieser Beitrag werde im Klimaschutz-Sofortprogramm jedoch noch nicht ausgeschöpft. Dass Holz im Bau- und Verpackungsbereich, aber auch im Energiesektor erhebliche Klimaschutzpotenziale mit sich bringe, eröffne Einsparmöglichkeiten, die weit über die der vorgesehenen Maßnahmen hinausgehen.

Richtige Ansätze, aber Nachbesserungen nötig

Im Einzelnen erkennt der Verband viele gute Ansätze bei den vorgeschlagenen Maßnahmen: „Der Gebäudebereich ist die zentrale Stellschraube für den Klimaschutz in den nächsten Jahren“, so Möbus. Die geplante Aufstockung der Bundesförderung für effiziente Gebäude mit 4,5 Mrd. Euro sei daher ein ebenso wichtiger Schritt, wie die angestrebte Novelle des Gebäudeenergiegesetzes. Hier gelte es, die Graue Energie in die Klimabilanz aller Baustoffe zu integrieren und durch neue Effizienzstandards den Weg zur Klimaneutralität zu ebnen. Zudem müsse auch der Einsatz von Laubholz im Gebäude stärker in den Fokus rücken.

Unverständlich ist aus Sicht des Verbands jedoch die Absenkung der Fördersätze für Biomassekessel. „Ein solcher Schritt hemmt den Umstieg auf Erneuerbare Wärme.“ Nachhaltige Holzenergie aus Rest- und Abfallstoffen könne hier eine Schlüsselrolle einnehmen. Das gelte für den Gebäudesektor ebenso wie für die Dekarbonisierung der Industrie, so Julia Möbus. Die Ausweitung des Förderprogramms Energieeffizienz in der Wirtschaft beurteilt der Verband dagegen als einen guten Ansatz.

Wiederbewaldung und Holzverwendung als Schlüssel

Um die Potenziale von Holz in allen Sektoren nutzen zu können, begrüßt der DeSH die Aufstockung der GAK-Fördermittel für den Erhalt der nachhaltigen Waldbewirtschaftung und Wiederbewaldung in den kommenden Jahren. „Die nachhaltige Holzverwendung bietet weitreichende, sektorübergreifende Potenziale zur Emissionsvermeidung“, betont Möbus. Wolle man die Ziele des neuen Klimaschutzgesetzes erreichen, gelte es diese konsequent auszuschöpfen. Das Klimaschutz-Sofortprogramm bilde einen guten Ansatz, schöpfe den möglichen Beitrag der umfassenden Holznutzung jedoch nicht aus.

LULUCF-Sektorziel sorgt weiter für Verunsicherung

Das Klimaschutz-Sofortprogramm 2022 soll in den nächsten Jahren dazu beitragen, das kürzlich vom Kabinett beschlossene Klimaschutzgesetz umzusetzen und die Klimaneutralität bis 2045 zu erreichen. „Auch wenn wir viele Maßnahmen des Sofortprogramms begrüßen, bleibt für uns nach wie vor unklar, wie der LULUCF-Sektor mit den natürlichen Ökosystemen, den Wäldern und Mooren seine CO2-Speicherleistung innerhalb kurzer Zeit so erheblich ausweiten soll. Dazu würden wir uns in den nächsten Wochen und Monaten einen intensiven Dialog über Möglichkeiten und Umsetzungsschritte wünschen“, sagt Möbus abschließend.

Quelle: DeSH