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Klimaretter Moor braucht politischen Rückenwind in Deutschland

Nasse Moore sind Klimaretter; das haben Forschung und Pilotprojekte bewiesen. Jetzt sind politische Entscheidungen zu Erhalt und Schutz der weltweit gefährdeten Moore gefragt. Zu einem ersten Parlamentarischen Abend „Moore und organischen Böden“ lud daher das neue Greifswald Moor Centrum (GMC) gemeinsam mit dem Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern Abgeordnete aus Bund und Ländern am 28. September 2015 nach Berlin.
Der Austausch trägt nicht nur zum anlaufenden deutschen Moorschutzdialog bei, sondern informiert die Politiker auch in Hinsicht auf den kommenden wichtigen Klimagipfel im November in Paris.
Damit Moore statt Klimakiller Klimaretter sein können …
 
Moore nehmen weltweit nur 3 % der Landfläche ein, speichern jedoch zweimal mehr Kohlenstoff als alle Wälder der Erde. Werden Moorböden entwässert, emittieren sie Treibhausgase in bislang weithin unterschätzten Maßstab: In Deutschland werden 75 % der Moore landwirtschaftlich genutzt und dafür entwässert. Diese Moorflächen stellen nur 6 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche dar, sind jedoch für mehr als ein Drittel (37 %) aller Emissionen aus der Landwirtschaft (inkl. Tierhaltung) verantwortlich. Das macht Moore zu Hotspots, in denen überdurchschnittlich hohe Emissionen pro Fläche auftreten bzw. vermindert werden können. „Damit Moore statt Klimakiller Klimaretter sein können, müssen wir sie schützen. Die Potenziale dafür sind da, aber auch politische Hürden. Die müssen wir abbauen“, mahnte Moorforscher und GMC-Vertreter Hans Joosten, Professor an der Universität Greifswald.
„Moore sind wichtig für Klima- und Biodiversitätsschutz in Deutschland und weltweit – ihre Erhaltung, Revitalisierung und Wiederherstellung leistet einen bedeutenden Beitrag auch zum Klimaschutz. Die Bundesregierung unterstützt Initiativen zum verstärkten Schutz von Mooren in Deutschland, die dazu beitragen, die Ziele der deutschen Klimaschutzstrategie 2050 und der Biodiversitätsstrategie zu erreichen“, sagte Rita Schwarzelühr-Sutter, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit auf dem Podium des Parlamentarischen Abends in der Landesvertretung von Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg.
Das Greifswald Moor Centrum versteht sich als Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik für die Umsetzung von Moor- und Klimaschutz. Den Parlamentarischen Abend sieht das GMC als Chance, die Politik für die Schönheit und den Nutzen nasser Moore für die Menschen in Deutschland und weltweit zu sensibilisieren.
LU Mecklenburg-Vorpommern, Greifswald Moor Centrum

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