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Holz ersetzt energieintensive Materialien.

Klimakabinett muss biobasierte Wirtschaft konsequent unterstützen

Am 20. September 2019 will das Klimakabinett der Großen Koalition ein Maßnahmenpaket zur Erreichung der Klimaschutzziele 2030 vorlegen. Der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband (DeSH) sieht gute Ansätze in den Vorschlägen von Union und SPD – entscheidend ist jedoch eine konsequente Umsetzung.

„In Teilen lesen sich die Vorschläge der Koalitionsfraktionen für eine biobasierte Wirtschaft wie eine Blaupause unserer Branche“, findet Lars Schmidt, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Säge- und Holzindustrie Bundesverbandes (DeSH). Mit Blick auf das geplante Klimaschutzgesetz sei es erfreulich, dass die regierenden Parteien das Potenzial der Holznutzung zunehmend anerkennen würden: „Der Atmosphäre wird nicht nur CO₂ über die Senkenfunktion der Bäume entzogen, sondern der Kohlenstoff über die komplette Nutzungsdauer in Holzprodukten gebunden. Zudem ersetzt Holz energieintensive Materialien und fossile Brennstoffe“, erklärt der studierte Forstwirt.

Holzwirtschaft bietet Lösungen in Serienreife

Sowohl im Gebäudebereich, der Ursache für ein Drittel der CO₂-Emissionen ist, als auch im Energie- und Verpackungssektor gilt der nachwachsende Rohstoff als grüner Leistungs- und Hoffnungsträger: Bereits heute können in Deutschland jährlich 127 Mio. t und damit 14 % der gesamten Treibhausgasemissionen durch die Waldbewirtschaftung und Nutzung von Holz eingespart werden. „Die Holzwirtschaft bietet hervorragende technische, ökologische und ressourceneffiziente Lösungen in Serienreife. Wenn die Regierung es ernst meint mit dem Klimaschutz, müssen das Bauen und Sanieren mit Holz, die holzbasierte Kreislaufwirtschaft sowie KWK-Anlagen auf Basis von Holzreststoffen und private Pelletheizungen gefördert werden“, meint Schmidt. In vielen Anwendungsgebieten fehlt es bislang jedoch an Rückendeckung und Forschung oder es herrschen noch unbegründete gesetzliche Hemmnisse.

Bund, Länder und Kommunen sollten Vorbild sein

Wünschenswert ist aus Sicht des Verbandes, dass Bund, Länder und Kommunen eine Vorreiterrolle einnehmen. „Die nachhaltige Waldwirtschaft und ihre ökologischen Wertschöpfungsmöglichkeiten sind Errungenschaften für die wir national und aus aktuellem Anlass auch international stärker werben müssen“, sagt Schmidt. Hierzulande wächst der Holzvorrat jährlich um über 120 Mio. Kubikmeter, das entspricht mehr als 4.000 Holzhäusern pro Tag. Die dramatischen klimabedingten Waldschäden infolge von Bränden, Stürmen, Trockenheit sowie Käferbefall in Deutschland und weltweit hätten die Öffentlichkeit alarmiert: „Der Verlust wiegt doppelt schwer, denn Wälder und Holzprodukte sind als Mittel gegen die Erderwärmung unverzichtbar.“

Aus Sicht der Koalierenden sollen anpassungsfähige und vielfältige Mischwälder die ökologische und ökonomische Leistungsfähigkeit für die Zukunft sichern. Zur Entfaltung des holzbasierten Klimaschutzes dürften sich die Maßnahmen aber nicht auf den Waldumbau beschränken, mahnt Schmidt abschließend: „Wir benötigen eine konsequente und ganzheitliche Umstellung auf klimaschonende und emissionsarme Produkte und Prozesse, die Vorbild für andere Länder sein kann.“

 

Das Klimakabinett hat zur Aufgabe,

eine rechtlich verbindliche Umsetzung der Klimaschutzziele für das Jahr 2030 vorzubereiten. Vorsitzende ist Bundeskanzlerin Angela Merkel, ihr Stellvertreter Bundesfinanzminister Olaf Scholz. Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, Svenja Schulze, ist beauftragte Vorsitzende. Ferner gehören Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat, Horst Seehofer, Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Peter Altmaier, Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Andreas Scheuer, Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes, Helge Braun und der Chef des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung, Steffen Seibert dem Gremium an. Andere Mitglieder der Bundesregierung können einbezogen werden. Die gesetzlichen Regelungen sollen noch in diesem Jahr verabschiedet werden.

Red./DeSH

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