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Ministerialrat Peter Lohner (BMEL) eröffnet den Bundeskongress Forstwirtschaftlicher Zusammenschlüsse am 15. November in Wernigerode.

Kleinprivatwaldbesitzer sind tragende Säulen im ländlichen Raum

Zum Bundeskongress Forstwirtschaftlicher Zusammenschlüsse treffen sich ab 15. November Experten in Wernigerode. Ihr Generalthema: Der Kleinprivatwald in Deutschland steht vor großen Herausforderungen

Vom 15. bis 17. November findet in Wernigerode der 15. Bundeskongress für Führungskräfte Forstwirtschaftlicher Zusammenschlüsse aus ganz Deutschland statt. Unter dem Motto „Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse in der Zeitenwende“ treffen sich über 100 Teilnehmer in der Stadt am Harz, um über die künftigen Herausforderungen zu diskutieren. „Der Kleinprivatwald in Deutschland steht vor großen Aufgaben: Dazu zählt die Professionalisierung der Zusammenschlüsse, um wirtschaftlich erfolgreicher zu werden und Herausforderungen wie etwa Wetterextreme besser bewältigen zu können“, sagt Josef Ziegler, Vorsitzender des bayerischen Waldbesitzerverbandes und Vorsitzender des Ausschusses für überbetriebliche Zusammenarbeit der AGDW – Die Waldeigentümer. Mit dieser Veranstaltung feiert der Bundesklongress sein 20-jähriges Jubiläum.

Peter Gaffert, Oberbürgermeister von Wernigerode, und Dr. Hermann Onko Aeikens, Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, werden den Kongress eröffnen. „Die vielen Kleinprivatwaldbesitzer gehören zu den tragenden Säulen im ländlichen Raum, weil sie sich ihrem Wald oftmals sehr verbunden fühlen und diesen mit großer Verantwortung bewirtschaften und pflegen“, sagt Dr. Hermann Onko Aeikens. Daher sei es eine wichtige Aufgabe, den Kleinprivatwald in den Fokus zu nehmen.

Privatwald in Deutschland

Der Privatwald in Deutschland ist überwiegend klein strukturiert und zersplittert. Rund die Hälfte der Privatwaldfläche teilen sich Betriebe mit weniger als 20 Hektar. Für die Klein- und Kleinstprivatwaldbesitzer sind die forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse als eine Art Selbsthilfeeinrichtung von großer Bedeutung, um den spezifischen Nachteilen der zersplitterten Besitzstrukturen besser begegnen zu können. Dies beginnt beim Wissen über die Rechte und Pflichten der Waldbesitzer und reicht bis zur Waldpflege, Holzernte und Waldverjüngung. „Die Professionalisierung und Stärkung des Unternehmertums ist ein zentraler Schlüssel zum Erfolg des Kleinprivatwaldes“, sagt Ziegler.

Diskussionsthemen

Erstmals wird in der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW – Die Waldeigentümer) ein „Betriebswirtschaftlicher Arbeitskreis FwZ“ eingerichtet, um sich innerhalb der Holzvermarktung und des Bereiches der Forstlichen Dienstleistungen zu verbessern. Auf dem Bundeskongress werden in einem Arbeitskreis die Grundlagen dafür erarbeitet. Des Weiteren werden Themen aus Öffentlichkeitsarbeit und Strukturentwicklung diskutiert.

 

Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse

Derzeit gibt es in Deutschland rund 3.500 forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse mit über 430.000 Mitgliedern, die zusammen gut 3,5 Mio. ha Wald besitzen. Die nach Mitgliederzahlen (etwa 371.000) und Waldfläche (etwa 3,3 Mio. ha) wichtigste Form der forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse ist die Forstbetriebsgemeinschaft (FBG). Die FBG ist ein privatrechtlicher Zusammenschluss von Grundbesitzern, die den Zweck verfolgen die Bewirtschaftung der angeschlossenen Waldflächen und der zur Aufforstung bestimmten Grundstücke zu verbessern, insbesondere die Nachteile geringer Flächengröße und der Besitzzersplitterung oder anderer Strukturmängel zu überwinden.

AGDW - Die Waldeigentümer

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