Forstpolitik

Klimaneutrale Forstverwaltung bis 2025

Bearbeitet von Rainer Soppa

„Klimaschutz ist eine Aufgabe für die ganze Gesellschaft und natürlich auch für die ganze Landesregierung. Da müssen alle an einem Strang ziehen“, sind sich Klimaschutzministerin Katrin Eder und Bauministerin Doris Ahnen einig. Damit weitere Klimaschutzmaßnahmen an Gebäuden der Forstverwaltung umgesetzt werden können, gibt es nun eine Kooperationsvereinbarung der beiden Landesbetriebe Landesforsten Rheinland-Pfalz und Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB).

Die Leiter der beiden Landesbetriebe, Dr. Jens Jacob von Landesforsten Rheinland-Pfalz und Holger Basten vom Landesbetrieb LBB unterzeichneten diese am 17. Dezember 2021 im Walderlebniszentrum Soonwald. Die Kooperationsvereinbarung ist die Grundlage für die klimaneutrale Umgestaltung vieler Forstgebäude. Denn diese befinden sich zum Teil im Wirtschaftseigentum des Landesbetriebs LBB.

Forstleute setzen Energie-, Wärme- und Mobilitätswende um

Unter anderem mit baulichen Maßnahmen will Landesforsten das Ziel erreichen, bis 2025 klimaneutral zu sein. Das bedeutet fünf Jahre vor der Zielmarke der Landesverwaltung.

Dazu plant der Landesbetrieb auf allen Gebäuden, auf denen es möglich ist, Fotovoltaikanlagen zu installieren. Außerdem sollen alle Heizanlagen, die noch mit fossilen Brennstoffen betrieben werden, durch umweltfreundliche Pelletheizungen ausgetauscht werden.

Auch die Mobilität soll bei Landesforsten Rheinland-Pfalz nachhaltiger werden: Die Forstverwaltung will ein flächendeckendes Ladenetz und weitere Holz-Solar-Carports für den Betrieb von E-Fahrzeugen bauen. Am Forstamt Trier haben die Forstleute damit bereits gute Erfahrungen gemacht.

Mit der Mobilitäts- und Energiewende hat Landesforsten bereits vor einigen Jahren begonnen und immer mehr fossile Verbrenner durch E-Fahrzeuge ersetzt. Nach und nach sollen die rund 300 Dienstfahrzeuge in Zukunft elektrisch fahren. So soll auch der Strom für die E-Fahrzeuge bilanziell von den eigenen Dächern kommen. Insgesamt werden derzeit rund 10.000 m² Dachflächen von forstlichen Dienstgebäuden für eine Installation einer PV-Anlage im Detail überprüft.

„Wir Forstleute haben die Auswirkungen der Klimakrise tagtäglich vor unseren Augen. Deshalb ist es selbstverständlich, dass wir auch außerhalb des Waldes konsequent für mehr Klimaschutz eintreten und handeln“, so Landesforsten-Chef Dr. Jens Jacob. LBB-Geschäftsführer Holger Basten sagte: „Als Bauexperten unterstützen und beraten wir gern und helfen bei der Umsetzung. Für die Installation von Heizanlagen, von PV-Anlagen und Holz-Solar-Carports werden wir fundierte Expertise einbringen. Für die Liegenschaften im Eigentum des Landesbetriebs LBB werden wir Sanierungsfahrpläne erstellen und Vorbereitungen zur Herstellung von Ladeinfrastruktur leisten. Dies bedeutet neben Klimaschutz auch eine Aufwertung der Gebäude des Landes.“

Beide Landesbetriebe finanzieren die baulichen Maßnahmen gemeinschaftlich. Landesforsten stehen dafür derzeit bis zu 4,7 Mio. € zur Verfügung.

„Klimaschutz ist eine ganzheitliche Aufgabe. Sie gelingt nur in Zusammenarbeit aller und mit dem gemeinsamen Bemühen, die Arbeitsprozesse dem Ziel einer intakten Umwelt anzupassen. Nachhaltigkeit und Klimaneutralität werden im Staatlichen Hochbau des Landes mit einem integrativen Verständnis umgesetzt, das bei neuen Baumaßnahmen, Bestandssanierungen und Ausbau der Photovoltaik-Flächen sowohl den optimierten Einsatz bzw. Verbrauch von ökologischen und ökonomischen Ressourcen als auch den maßvollen Konsum berücksichtigt“, sagte Ahnen.

„Die Forstverwaltung geht hier sowohl bei der Energie-, als auch bei der Mobilitätswende mit gutem Beispiel voran. Ich hoffe, dass viele dem folgen werden. Denn Klimaschutz bedeutet für uns alle mehr Lebensqualität durch weniger Extremwetter und schöne grüne statt verdorrte Landschaften“, so Eder.

Quelle: mkuem