ABO

Klausner will alles Fichtenholz aus NRW

Auf Basis der im Dezember 2012 vom Oberlandesgericht Hamm für rechtskräftig erklärten Lieferverträge aus dem Jahr 2007 will die österreichische Klausner-Gruppe (Oberndorf) das Land Nordrhein-Westfalen zwingen, in den kommenden neun Monaten alles Fichtenholz mit einer Zopfstärke von 13 bis 45 cm ausschließlich an Klausner, nicht aber an Wettbewerber zu liefern. Ein entsprechender Antrag auf eine einstweilige Anordnung ist Mitte April beim Landgericht Münster eingegangen und soll am 3. Mai verhandelt werden, wie das Gericht auf Anfrage bestätigte.

Der Antrag umfasst Nadelrundholz aus dem Landesbetrieb Wald und Holz NRW sowie die vom Landesbetrieb getätigten Vermittlungsgeschäfte von Holz aus dem Privatwald. Betroffen wären rund 300 Sägebetriebe in NRW mit 3200 Beschäftigten und ca. 700 Mio. Euro Umsatz im Jahr. Beraten wird Klausner laut dem Kölner Stadtanzeiger vom 24. April durch die Juristin Klaudia Martini (SPD), die bis 2001 Umweltministerin in Rheinland-Pfalz war und in der Kanzlei tätig ist, die Klausner vertritt.

Das NRW-Forstministerium äußerte sich alarmiert und ist laut Sprecher Frank Seidlitz bestrebt, die mittelständischen Sägebetriebe im Land zu schützen. Alternative Lieferungen z.B. osteuropäischen Fichtenholzes zur Befriedigung der Ansprüche Klausners, wie sie von Vertretern der Sägeindustrie vorgeschlagen wurden, würden das Problem jedoch nur verlagern, zudem könne dabei die Nachhaltigkeit nicht gesichert werden, so Seidlitz. Das Land bereitet gegenwärtig eine Verdoppelung des Fichten-Einschlages im Staatswald vor, um die Lieferansprüche Klausners möglichst zu erfüllen. Mehr dazu lesen Sie in der Forst&Technik-Ausgabe 5/2013.
 
Die Lieferverträge mit Klausner waren trotz ablehnender Stellungnahme aus dem Landesbetrieb Wald und Holz NRW von der Vorgänger-Regierung aus CDU und FDP unter Ministerpräsident Jürgen Rüttgers und Umweltminister Eckhard Uhlenberg (beide CDU) geschlossen worden.
Axel Jönsson

Auch interessant

von