Vertikaler Wald am Trudo Tower in Holland
Der Trudo Tower zeigt nicht nur glatte Fassaden aus Glas und Stahl. Auf allen Stockwerken können hier Pflanzen und sogar Bäume als vertikaler Wald wachsen.
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Klimaschutz der Zukunft: Vertikaler Wald auf Hochhäusern

23. September 2022

Das städtische Grün erreicht eine neue Ebene. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn mit dem „Trudo Tower“ im niederländischen Eindhoven soll ein mehrgeschossiges Wohngebäude entstehen, auf dem ein vertikaler Wald mit einzieht.

Die sogenannte Ballenverankerung Treelock der GEFA Produkte Fabritz GmbH hat ermöglicht, das Projekt umzusetzen. Damit sollen Bäume die nötige Stabilität erhalten, um gefahrenlos als vertikaler Wald auf Häusern wachsen zu können. Das Projekt will Klimaschutz mit sozialem Wohnen vereinen und die Artenvielfalt in Städten sichern.

Kohlenstoffspeicher vertikaler Wald

Allein auf dem Trudo Tower finden 5.000 Pflanzen – darunter auch Bäume – Platz, berichtet das Unternehmen. Ab jetzt soll dieser damit jährlich 50.000 kg CO2 aus der Luft filtern. Dabei werden 14.000 kg Sauerstoff freigesetzt.

Ein Vorbild für den städtischen Wald in der Senkrechten steht bereits in Italien. Die „Bosco Verticale“ sind begrünte Zwillingsbauten in Mailand. Führt der vertikale Wald an Fassaden zu Folgeprojekten, könnte die Luftqualität in Städten und damit auch ihr ökologischer Fußabdruck künftig effektiv verbessert werden.

Spezielle Verankerung für Bäume auf Gebäuden

Das Verankerungssystem Treelock halte die Wurzelballen fest, wie ein Schloss, und schütze sie vor Beschädigungen. Die Haltebänder werden durch eine Mulchscheibe aus Kokosfasern abgefedert. „Indem wir den Baum von unten nach oben verankern, ist das Sicherungssystem nahezu unsichtbar“, erklärt Andre Carstens. Er ist Fachberater für den Bereich Baumsicherung bei der GEFA. „Stärkere Winde, wie sie in den oberen Stockwerken eines Hochhauses auftreten, können den Bäumen nichts anhaben. Sie stehen sicher und gerade, auch wenn die Kronen wachsen.“

Eine Ballenverankerung wie diese ermöglicht, dass vertikale Wälder sicher an Hausfassaden wachsen können.
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Das „Baumschloss“, das ermöglicht, den vertikalen Wald an der Seite des Gebäudes auf versetzten Balkonen zu installieren, sei der Schlüssel zum Erfolg, beschreibt das Unternehmen weiter. „Bei der derzeitigen Entwicklung wird es in den kommenden Jahren immer wichtiger werden, in den Städten nicht nur durch Grünanlagen und -streifen der Überhitzung entgegenzuwirken. Es muss auch architektonisch und bautechnisch umgedacht werden. Begrünte Fassaden und Hochhäuser, wie der Trudo Tower oder Bosco Verticale, sind Lösungsansätze, um die Temperaturen, das Klima und auch die Lebensatmosphäre in den Städten langfristig zu verbessern“, beschreibt Andre Carstens.

Für eine effiziente Bewässerung von Stadtbäumen an Fassaden soll ein Regenauffangsystem unter dem Trudo Tower dienen.

Quelle: GEFA Produkte Fabritz GmbH