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Klimaschutz: Aufforstung von 10 Mio. ha Wald macht EU CO2-neutral

Um die Erderwärmung auf maximal 2 °C zu begrenzen, müssen wir die Nutzung unserer Wälder überdenken. Der Aufforstung kommt dabei eine besondere Rolle zu. Das ist eine zentrale Botschaft des Consulting- und Engineering-Unternehmens Pöyry, die das Unternehmen auch im Rahmen einer Veranstaltung zur UN-Klimakonferenz 2015 in Paris verbreitete.

Rund 10 Mio. ha zusätzlicher Wald würden demnach den jährlichen CO2-Ausstoß in der Europäischen Union (EU) auffangen. Dabei könne die Holzindustrie nicht nur zur CO2-Reduktion beitragen. Innerhalb der wachsenden Bioeconomy würden gleichzeitig Geschäftsmöglichkeiten in Höhe von mehreren Milliarden Euro entstehen.
„Seit 1990 haben wir 130 Mio. ha Waldbestand verloren. Das ist für unseren CO2-Ausstoß doppelt negativ: Das Roden eines Waldes durch Abbrennen verursacht CO2-Emissionen, wohingegen wachsende Wälder der Atmosphäre CO2 entziehen“, sagt Henrik Ehrnrooth, Aufsichtsratsvorsitzender der Pöyry-Gruppe. Berechnungen von Pöyry zeigen, dass jeder EU-Bürger seit der Industriellen Revolution umgerechnet rund 650 t CO2 „geerbt“ hat. Gleichzeitig kommen auf jeden Einwohner rund 420 Bäume, was wiederum einer CO2-Reduzierung von 80 t für denselben Zeitraum entspricht.
Weitere Aufforstung unentbehrlich
Um das noch verbleibende Defizit von rund 570 t CO2 pro Person weiter auszugleichen, sei eine weitere Aufforstung unentbehrlich. Mit knapp über 3.000 Bäumen pro Person sei dieses ehrgeizige Ziel in 15 Jahren erreichbar.
„Würden diese Bäume ausschließlich in den Tropen gepflanzt, könnten wir das Ziel sogar noch schneller erreichen. Allerdings sind sowohl in Europa als auch in Lateinamerika die Flächen für Aufforstungen begrenzt. Unsere Prognosen für den künftigen Flächenbedarf für Landwirtschaft, industriell genutzte Wälder und die Erzeugung von Bioenergie zeigen ein Defizit von 250 Mio. ha Land“, so Ehrnrooth weiter.
Möglichkeiten für die Holzindustrie
Neben der reinen CO2-Reduktion biete die Aufforstung gleichzeitig gewinnbringende neue Möglichkeiten für die Holzindustrie. Denn in der wachsenden Bioeconomy ist Holz ein gefragter Rohstoff. Bio-basierte Rohstoffe wie Fasern, Lignin und Nanozellulose eröffneten in Kombination mit fossilen Rohstoffen viele Möglichkeiten für neue, innovative Materialien.
„Wenn wir ein Prozent mehr Bio-Kunststoff anstelle von normalem Kunststoff verwenden, hilft uns das nicht nur, die Umwelt zu schützen. Es wäre für die Holzindustrie auch ein 3,5-Milliarden-Euro-Geschäft pro Jahr. Würden wir zudem ein Prozent mehr Bio-Verpackungen anstelle von herkömmlichen Verpackungen aus fossilen Rohstoffen nutzen, könnte die Holzindustrie zusätzlich Umsätze im Wert von rund sechs Milliarden Euro pro Jahr generieren“, ergänzt Henrik Ehrnrooth.
Pöyry ist im Bereich Papier und Zellstoff weltweit führend und hat Consulting- und Engineering-Dienstleistungen für 90 % der weltgrößten Zellstofffabriken und 80 % der führenden Papier- und Zellstoffunternehmen geliefert. In Deutschland war Pöyry unter anderem an der technologischen Umstellung und Kapazitätserhöhung der Zellstoff- und Papierfabrik Rosenthal in Blankenstein (Saale) und dem Neubau der PM2 Papierfabrik in Eisenhüttenstadt beteiligt.
Pöyry

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