Holzenergie

Klimafreundlicher Kreislauf: Heizen mit Holz

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

Heizen mit Holz ist treibhausgasneutral, weil zeitgleich heranwachsende Bäume das freigesetzte Kohlendioxid wieder aufnehmen. Beim Heizen mit fossilen Brennstoffen gibt es einen solchen geschlossenen Kohlenstoffkreislauf nicht, informiert die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe FNR.

Eine neue Grafik der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) verdeutlicht den klimafreundlichen Kreislauf: Bäume nutzen beim Wachsen u. a. Sonnenenergie und Kohlendioxid (CO2) und speichern Kohlenstoff und Energie im Holz. Beim Heizen mit Holz wird die gespeicherte Sonnenenergie als Nutzenergie in Form von Wärme wieder frei; der Kohlenstoff geht als CO2 zurück in die Atmosphäre. Dabei wird nur so viel CO2 frei, wie der Baum im Wachstum als Kohlenstoff im Holz gespeichert hat. Zeitgleich heranwachsende Bäume gleichen die Emissionen wieder aus, denn sie binden Kohlendioxid aus der Atmosphäre.

FNR Holzenergie Kreislauf CO2
Grafik: FNR

Junge Wälder binden mehr CO2

Bei nachhaltiger Waldbewirtschaftung in Deutschland halten sich – trotz Nutzung von Holz für Produkte und Energie und bei Berücksichtigung der Waldschäden – die Aufnahme und Abgabe von CO2 die Waage. Dabei binden heranwachsende jüngere Baumaltersklassen je Hektar Waldfläche eine größere Menge CO2 als alte Baumbestände.

Mit Blick auf die CO2-Bindung ist ein ungenutzter Wald also nicht von Vorteil. Verrottet das Holz im Wald, wandelt sich der Kohlenstoff ebenfalls wieder in CO2 um. Doch die langjährige Kohlenstoffspeicherfähigkeit von Holzprodukten – etwa in Möbeln oder Dachstühlen – und auch die im Holz gespeicherte Energie bleibt dann ungenutzt.

Mehrfachnutzung lohnt sich!

Die Wiederverwendung von Holz in Produkten – vom Bauholz bis zum Pappkarton – erhöht die im Kreislauf gespeicherte Kohlenstoffmenge ganz erheblich. Erst wenn am Ende einer Mehrfachnutzungskaskade Holzabfälle zur Energieerzeugung verwertet werden, wird der ursprünglich vom Baum eingelagerte Kohlenstoff in Form von CO2 wieder freigesetzt.

Deshalb ist Holzenergie eine erneuerbare Energie und treibhausgasneutral.

Holzturm bis zum Mond

Erhebungen des Thünen-Institutes zu den Bundeswaldinventuren im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) belegen, dass in deutschen Wäldern die Holzvorräte seit Jahrzehnten anwachsen. In der 2017 erhobenen Kohlenstoffinventur weist das Thünen-Institut den Holzvorrat in Deutschlands Wäldern mit 3,9 Mrd. m3 aus. Damit steht in Deutschlands Wäldern mehr Holzvorrat als in jedem anderen Land der Europäischen Union. Das Thünen-Institut hat diese Zahl veranschaulicht: Mit dem Holzvorrat Deutschlands könnte man rechnerisch einen drei mal drei Meter messenden, massiven Holzturm bis zum Mond bauen.

Mehr Zuwachs als Nutzung

Im Schnitt lag der jährliche Holzzuwachs in Deutschland in der Periode zwischen 2012 und 2017 bei 117 Mio. m3, während der jährliche Holzabgang bei 89 Mio. m3 lag. Im gleichen Zeitraum betrug die Abschöpfung – also das Verhältnis aus Zuwachs und Abgang durch Holznutzung und natürliches Absterben von Bäumen – 76 % des zugewachsenen Holzes. 24 % des Zuwachses trugen zum Vorratsaufbau bei.

Zudem nimmt in Deutschland die Waldfläche durch Aufforstung vormals landwirtschaftlich genutzter Flächen zu. In den zurückliegenden 50 Jahren vergrößerte sich die Waldfläche um mehr als 1,5 Mio. ha. Mit 11,4 Mio. ha sind 32 % der Fläche Deutschlands bewaldet.

Erneuerbare Energien unumgänglich

Die energetische Nutzung fossiler Ressourcen in Form von Kohle, Heizöl und Erdgas setzt enorme Mengen an CO2 frei. Einen natürlichen Ausgleich für die Emissionen durch nachwachsende Ressourcen wie Holz gibt es beim Einsatz fossiler Brennmaterialien nicht.

Aus diesem Grund ist eine Energie- und Wärmewende, also die Umstellung von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Energien unumgänglich, wenn die 2015 in Paris vereinbarten internationalen Klimaziele erreicht werden sollen. Dabei erleichtern Förderprogramme, etwa die Bundesförderung effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM) auch privaten Haushalten den Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme.

Quelle: FNR