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Klimafolgen erfordern Waldumbau

Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, und der baden-württembergische Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, informierten sich am 20. August im Südschwarzwald über dramatische Klimafolgen für den Wald und den damit verbundenen erforderlichen Waldumbau. 

„Der Klimawandel trifft die Wälder im Land mit nicht geahnter Wucht. Dürre, Hitze und Schädlinge setzen unseren Waldbäumen mit einer Geschwindigkeit zu, die das Naturgefüge ins Wanken bringt. Laub- und Nadelbäume sterben reihenweise ab und hinterlassen in unseren Wäldern tiefe Wunden. Unsere Aufgabe ist es, den Wald als Ganzes zu erhalten und ihn in einem guten Zustand an die kommenden Generationen weiter zu geben. Hierzu müssen wir den begonnenen Umbau der Wälder in Richtung Klimastabilität weiter entschlossen vorantreiben“, sagte Kretschmann. Während Trockenheit und hohe Sommertemperaturen die Bäume schwächen, spiele trocken-heißes Wetter vielen Schädlingen in die Karten. Die Wälder würden sich daher massiv ändern. Diese Situation sei bundesweit und in Mitteleuropa vergleichbar ernst.

Waldumbau mit Sachverstand

„Sehr viele Wälder der 240.000 Waldbesitzer im Land sind durch den Klimawandel K.O.. Die Waldwirtschaft sieht sich auf einer Fläche von 1,4 Mio. ha Wald im Land Herausforderungen gegenüber, die sie nur mit größtmöglicher Unterstützung durch die Gesellschaft wird meistern können“, so Hauk. Der Wald sei für Baden-Württemberg zu wichtig, als dass man ihn tatenlos dem Klimawandel und seinen Folgen preisgeben könne. Naturnah bewirtschaftete Wälder seien ideal, um die vielfältigen Anforderungen der Gesellschaft an den Wald bestmöglich zu erfüllen. Der Waldumbau müsse Zug um Zug und mit Sachverstand vonstattengehen. „Das Thema wird uns auf Jahre und Jahrzehnte hinaus beschäftigen“, betonte der Forstminister. Anfang September würden im Rahmen eines Waldgipfels die Anforderungen an einen „Notfallplan Wald“ gemeinsam mit den Verbänden erarbeitet. Ein „Masterplan Wald“ für die mittel- und langfristigen Handlungsfelder schließe sich an.

„Wir brauchen für unsere Wälder tragfähige Lösungen und Konzepte, die von allen gesellschaftlichen Gruppierungen mitgetragen werden. Dazu gehört es auch, sich für die Weiterentwicklung bewährter waldbaulicher Konzepte zu öffnen und sich dem Anbau klimastabiler Baumarten, wie zum Beispiel der Douglasie, nicht von vorneherein kategorisch zu verschließen“, erklärte Hauk. Ziel seien elastische und belastbare Mischwälder, die sich gut auf sich ändernde Klimaverhältnisse einstellen könnten.

„Unsere intakten und bewirtschafteten Wälder sind wichtig für die Lebensqualität und Erholung der Menschen im Land. Sie leisten darüber hinaus einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, indem sie den nachwachsenden und klimafreundlichen Rohstoff Holz liefern, in dem klimaschädlicher Kohlenstoff aus der Atmosphäre über lange Zeiträume hinweg gespeichert werden kann“, ergänzte Kretschmann. Auch böten Wälder Rückzugsorte für viele Tier- und Pflanzenarten. Es mache keinen Sinn, die Augen vor dem sich ändernden Klima zu verschließen, das Problem auszusitzen und die Wälder sich selbst zu überlassen.

Staatsministerium Baden-Württemberg

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