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Forstwirtschaft und die damit verbundene Holznutzung im Jahr 2014 rund 127 Millionen Tonnen Kohlendioxid gebunden bzw. durch Substitutionseffekte reduziert.

Klimakabinett: Klare Agenda aus dem BMEL

Am 20.9.2019 kommt das Klimakabinett zusammen, dem auch die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft Julia Klöckner angehört. Um den Beitrag der Forst-, Ernährungs- und Landwirtschaft zum Klimaschutz weiter zu verbessern, hat die Ministerin eine klare Agenda mit zehn konkreten Punkten vorgelegt.

Diese Maßnahmen haben im Klimakabinett Zustimmung erfahren.

Die Besonderheit der Land- und Forstwirtschaft ist, dass die Branchen selbst Lösungsbringer beim Klimawandel sind. Denn im Gegensatz zu allen anderen Sektoren können sie CO₂ binden – in den Böden den Hölzern der Wälder. Sie sind effektive Treibhausgassenken. Hierzulande führt etwa die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder zu einer Verringerung der Emission um 14 %. Und auch den Boden als Kohlenstoffspeicher müssen wir schützen und sein Speicherpotenzial ausbauen. Diese Punkte sind zentrale Bausteine der Klimaschutzmaßnahmen des BMEL.

Klimaschutzmaßnahmen im 10-Punkte-Plan des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL):

  1. Senkung der Stickstoffüberschüsse und -emissionen einschließlich Minderung der Ammoniakemissionen und gezielte Verminderung von Lachgasemissionen: Minderungspotenzial: 1,9 bis 7,5 Mio. t CO₂-Äquivalente
  2. Energetische Nutzung von Wirtschaftsdüngern tierischer Herkunft und landwirtschaftlicher Reststoffe in Biogasanlagen: Minderungspotenzial: 2 bis 2,4 Mio. t CO₂-Äquivalente
  3. Ausweitung der ökologisch bewirtschafteten Fläche: Minderungspotenzial: 0,4 bis 1,2 Mio. t CO₂-Äquivalente
  4. Emissionsminderung in der Tierhaltung: Minderungspotenzial: 0,3 bis 1 Mio. t CO₂-Äquivalente jährlich
  5. Erhöhung der Energieeffizienz in der Landwirtschaft und im Gartenbau: Minderungspotenzial: 0,9 bis 1,5 Mio. t CO₂-Äquivalente jährlich
  6. Humusaufbau im Ackerland: Minderungspotenzial: 1 bis 2 Mio. t CO₂-Äquivalente jährlich
  7. Erhalt von Dauergrünland: Regelungen zum Grünlanderhalt sollen fortgeführt und eine Grünlandstrategie zur Sicherung und Stärkung einer dauerhaften Grünlandnutzung entwickelt werden.
  8. Schutz von Moorböden einschließlich Reduzierung der Torfverwendung in Kultursubstraten: Minderungspotenzial: 3 bis 8,5 Mio. t CO₂-Äquivalente jährlich
  9. Erhalt und nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder und Holzverwendung: Im Erhalt und der nachhaltigen Bewirtschaftung der Wälder und der Holzverwendung liegt ein enormes Klimaschutzpotenzial. Dieses unterliegt allerdings periodischen Schwankungen. Enorm wichtig ist, dass wir die Wälder und deren nachhaltige Bewirtschaftung langfristig erhalten und sichern. Dazu sind geeignete Maßnahmen der Anpassung an den Klimawandel notwendig. Gerade die Extremwetter des vergangenen Jahres haben gezeigt, dass der Wald Hilfe braucht, um seine Klimaschutzfunktion auch weiter so exzellent erfüllen zu können. Gleichzeitig werden wir die nachhaltige und ressourceneffiziente Holzverwendung fördern. Bei der Realisierung der Nutzungspotenziale von Holz, z.B. im Gebäudebereich, setzt unser Bundesministerium dabei auch auf die Unterstützung aus den anderen Ministerien. Minderungspotenzial: Laut Wissenschaftlichen Beirat für Waldpolitik haben Wald, nachhaltige Forstwirtschaft und die damit verbundene Holznutzung im Jahr 2014 rund 127 Mio. t Kohlendioxid gebunden bzw. durch Substitutionseffekte reduziert.
  10. Vermeidung von Lebensmittelabfällen und Stärkung der Nachhaltigkeit in der Gemeinschaftsverpflegung: Minderungspotenzial: 3 bis 7,9 Mio. t CO₂-Aquivalente jährlich
Red./Quelle: BMEL

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